ANZEIGE
Folgen Sie uns:
planung & analyse GmbH auf facebook.de planung & analyse auf twitter.de planung & analyse GmbH auf google+ planung & analyse GmbH auf xing

Editor's Pick


Anrufe nur von neun bis neun

Die Verbände der Markt- und Sozialforschung in Deutschland – ADM, ASI, BVM und DGOF – haben die Richtlinie für telefonische Befragungen novelliert.

Foto: Tim Reckmann / pixelio 

 Foto: Tim Reckmann / pixelio

Wie der ADM Arbeitskreis Deutscher Markt- und Sozialforschungsinstitute mitteilt, wurde die Richtlinie in Abstimmung mit der Bundesnetzagentur neu formuliert. Sie war im Jahr 1996 erstmals veröffentlichte worden und wurde seitdem mehrmals modifiziert.

Dabei wurden insbesondere die Regeln zu den zulässigen Anrufzeiten und zur Zahl der maximal erlaubten Kontaktversuche konkretisiert. Jeder Anruf bei einem privaten Haushalt wegen eines telefonischen Interviews könne zu einem bestimmten Zeitpunkt als störender Eingriff in die Privatsphäre empfunden werden, schreibt der ADM. Um diese Gefahr zu minimieren, haben die Verbände beschlossen, die zulässigen Anrufzeiten für telefonische Interviews auf bestimmte Zeiten zu begrenzen:

• von Montag bis Freitag zwischen 9 und 21 Uhr,
• an Samstagen zwischen 10 und 20 Uhr,
• an Sonntagen und gesetzlichen Feiertagen zwischen 10 und 18 Uhr (wenn es aus methodischen Gründen zur Durchführung der Befragung nachweislich notwendig ist).

Damit die Ausschöpfungsquote als wichtiges Qualitätsmerkmal erreicht werden kann, dürfen die für eine Befragung ausgewählten Telefonnummern mehrmals angerufen werden, damit ein Kontakt zustande kommt, so die neue Richtlinie. Zu häufige Kontaktversuche stellen allerdings einen störenden Eingriff in die Privatsphäre der angerufenen privaten Haushalte dar. Deshalb dürfen pro Befragung und ausgewählter Telefonnummer höchstens zehn Kontaktversuche erfolgen; davon maximal vier Kontakte an einem Tag.

Durch den Einsatz automatischer Wähleinrichtungen kann es vorkommen, dass ein Kontaktversuch abgebrochen wird, weil in diesem Augenblick kein Interviewer zur Verfügung stand, obwohl es bereits zu einem Klingelzeichen gekommen ist oder der Anruf entgegengenommen wurde. Der Anteil dieser Kontaktabbrüche, auch „stillen Anrufe" genannt, darf pro Tag ein Prozent aller Kontaktversuche bei existierenden Telefonnummern nicht übersteigen.

„Die aktuelle Novellierung der „Richtlinie für telefonische Befragungen" ist ein Beispiel für gelungene Selbstregulierung der deutschen Markt- und Sozialforschung“ betont Hartmut Scheffler, Vorstandsvorsitzender des ADM. Ziel der Novellierung war es, die Durchführung telefonischer Befragungen zu Zwecken der Markt- und Sozialforschung so zu gestalten, dass die methodischen Qualitätsanforderungen und die Persönlichkeitsrechte der angerufenen Personen gleichermaßen gewahrt werden und damit die Teilnahmebereitschaft der Bevölkerung langfristig erhalten bleibt. (pua)

Facebook Twitter Google LinkedIn Xing RSS Email