ANZEIGE
Folgen Sie uns:
planung & analyse GmbH auf facebook.de planung & analyse auf twitter.de planung & analyse GmbH auf google+ planung & analyse GmbH auf xing

Editor's Pick


10 Praxis-Tipps: Bankmarktforschung

In leicht verständlicher Form geben im Rahmen der „10 Praxis-Tipps“ erfahrene Marktforscher ihr Wissen weiter. Es geht dabei nicht um „Bedienungsanleitungen“, denn dafür wäre jede einzelne Aufgabenstellung viel zu komplex, sondern um Tipps und Anregungen aus der Praxis. Diese kompakte Zusammenstellung soll Einsteigern in ein neues Themengebiet eine Hilfestellung sein und Orientierung geben. Hier die Tipps von Uwe Matzner (research tools):

10 Praxis-Tipps: Bankmarktforschung

 
1. Eindenken in die spezifischen Strukturen des Bankenmarktes
Endkundenkontakt, Bankengruppierungen und Ungleichgewichte zeichnen den Bankenmarkt aus. Erst die Kenntnis dieser spezifischen Marktstrukturen ermöglicht gezielte Marktforschung.

2. B2B-Marktforschung im Marktforschungsplan berücksichtigen
Der Bankenmarkt ist einer der wenigen Märkte, in dem Privatkunden und Firmenkunden gleichermaßen wichtig sind. Im Marktforschungsplan sollten deshalb auch Ressourcen für die B2B-Marktforschung vorgesehen werden.

3. Disproportionale Stichproben verwenden
Die beiden größten Bankengruppen Sparkassen und Volks- und Raiffeisenbanken vereinen je nach Produkt bis zu 80% des Marktanteils auf sich. Dies hat zur Folge, dass für kleine Banken in Umfragen bei reinen Zufallsstichproben zu wenige Interviews geführt werden. Die Stichprobe sollte deswegen disproportional angelegt werden.
 
4. Screeningfragen bei Umfragen vorschalten
Weite Teile der Bevölkerung sind nur bedingt bankingrelevant. Es ist wichtig zu wissen, welche Zielgruppen im jeweiligen Forschungszweck in welchem Maße bedeutsam sind. Bei Befragungen ist es deshalb häufig sinnvoll, ein Screening vorzuschalten, um nur maßgebliche Meinungen zu sammeln.

5. Buying Center beachten
Buying Center im Bankenmarkt sind sowohl bei Firmenkunden als auch auf Privatkundenseite zu finden. In Privathaushalten verfügen häufig zwei Haushaltsmitglieder über Bankkonten und treffen auch die entsprechenden Entscheidungen. Auf der anderen Seite stehen die Haushalte mit einem „Finanzvorstand“, in denen sich nur eine Person um sämtliche Finanzbelange der Familie kümmert. Für Umfragen bedeutet das, bevorzugt Bankingentscheider zu befragen.

6. Fokussierung auf die Zielgruppe junge Erwachsene
Für die Bankmarktforschung sind viele Zielgruppen wichtig. Eine zentrale Zielgruppe jedoch ist die der jungen Erwachsenen. In dieser Altersgruppe fallen erster regelmäßiger Gehaltseingang und hohe Wechselbereitschaft zusammen. Damit sind die jungen Erwachsenen im Privatkundenmarkt die Zielgruppe, die am stärksten über den zukünftigen Markterfolg der Banken entscheidet.

7. Zentrale Bedeutung des Produkts Girokonto kennen
Das Girokonto ist der Dreh- und Angelpunkt des Bankenmarktes. In diesem Produkt läuft der Zahlungsverkehr zusammen. Aufgrund des mit einem Bankwechsel verbundenen Aufwands wird hier seltener gewechselt. Für eine langfristige Kundenbindung ist somit das Girokonto ein entscheidendes Produkt. Und damit auch für die Marktforschung.

8. Low-involvement der Bankkunden bei Handlungsempfehlungen bedenken
Als typischer Low-Involvement-Markt sind Bankkunden unterdurchschnittlich entscheidungsfreudig und wechselwillig. Bei der Formulierung von Handlungsempfehlungen auf Basis von Marktforschungsergebnissen ist dies zu berücksichtigen, damit übermäßig renditemindernde Maßnahmen vermieden werden.

9. Sekundärstatistiken nutzen
Mit den zahlreichen Statistiken der Bundesbank steht der Branche ein aufgrund der Meldepflicht der Banken qualitativ hochwertiger Vorrat an Sekundärdaten zur Verfügung. Für Aussagen zur Branchenkonjunktur in diversen Produktbereichen lassen sich diese sehr gut nutzen.

10. Kommunikation und Servicequalität sind die großen Marktforschungsthemen
In einem Markt mit aus Kundensicht austauschbaren Angeboten stehen Kommunikation und Service im Mittelpunkt der Marketinganstrengungen und damit auch der Marktforschung. Entsprechend kommt den Themen Werbewirkungsforschung, Loyalitätsanalysen und Mystery Research große Bedeutung zu.

Diese zehn Punkte sind Bestandteil der 10-Praxis-Tipps-Serie, die regelmäßig von planung & analyse veröffentlicht wird. Die Serie wird herausgegeben von Dr. Gwen Kaufmann (planung & analyse) und Uwe Matzner (research tools).

Hier geht's zu den bisher erschienenen 10-Praxis-Tipps!

Facebook Twitter Google LinkedIn Xing RSS Email