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Branche


„Es ist reizvoll einen Verband in Zeiten starker Umbrüche zu führen“

Interview mit Dr. Dieter Korczak, GP-Forschungsgruppe Institut für Grundlagen- und Programmforschung


Die Kandidaten zur Wahl des Esomar-Councils für 2011/2012 stehen fest, die Wahlen laufen noch bis Ende Oktober. Zwei Kandidaten bewerben sich für die kommende Legislatur-Periode um die Präsidentschaft des internationalen Marktforschungsverbandes, einer von ihnen ist Dr. Dieter Korczak aus Deutschland. Im Interview mit planung & analyse erläutert er die Funktionen des Präsidenten und zeigt die Themen auf, an denen für den Verband in den kommenden Jahren aus seiner Sicht zu arbeiten ist.

Herr Korczak, Sie sind seit etlichen Jahren bei Esomar aktiv, derzeit als Council-Member, zuvor bereits als Repräsentant. Nun stellen Sie sich zur Wahl als Esomar Präsident. Was beinhaltet diese Aufgabe?

Der Präsident hat eine Schlüsselposition inne. Er ist der Sprecher und Leiter des Councils, das heißt Aufsichtsratsvorsitzender, er vertritt Esomar weltweit nach außen und ist nach innen der Zeichnungsberechtigte für die Verträge mit dem CEO und CFO von Esomar. Er sollte zusammen mit dem Council Visionen und strategische Optionen für die Branche entwickeln. Letztlich ist der Präsident für die Wahlperiode von zwei Jahre für Esomar verantwortlich.


Warum stellen Sie sich zur Wahl als Präsident: Welche Pläne und Vorstellungen haben Sie für dieses Amt? In welchen Bereichen und Themen planen Sie aktiv zu werden?

Esomar ist der weltweit größte Zusammenschluss von Markt- und Sozialforschern, da ist es einfach reizvoll, diesen Verband zu führen, vor allem in einer Zeit, die von starken Umbrüchen geprägt ist. Aufgrund meiner guten Beziehungen zu dem gesamten Management Team in Amsterdam besteht eine gesunde Basis, um den Herausforderungen, vor denen Esomar steht, vertrauensvoll und effektiv zu begegnen. Die Themen der nächsten zwei Jahre kann ich hier nur anreißen, aber dazu gehören elementar die Governance Struktur von Esomar, die Umsetzung der Corporate Membership, ein funktionierendes Kooperationsmodell mit den nationalen Marktforschungsgesellschaften, die Stärkung unserer Profession gegenüber konkurrierenden Berufsgruppen, eine weitere Modernisierung unserer Kongress- und Konferenzabläufe, auch mit neuen Angeboten und Formaten, eine bessere Verknüpfung mit dem akademischen Bereich und dem Marktforschernachwuchs, eine intensive Beobachtung der europäischen Politik und ein entsprechender Austausch mit der EU-Kommission, eine adäquate Reaktion auf Off-shore-Marktforschung und schließlich eine stärkere Einbindung der Auftraggeberseite in den Verband.

Wie wichtig ist ein internationaler Marktforschungsverband für die deutsche Marktforschungsbranche?

Matthias Fargel, der gegenwärtige deutsche Repräsentant, und ich haben eine enge Kommunikation mit dem BVM und dem ADM gepflegt, die sich nicht nur auf Grußadressen auf den Jahreskongressen beschränkt hat. Ich sehe Esomar als den internationalen Arm der nationalen Marktforschungsverbände. Die intensive Diskussion um die neue Fassung des ICC/Esomar Codes hat ja gezeigt, wie wichtig eine weltweite Selbstregulierung auch für die nationale Arbeit ist. Es wird immer sowohl nationale wie internationale Marktforschungsprojekte geben und da ergänzen sich Esomar und die deutschen Marktforschungsverbände in sinnvoller Weise. In Deutschland sind ja auch nahezu 100 Prozent der Esomar-Mitglieder auch BVM-Mitglieder.

Was würde Ihre Präsidentschaft für die Zusammenarbeit von Esomar mit den deutschen Verbänden bedeuten?

Meine Konkurrentin um das Präsidentenamt ist Sue Nosworthy, eine englische Kollegin, um die Position des Vize-Präsidenten bewerben sich mit Mike Cooke und Dan Bowmann zwei weitere Engländer. In der Vergangenheit hat es oft unterschiedliche Auffassungen und Standpunkte insbesondere zwischen dem anglo-amerikanischen Verständnis von Marktforschung und der deutschen Auffassung gegeben. Da ich in der deutschen Tradition der Marktforschung groß geworden bin und andererseits seit über zwanzig Jahren international arbeite, kann ich diese beiden „Welten“ gut konsensual verbinden. Für die deutschen Verbände wird der Kommunikationsweg in jedem Fall kürzer und einfacher.

Interview: Dr. Gwen Kaufmann, planung & analyse

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