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187 Minuten täglich vor dem Fernseher - Fiction ist das beliebteste Genre

Das Medium Fernsehen konnte 2004 seine dominierende Position als beliebteste Freizeitbeschäftigung weiter ausbauen. Die durchschnittliche Sehdauer ist erneut in allen Regionen der Erde angestiegen - mit Ausnahme von Asien. Bedingt durch deren hohen Anteil an der Weltbevölkerung hat sich die Sehdauer weltweit gegenüber dem Vorjahr nicht erhöht. Der "Globale Fernsehzuschauer" verbrachte täglich exakt 187 Minuten seiner Zeit vor dem Fernseher. In Nordamerika hat sich die Sehdauer um 3 Minuten erhöht. Im Durchschnitt verbrachte jeder Amerikaner knapp viereinhalb Stunden (268 Minuten) vor dem TV-Bildschirm, was immerhin 81 Minuten über dem weltweiten Mittel liegt. Auch die Westeuropäer steigerten ihren TV-Konsum in 2004 um weitere 4 Minuten. Für Osteuropa ermittelte die Studie eine durchschnittliche Sehdauer von 223 Minuten. Lateinamerika verzeichnete nur einen leichten Anstieg auf 196 Minuten. Gerade hier ist der Mittelwert aber wenig aussagekräftig, da es von Land zu Land enorme Unterschiede gibt. In Staaten des Mittleren Ostens wie Libanon und Israel war der durchschnittliche Fernsehkonsum mit 198 Minuten genau 3 Minuten höher als in 2003. Auch in Südafrika wächst die Beliebtheit des Mediums kontinuierlich und steigerte sich auf 189 Minuten.
 
Mit einem Anteil von 46 Prozent avancierte Fiction in 2004 eindeutig zum beliebtesten TVGenre. Unter den Fiction-Formaten selbst waren die Serien die Gewinner mit einem Anteil von 46 Prozent, gefolgt vom Spielfilm mit 25 Prozent. Beachtenswert ist, dass es die großen amerikanischen Serien nicht geschafft haben, sich in die europäischen TV-Hitlisten zu spielen. Nur Friends war in der italienischen Schweiz in 2004 unter den zehn beliebtesten Sendungen. Die Serie Desperate Housewives (ab 12. April neu im Programm von Pro7) startete im Oktober 2004 mit Furore in Kanada und den USA und wurde hier prompt zum Quotenrenner. Dennoch blieben in Nordamerika auch etablierte Serien wie CSI: Crime Scene Investigation, Emergency Room oder Friends populär. Die letzte Folge der Kultserie Friends erreichte in den USA über 52 Millionen Zuschauer und kam damit auf Platz eins der US - TOP 10 Programme in 2004. (Wertung ohne Sport-Programme) Mit einem Anteil von 65 Prozent liegt das Genres Fiction vor allem in Lateinamerika eindeutig vorn. Den Löwenanteil nehmen darunter die Telenovelas ein. Rund ein Drittel aller TOP 10 Programme stammen aus dem Bereich der beliebten Fernsehromane.
 
Was den Spielfilm anbelangt, können amerikanische Produktionen den größten Erfolg verbuchen. Zu den "Blockbustern" des Jahres 2004 gehören Shrek und Titanic. Der Animationsfilm Shrek kam in sieben lateinamerikanischen Ländern und in Frankreich unter die TOP 10 der meistgesehenen TV-Sendungen. Titanic wurde im Kino und im TV gleichermaßen ein Welterfolg. Der Film war immerhin sieben Jahre nach Kinostart und ungeachtet der Ausstrahlungshäufigkeit sowie seiner Länge ein TOP 10 Erfolg in sechs lateinamerikanischen Ländern, in Griechenland und in Russland. Unter den TOP 10 Sendungen des Jahres 2004 befindet sich wenig Neues Rund ein Drittel der TOP 10 Programme, genau 36 Prozent, gehören zum Bereich Entertainment. Darunter sind 13 Prozent Special Event Shows, neun Prozent Reality Shows, fünf Prozent Game Shows, vier Prozent Variety Shows, zwei Prozent Comedy Shows und ein Prozent Talk Shows. Am beliebtesten ist Entertainment in den USA und in Kanada mit einem Anteil von 55 Prozent an den TOP 10 Sendungen. In Europa hat das Genre mit 41 Prozent etwas schlechter abgeschnitten. Im Vergleich zum Vorjahr ging 2004 der Anteil von Entertainment an den quotenreichsten TV-Programmen um 15 Prozent zurück. Auch befinden sich unter den TOP 10 Programmen wenig neue Entertainment-Formate.
 
In den Hitlisten noch immer dabei sind die Reality Shows der ersten Generation wie Big Brother oder Idols (Deutschland sucht den Superstar). Es ist fast schon unmöglich, die Anzahl der Folgen dieser Shows zu zählen und zu überblicken. Reality TV ist mittlerweile ein kulturelles Phänomen, dessen Erfolgsrezepte immer stärker von anderen Formaten und Genres adaptiert werden. Ein Erfolgsgeheimnis des Reality TV ist zweifelsohne die Einbindung von Prominenten. "Ich bin ein Star - holt mich hier raus", 2002 erstmals in Großbritannien gezeigt, war auch 2004 noch in der TOP 10 Liste zu finden. Auch in vielen anderen Ländern gehörten Reality Shows zu den Quotenbringern: Celebrity Big Brother lief in Mexiko und Spanien sehr erfolgreich, Survivor All-Stars war ein Zuschauerhit in Australien und Celebrity Survivor 2 ein Erfolg in Italien. De Pfaffs, eine Sendung im Stile der Osbournes, gehörte zu den beliebtesten Sendungen Belgiens und kam im Jahresranking auf Platz drei. Strictly Come Dancing - die populäre BBC-Reality-Soap, in der sich Promis einem knallharten Tanztraining unterziehen, begeisterte in Großbritannien und in Australien.Schließlich gab es aber auch einige neue Formate, die erfolgreich waren, zum Beispiel in den USA das NBC-Format The Apprentice. Die erfolgreichste Folge kam mit 28 Millionen Zuschauern im US-Jahresranking auf Platz sieben. Noch immer beliebt sind Musik-Casting-Shows, die 40 Prozent der meistgesehenen Sendungen im Bereich Reality TV ausmachen. Den größten Erfolg dabei hatte das Format Idols (Deutschland sucht den Superstar), das in elf Ländern in den TOP 10 Programmen des Jahres 2004 landete und dreimal sogar Quotensieger wurde. Zum Vergleich: In 2003 gab es in 8 Ländern TOP 10 Platzierungen, in 2002 war es lediglich eine. Die Show Wer wird Millionär, die mittlerweile in 60 Ländern läuft, war vor allem in 2003 ein Quotenhit. Dafür sprechen TOP 10 Platzierungen in 13 Ländern und vier Spitzenpositionen. Für 2004 konstatiert die Studie einen leichten Popularitätsrückgang. Die Show kam nur noch in neun Ländern in die TOP 10, darunter besonders häufig in Osteuropa.
 
Mit dem Irak-Krieg, den US-Präsidentschaftswahlen und der Aufnahme der zehn osteuropäischen Länder in die EU gab es in 2004 eine Reihe politischer Ereignisse von hoher TV-Präsenz. Dem Genre News hat dies enormen Auftrieb beschert. Der Bereich News (Nachrichtensendungen, Politmagazine, politische Dokumentationen) hat mit 18 Prozent inzwischen einen soliden Anteil am Gesamtkuchen der beliebtesten TV-Sendungen erreichen können (siehe Chart auf S.1). Die täglichen Nachrichtensendungen sind dabei am erfolgreichsten. Aber auch das Format News-Magazin konnte punkten und kam zum Beispiel in Bosnien, Estland und Uruguay auf Platz eins der Jahrescharts.
Quelle: Goldmedia; www.goldmedia.de

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