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... fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker!

Zwei Drittel der Bundesbürger lassen sich bei kleineren gesundheitlichen Beschwerden gerne vom Apotheker beraten und verzichten dann auf einen Arztbesuch; im Jahre 2003 waren dies erst 56 Prozent. Die Neigung, bei den ersten Anzeichen einer Erkrankung unmittelbar zum Arzt zu gehen, ist in den letzten zehn Jahren zudem von 56 Prozent auf aktuell 33 Prozent gesunken.
 
Grundsätzlich genießen Apotheker ein hohes Ansehen und eine feste Verankerung in der Bevölkerung: Rund drei Viertel der Deutschen verfügen über eine regelmäßig besuchte Stammapotheke und beurteilen deren Leistungen insgesamt als "ausgezeichnet" oder "sehr gut". Im Vergleich sind die Bundesbürger mit ihrer Apotheke sogar zufriedener als mit ihrem Hausarzt oder auch der eigenen Krankenkasse. Bei der individuellen Apothekenwahl spielt allerdings deren räumliche Nähe die entscheidenden Rolle, mit Abstand gefolgt von der wahrgenommenen Kunden- und Serviceorientierung sowie der fachlichen Kompetenz. Dies macht Apotheken, die ihre Kundenbindung überwiegend über die räumliche Nähe erzielen, besonders anfällig für Konkurrenz im eigenen Umfeld.
 
Das überwiegend positiv gefärbte Apothekenimage hat zudem auch seine Schattenseiten: So nehmen die Bundesbürger die Apotheken längst nicht ausschließlich als vertrauten, kompetenten Rückhalt in einem zunehmend verworren erlebten Gesundheitssystem wahr, sondern teils auch als bedrohliche Zahlstelle, an der sich die steigenden privaten Gesundheitsausgaben manifestieren. Und dem Bild von Apotheken als wohltuenden "Oasen der gesundheitlichen Besserung" steht bisweilen das von belanglosen Abgabestellen für Medikamente entgegen. Die mit der fortschreitenden Liberalisierung des deutschen Apothekenmarkts (nach Lockerung Mehrbesitzverbot zukünftig mögliche Aufhebung des Fremdbesitzverbots, Bildung von Apothekenketten, etc.) einhergehende Konsolidierung und Industrialisierung des Apothekenmarkts könnte solche vorhandenen Ambivalenzen und Negativimages in Zukunft noch deutlich verstärken.
 
Derzeit halten die Bundesbürger noch stark an ihrer gewohnten Apotheke um die Ecke fest. Andere Formen und Zukunftsszenarien des Erwerbs von Medikamenten über Filialen großer Apothekenketten, den stationären Handel oder gar über eine maschinelle Medikamentenausgabe (ähnlich wie am Geldautomaten) werden bislang nur in sehr eingeschränktem Maße begrüßt.
 
Trotz vorhandener Wachstums- und Entwicklungspotenziale und des hohen Rückhalts in der Bevölkerung sieht sich die klassische Offizinapotheke aber heute bereits wachsender Konkurrenz gegenüber: Denn obwohl sich immer mehr Bundesbürger bei gesundheitlichen Beschwerden zunächst mit rezeptfreien Medikamenten selbst zu helfen versuchen (2008: 65%; 2003: 55%), sank der Anteil exklusiver Apothekenkäufer im Bereich frei verkäuflicher Medikamente (OTC) seit 2005 von 36 Prozent auf derzeit 27 Prozent. Die Aufgeschlossenheit für den Kauf solcher Produkte auch außerhalb der Apotheke (Drogerien, Reformhäuser, Supermärkte, Discounter) nimmt hingegen kontinuierlich zu. Im Verordnungsmarkt der rezeptpflichtigen Medikamente (Rx-Markt) wächst zudem die Neigung zur Nutzung von Versandapotheken.
 
1.500 Bundesbürger ab 16 Jahren wurden repräsentativ zu ihrem Gesundheitsverhalten und ihren gesundheitsrelevanten Einstellungen von psychonomics Health Care befragt. Mitherausgeber der Studie ist Acxiom Deutschland.
Quelle: psychonomics AG; www.psychonomics.de

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