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Diskussion zur Anonymität in der Marktforschung

Als Reaktion auf die in Ausgabe 4/2014 veröffentlichte Kolumne "Was bewegt die Deutschen" zum Thema "Droht das Ende der Empirie in Deutschland" von Prof. Manfred Güllner, hat sich der ADM-Vorstandsvorsitzende Hartmut Scheffler mit einem Leserbrief gemeldet. Lesen Sie, was er zu diesem Thema zu sagen hat.


Hartmut Scheffler, Vorstandsvorsitzender des ADM (Quelle: TNS Infratest) 

 Hartmut Scheffler, Vorstandsvorsitzender des ADM (Quelle: TNS Infratest)

Sehr geehrter Herr Güllner,


als Vorstandsvorsitzender des ADM habe ich Ihre Kolumne „Was bewegt die Deutschen?“ in der Ausgabe 4/2014 von planung & analyse zunächst mit großem Interesse und dann mit zunehmendem Unverständnis gelesen. Das Thema der Anonymität für Markt- und Sozialforschung ist für den ADM wie für die anderen Verbände sakrosankt.

Ebenso müssen wir aber feststellen, dass tagtäglich nicht-anonyme Befragungen durch Unternehmen selbst, sonstige Anbieter, hier und da auch durch Marktforschungsunternehmen durchgeführt werden und ebenso (wie früher und heute leider immer noch das Telemarketing) das Bild der Marktforschung in der Bevölkerung/ beim Befragten wie auch in der medialen Öffentlichkeit prägen.

Wer die Augen vor der Situation nicht verschließt, wird es für notwendig halten, Unterschiede zwischen der gesetzlich privilegierten Markt- und Sozialforschung einerseits und diesen nicht-anonymen datenbasierten Dienstleistungen andererseits durch nachvollziehbare, lebbare und verhaltenssichernde Kriterien z. B. im Rahmen einer Richtlinie zur Trennung zu ermöglichen. Es wird so möglich sein, insbesondere die Irreführung der Befragten zu vermeiden, aber auch das oft durch Unwissen geprägte, falsche Bild in der Öffentlichkeit zurecht zu rücken. Wir sollten nicht vergessen: Nicht-anonyme Befragungen z. B. zu Servicethemen, Werbung etc. sind gesetzlich nicht verboten! Es wird sie weiter geben! Es handelt sich dabei aber nicht um Markt- und Sozialforschung mit ihrem zentralen Versprechen der Anonymität. Sie sollten dies gerade durch Ihre Tochter, die Ihr Forsa-Institut in den entsprechenden Arbeitskreisen vertreten hat (!) wissen. Um es also zum wiederholten Male (auch wenn es zum wiederholten Male durch zum Teil auch polemische Kritik ignoriert werden wird) zu sagen: Der ADM vertritt uneingeschränkt nach wie vor das Gebot der Anonymität in der Markt- und Sozialforschung. Der ADM ignoriert aber Realitäten nicht! Weil beides der Fall ist, arbeitet er an klaren und für Befragte wie Öffentlichkeit nachvollziehbaren Kriterien, um das eine vom anderen zu trennen! Hier wird nicht verwässert, hier wird Klarheit geschaffen!

Ich erspare es mir, auf einzelne auch polemische Aussagen in Ihrer Kolumne einzugehen: Der interessierte Leser wird dies schon richtig einschätzen! Ich lade Sie aber  dazu ein, an einer vom ADM organisierten Podiumsdiskussion zu dieser Thematik teilzunehmen, um dort einem interessierten Kreis Ihre Position, Ihre Befürchtungen, Ihre Vorschläge zur Kenntnis bringen zu können. Kommen Sie gerne auf mich, kommen Sie gerne auf den ADM diesbezüglich zu! In der Hoffnung auf einen der Sache dienenden, sachlichen und konstruktiven weiteren Dialog verbleibe ich

mit freundlichen Grüßen,

Ihr Hartmut Scheffler
Vorstandsvorsitzender ADM

Lesen Sie hier die Kolumne   Kolumne "Was bewegt die Deutschen" zum Thema "Droht das Ende der Empirie in Deutschland" von Prof. Manfred Güllner aus planung & analyse 4/2014.

Darüber hinaus legt Hartmut Scheffler in planung & analyse 5/2014, Erscheinungstermin 17.9.2014, die aus Sicht des ADM aktuellen Herausforderungen sowie die zukünftig geplanten Aktivitäten des ADM dar.

Quelle: ADM e.V.

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