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Branche


Ein neues Selbstverständnis der Marktforscher ist gefragt

Christoph Welter (Foto: PointBlank) 

 Christoph Welter (Foto: PointBlank)

Unter den Gästen des Esomar Kongresses in New Orleans war auch Christoph Welter, Managing Partner von Point-Blank in Berlin und deutscher Deligierter von Esomar. Er beschreibt uns seine persönlichen Highlights:

Startup Mentalität, Nachwuchsförderung, technologische Innovation, aber vor allem auch Fun, Experience und Impact - für mich die Schlagwörter des diesjährigen Esomar Kongresses in New Orleans:

Große Bühne für junge Researcher

Esomar hat in diesem Jahr eine Initiative für junge Researcher im Alter unter 30 ins Leben gerufen (Young Esomar Society oder kurz YES). Nicht nur gab es eine eigene Lounge für die jungen Researcher - vor allem wurden in der YES Competition im Vorfeld sechs Kandidaten ausgewählt, die ihr Talkthema in je 60 Sekunden auf der großen Bühne pitchen durften. Die beiden vom Publikum gewählten Gewinner, Kristin Burr von MESH und Emma Kirk von JoinTheDots, durften am Folgetag dann im Pecha Kucha Stil präsentieren - Kristin Burr mahnte das Publikum, dass Forschung sich verändern muss, wenn sie für die junge Generation relevant bleiben soll ("Participants need to benefit as much as we researchers do"), während Emma Kirk ein Plädoyer für die Verwendung von Emojis für Teilnehmerfeedback in Umfragen hielt.

Neue Wege im Verhältnis zu Teilnehmern und Kunden

Passend zu den Anregungen der Nachwuchsforscher waren vielerorts kritische Worte zum Status Quo der Branche zu vernehmen - Melanie Courtright und Luke Sehmer von Research Now stellten eine Studie vor, die aufzeigte, dass der Glaube der Öffentlichkeit in die Vertrauenswürdigkeit von Marktforschungsumfragen zu wünschen übrig lässt - nicht zuletzt auch aufgrund der Explosion der digitalen Erhebungsmöglichkeiten. Nikki Lavoie von Mindspark Research ging noch weiter und kritisierte grundsätzlich das monetäre Incentivierungssystem. Ihre Aussage: Wir müssen die intrinsische Motivation von Teilnehmen fördern! Thomas Troch von InSites Consulting schlug in die gleiche Kerbe, allerdings diesmal in Bezug auf die Kunden: "Research as a Service" und "Research as an Experience" waren die Schlagworte. Also: Ein neues Selbstverständnis der Marktforscher muss her!

Ein besonderes Highlight dieses neuen Selbstverständnisses war die Präsentation von Leticia Chárraga von Unilver und Adelina Vaca von De La Riva Research. In einem dreimonatigen Roadtrip konnten Unilever Mitarbeiter in Form von Live-Exkursionen alle möglichen Facetten der Essenskultur in Mexiko kennenlernen. Ergebnisse wurde später nicht etwa in PowerPoint-Folien präsentiert, sondern unter anderem von einem Live Comedian - der Tenor: Fun, Erlebnis und echte Kontakte sind hervorragende Treiber für den Business Impact von Marktforschung.

Die Zukunft gestalten

Mehrfach war auf der Konferenz zu vernehmen, dass die Marktforschung nach wie vor zu wenig in strategische Entscheidungsprozesse involviert ist. Wie kann sich dies ändern? Auch hier gab es leidenschaftliche Aufforderungen zu einem neuen Selbstverständnis: Daniel Castejón von BMC in Argentinien ermahnte die Branche, dass sich die Zeit des Forecastings dem Ende zuneigt. In unserer komplexen Businesswelt gewinnt der, der Zukunft aktiv und kreativ gestaltet. Experiment und agile Anpassung sind Trumpf.

Till Winkler und Sebastian Schmidt von Skopos aus Deutschland gingen genau auf dieses Thema ein und forderten die Branche auf, sich stärker an den agilen, iterativen und kollaborativen Prozessen aus der User Experience Welt zu orientieren. Insights Now und Campbell zeigten in einer konkreten Case Study, wie in einem nur wenige Tage langen Co-Design Prozess mit potenziellen Käufern ein neues (und am Markt später sehr erfolgreiches) Produkt entstand. - Kern Voraussetzung: Alle Stakeholder auf Kundenseite müssen voll involviert sein!

Und auch Esomar selbst misst dem Thema Zukunft gestalten hohe Bedeutung zu - so fand am Tag vor dem Beginn des Hauptprogramms eine Startup Rally statt: Ausgewählte Startups durften ihre Herausforderungen vorstellen und Researcher haben im Hackathon-Stil Lösungen entworfen und gepitcht. Weitere Startup Rallies sind auch für künftige Konferenzen geplant.

Zum 70. in Amsterdam

Nachdem dieses Jahr Jazz und Mardi Gras im Fokus des Rahmenprogramms standen – unter anderem gab es eine Besichtigung der Lagerhallen, wo die Mardi Gras Umzugswagen und -Figuren gelagert und für das nächste Jahr vorbereitet werden – kehrt der Congress zum 70. Geburtstag in die Esomar-Heimatstadt Amsterdam zurück. Man darf gespannt sein!



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