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Branche


Marktforschung in Asien

Im Mittelpunkt des Asien-Forums „Marktforschung in Asien: Worauf es wirklich ankommt“, zu dem im April Vocatus als deutscher Exklusivpartner des internationalen Marktforschungsnetzwerkes IRIS einlud, stand die Möglichkeit, sich aus erster Hand über die Situation in verschiedenen asiatischen Ländern zu informieren und direkte persönliche Kontakte mit den führenden Köpfen der asiatischen Marktforschung zu knüpfen. Dafür waren IRIS-Mitglieder aus Japan, China, Indien, Korea, Pakistan, Malaysia und Australien angereist und berichteten über die Besonderheiten, Herausforderungen und Stolperfallen für die Marktforschung in ihren jeweiligen Ländern.
 
So müssen sprachliche und kulturelle Barrieren von den Marktforschern berücksichtigt werden. So bedingen allein in Indien 22 verschiedene regionale Sprachen auch 22 verschiedene lokale Callcenter, um die Projekte in der jeweiligen Sprache abbilden zu können. Persönliche Interviews müssen in Indien in jedem Fall von einer Person aus der gleichen sozialen Schicht wie der Interviewte geführt werden. Jemand anderen würde der Gesprächspartner gar nicht akzeptieren. Je nach Zielgruppe der Befragten ergeben sich so beispielsweise sehr unterschiedliche Preise für die Interviewer, die je nach sozialer Schicht um den Faktor zehn voneinander abweichen können.
 
In China hingegen stellt sich weniger die Frage der sozialen Schicht, sondern eher die Frage der grundsätzlichen Kontaktaufnahme. Das Leben ist China ist geprägt durch ein dicht gewobenes und komplexes Netzwerk von sozialen Beziehungen. Eine Kontaktaufnahme mit einem Fremden mit der Bitte, an einer Befragung teilzunehmen, ist normalerweise weder üblich noch erfolgversprechend. Deshalb müssen zur Kontaktaufnahme jeweils „Intermediaries“ gefunden werden, die sowohl dem Marktforscher als auch dem zu Befragenden bekannt sind und dann den ersten Kontakt herstellen. Auch die Methodik muss entsprechend den Inhalten der Befragung ausgewählt werden. Wichtige Dinge werden in der chinesischen Kultur immer nur von Angesicht zu Angesicht besprochen. Eine Befragung per Telefon oder Online kommt daher für viele Inhalte nicht in Frage, weil es einfach der Kultur zuwider läuft.
 
Gerade in China sollte ein geplantes Projekt möglichst frühzeitig mit dem lokalen Institut vor Ort abgeklärt werden, denn aufgrund der politischen Situation gibt es Beschränkungen hinsichtlich der Themenbereiche und Fragen, die überhaupt gestellt werden dürfen. Erschwerend kommt in China hinzu, dass es praktisch über keinen Markt irgendwelche Marktinformationen zu Marktgröße oder Wettbewerber gibt. Dies liegt vor allem daran, dass keine wirklichen Industrieverbände existieren. Daher müssen oft auch Daten, die in Deutschland über einen einfachen Blick ins Internet oder zumindest eine detaillierte Desk Research nachgeschlagen werden können, in China oft in einem aufwendigen Prozess primär erhoben werden.
 
Mit dem in deutschen Köpfen oft vorhandenen Bild der verschlossenen Asiaten, die keine Gefühle zeigen und denen man demzufolge auch in Fokusgruppen und Einzelexplorationen schlecht beikommt, wurde in den Vorträgen aufgeräumt. Während dies im stark hierarchisch geprägten Japan sicherlich ein Thema ist, kann man beispielsweise in Korea mit sehr offenen Antworten und sehr emotionalen Diskussionen in Fokusgruppen rechnen.
 
IRIS (International Research InstituteS) ist das weltweites Netzwerk unabhängiger Marktforschungsinstitute mit insgesamt über 1,500 Mitarbeitern in 35 Ländern und einem jährlichen Gesamtumsatz von über 170 Mio. Euro.
Nähere Informationen zu Vocatus finden Sie online im p&a Handbuch der Marktforschung. Firmenprofil >>
Quelle: IRIS

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