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10 Praxis-Tipps: Onlineforschung in Studien-Communities

In leicht verständlicher Form geben im Rahmen der „10 Praxis-Tipps“ erfahrene Marktforscher ihr Wissen weiter. Es geht dabei nicht um „Bedienungsanleitungen“, denn dafür wäre jede einzelne Aufgabenstellung viel zu komplex, sondern um Tipps und Anregungen aus der Praxis. Diese kompakte Zusammenstellung soll Einsteigern in ein neues Themengebiet eine Hilfestellung sein und Orientierung geben. Hier die Tipps von Sabine Schey (LINK Schweiz):

10 Praxis-Tipps: Onlineforschung in Studien-Communities


1. Prüfen Sie zunächst, ob die zu erforschende Frage zu der Forschungsmethode passt.
Qualitative Online-Studien, die nicht in die Netnographie gehören, finden in einem geschützten Bereich mit gezielt rekrutierten Teilnehmern statt. Antworten auf die zu erforschende Fragestellung geben hier temporäre Online-Communities, die mittels einer Spezialsoftware betreut werden – ein Rahmen, in dem beispielsweise spontane nonverbale emotionale Reaktionen nicht gemessen werden können.

2. Schließen Sie nicht von Online-Communities aus Social Networks auf Studien-Communities.
Facebook, LinkedIn, Xing und andere sozialen Netzwerke zeichnen sich dadurch aus, dass ihre Mitglieder sich selbst, ihre Kenntnisse, Meinungen, Hobbys und beruflichen Profile aus eigenem Antrieb einbringen. Mitglieder einer Studien-Community hingegen müssen motiviert werden, um während der Feldzeit in der temporären Plattform aktiv zu bleiben.

3. Die gewählte Methode muss zielgruppengerecht sein.
Es ist einleuchtend: Mit einer Onlineumfrage eine Zielgruppe zu befragen, die nicht internetaffin ist, macht einfach keinen Sinn. Aber auch andere Aspekte müssen berücksichtigt werden – nämlich, ob die ausgewählte Zielgruppe der Diskussionsart auf dem Bildschirm folgen kann oder nicht.

4. Die Benutzeroberfläche sollte nur für die Studie relevante Features aufweisen.
Die Benutzeroberfläche von sozialen Netzwerken ist kein Vorbild für die Programmierung, wenn es um temporäre Online-Communities geht. Online-Studien laufen reibungsloser ab, wenn die Struktur auf dem Bildschirm klar und überschaubar ist.

5. Formulieren Sie Ihre Fragen innerhalb der Untersuchung unmissverständlich und klar.
Bei einer Gruppendiskussion können die Teilnehmer Verständnisfragen stellen. Bei einer Online-Untersuchung müssen Fragen von vorneherein sehr durchdacht sein - denn das Nachfragen ist nicht so einfach wie bei einer Life-Gruppendiskussion, wo der Moderator im selben Raum sitzt.

6. Erwägen Sie neben Interviews und Gruppendiskussionen auch das Tagebuch als Möglichkeit, Insights zu generieren.
Mit dem Internettagebuch gelingt es Ihnen, tägliche Routinen und rationale wie auch emotionale Motive der Teilnehmer in der Tiefe in Erfahrung zu bringen.

7. Setzen Sie Studien-Communities für iterative Verfahren ein.
Nicht-hierarchische Verfahren, die sich sukzessive an das Optimum herantasten, sind mit Studien-Communities hervorragend bedient. Besonders gut geeignet ist diese Befragungsart auch zur Verbesserung von Verbalkonzepten.

8. Kombinieren Sie qualitative Elemente der Onlineforschung mit Offlinetools.
Durch ein kreatives Forschungsdesign können die Vorteile der Online-Verfahren optimal genutzt und ihre Schwächen gezielt durch Offline-Tools ausgeglichen werden. Es kann sehr gewinnbringend sein, Gruppendiskussionen im realen Raum mit Befragungen im virtuellen Raum zu kombinieren.

9. Unterschätzen Sie nicht den Arbeitsaufwand für eine Studien-Community.
Eine Studie mittels einer temporären Community im virtuell erzeugten Raum durchzuführen, kostet eine Menge Zeit – für Moderation wie für die Auswertung

10. Betrachten Sie zu Studienzwecken eingerichtete Onlineräume nicht als Ersatz für andere Methoden.
Qualitative Online-Verfahren haben sich längst als ergänzende Methoden im Marktforschungs-Portfolio etabliert. Sie zeigen häufig gerade als Methodenergänzung – in der Kombination mit anderen Methoden – ihre besonderen Stärken.

Diese zehn Punkte sind Bestandteil der 10-Praxis-Tipps-Serie, die regelmäßig von planung & analyse veröffentlicht wird. Die Serie wird herausgegeben von Dr. Gwen Kaufmann (planung & analyse) und Uwe Matzner (research tools).

Hier geht's zu den bisher erschienenen 10-Praxis-Tipps!

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