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Apotheker fragen zu selten nach

Apotheker fragen bei Kunden zu selten nach: Jeder Zweite gibt an, selten oder nie von einem Apotheker danach gefragt zu werden, welche Medikamente er neben der aktuellen Verordnung noch zu sich nimmt.
 
Besser beurteilen die Verbraucher die Ärzte, die bei 61 Prozent der Befragten immer nach ihrem Medikamentengebrauch fragen. Allerdings hat auch hier jeder Dritte angegeben, dass er nur manchmal (14 Prozent), selten (8 Prozent) oder nie (14 Prozent) von seinen Medizinern danach befragt wird.
 
Den Beipackzettel ihrer Medikamente lesen nach eigenen Angaben 66 Prozent der Befragten immer und nur 17 Prozent selten oder nie. Ebenfalls 17 Prozent glauben fälschlicherweise, dass Wechselwirkungen keine oder allenfalls eine geringe Gefahr darstellen. Vor allem in niedrigen Einkommensgruppen (monatliches Nettoeinkommen von weniger als 1500 Euro) ist diese Fehleinschätzung mit 26 Prozent noch häufiger anzutreffen.
 
Bei den Fragen zum eigenen Verhalten zeigte ein erheblicher Anteil der Befragten auch selbst einen sorglosen Umgang mit Arzneimitteln. So gab jeder Achte an, dass er schon verschreibungspflichtige Medikamente genommen hat, die gar nicht für ihn bestimmt waren. Unter den 18- bis 25-Jährigen war es sogar jeder Fünfte. Und jeder vierte nimmt mehrmals oder häufig verschreibungspflichtige Medikamente von früheren Erkrankungen, ohne das mit dem Arzt abzusprechen. Mit 30 Prozent haben dies vor allem die Befragten mit einem monatlichen Nettoeinkommen von mehr als 4000 Euro überdurchschnittlich oft angegeben.
 
Wenn sie Medikamente aus ihrem häuslichen Arzneischrank holen, achten 29 Prozent der Befragten nicht immer auf das Verfalldatum. Bei den 18- bis 25-Jährigen waren es sogar 38 Prozent. Jeder Achte kontrolliert nur alle vier Jahre oder noch seltener seine Hausapotheke auf abgelaufene Medikamente. Besonders riskant: 19 Prozent derjenigen, die nicht auf das Verfalldatum ihrer Medikamente achten, kontrollieren gleichzeitig seltener als alle drei Jahre oder nie ihre Hausapotheke auf abgelaufene Mittel.
 
Der Umgang mit Schmerzmitteln ist besonders lax: 13 Prozent der Befragten gaben an, dass sie mindestens einmal pro Woche Schmerzmittel nehmen. Sechs Prozent nehmen die Mittel sogar täglich und bei den Erwerbslosen zehn Prozent. Gleichzeitig gaben 17 Prozent an, dass sie Schmerzmittel bereits länger als erlaubt eingenommen haben, und 15 Prozent sagten, dass sie zwar noch nicht in der Situation waren, bei Bedarf aber durchaus die empfohlene Einnahmedauer überziehen würden.
 
Das sind die Ergebnisse einer aktuellen Umfrage von Forsa im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK). Für die bevölkerungsrepräsentative Umfrage wurden zwischen dem 1. und dem 9. Juli 2009 1.000 Menschen telefonisch befragt.
Quelle: Techniker Krankenkasse; www.tk-online.de

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