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Editor's Pick


Auf dem Weg zum digitalisierten Lifestyle

Mit "Digital Lifestyle" wird die neu entstehende Welt der digitalen Unterhaltungselektronik für den Hausgebrauch bezeichnet, in der Flat-TV, digitale Foto- und Filmkameras sowie DVD-Recorder, Multimedia-Player und-Center an der Tagesordnung sind. Ein besonders hohes Maß an Innovationsfähigkeit und Schnelligkeit zeichnet die Hersteller von Consumer Electronics aus, die jährlich mit rund 5.300 Neuigkeiten aufwarten. Im letzten Jahr überstieg der Umsatz mit digitalen Geräten der Konsumelektronik erstmals den der analogen Produkte und legte um 29 Prozent auf 5,5 Mrd. Euro zu. Für dieses Jahr wird mit einem erneuten Anstieg um 0,8 Mio. Euro gerechnet. Die deutschen Verbraucher geben jährlich gut 18 Mrd. Euro für Konsumelektronik aus. In dieser Summe sind nicht nur Geräte der Unterhaltungselektronik, sondern auch Handys (2,72 Mrd. Euro), private PCs (1,72 Mrd.) und Notebooks (1,59 Mrd.) enthalten.
 
Das Thema "Konvergenz" ist schon seit zehn Jahren im Gespräch, doch erst jetzt wird das Potenzial der Integration von Computertechnologie in die Unterhaltungselektronik greifbar: Digitalisierte TV-Inhalte, DVDs, Musik im MP3-Format genießen beim Endkunden höhere Popularität. Die Geräte werden immer universeller einsetzbar. Mit dem Computer wer den Musikstücke aus dem Internet geladen und auf den MP3-Player gespielt, TV-Konsolen haben einen DVD-Player. Der Videorecorder erhält eine Festplatte wie ein PC. Es gibt Handys zum Musik hören, Spielen und Fotografieren; mit Digitalkamras kann man filmen, mit dem DVD-Player Fotos zeigen. Dieser tief greifende Veränderungsprozess, trifft manchen Hersteller von analogen Geräten mit großer Härte. Alte Produktkategorien verschwinden vom Markt und werden durch neue ersetzt werden. Der Markt für analoge Video- und Audiogeräte verliert jedes Jahr beträchtlich an Wert. Die hohe Marktsättigung sowie der enorme Verfall der Preise beschleunigt den Niedergang der Klassiker der Unterhaltungselektronik.
 
Die Ausstattung der Privathaushalte mit modernen Kommunikationstechnologien wird immer besser. 62 Prozent der Haushalte verfügten Ende letzten Jahres über einen PC oder Laptop. In fast jeder Wohnung steht ein Fernsehgerät, jedes zweite TV hat einen Kabelanschluss. Im Jahr 1998 gab es nur in jedem neunten Haushalt ein Handy, 2003 waren drei Viertel der Deutschen mobil erreichbar. Der Zugang zum Internet erfolgt hierzulande immer noch fast ausschließlich via PC. Nur jeder fünfte Internet-Anschluss ist breitbandig. DSL ist mit einem Anteil von 96 Prozent die vorherrschende Technologie. Die Zahl der Breitbandanschlüsse wird sich in Deutschland von 4,7 Mio. im Jahr 2003 auf etwa 17 Mio. bis 2008 erhöhen. Als Wachstumstreiber werden Internet-Musikdienste und -Videotheken ausgemacht. Nach DVD-Playern und Digitalkameras haben sich Flachbildschirme zum absoluten Verkaufsrenner der Unterhaltungselektronik entwickelt. Schätzungen zufolge werden in Deutschland in diesem Jahr mehr als 550.000 LCD- und Plasma-Fernseher verkauft werden, was gegenüber dem Vorjahr (211.000) mehr als einer Verdoppelung des Marktes entspricht. Um 40 Prozent aufwärts ging es gleichzeitig mit Rück- und Frontprojektionsgeräten. Insgesamt erhöhte sich der Umsatz mit neuen TV-Displays um 74 Prozent. Großformatige, flache Plasma-Fernseher, die wie ein großes Bild an die Wand gehängt werden, zählen zu den neuen Statussymbolen und sind aufgrund der hohen Anschaffungskosten derzeit noch vornehmlich bei den Besserverdienden zu finden.
 
Das Home-Entertainment-Geschäft erweist sich als krisenfest: Mit dem Verkauf und Verleih von Spielfilmen auf DVD werden hierzulande fast so hohe Umsätze erzielt wie mit Kinokarten. Voraussetzung für das perfekte Kino-Erlebnis im Wohnzimmer sind eine möglichst große Bilddarstellung und realistischer Surround-Klang. Zu relativ günstigen Preisen werden übergroße Rückprojektionsfernseher angeboten, häufig im Komplettpaket mit integriertem Satelliten-Receiver bzw. DVD-Player. Die interessanteste Alternative für Großbild-Fans sind Video-Beamer. Projektionsgeräte haben trotz der relativ hohen Preise den Weg in die Wohnzimmer gefunden, sie werden vor allem von Fußball- und Kinofans, die das Event mit Freunden zuhause teilen wollen, geschätzt. Das erste Quartal 2004 hat den Händlern einen durchschnittlichen Umsatzzuwachs von 11 Prozent im Beamer-Geschäft beschert. Mit Preisen von teilweise unter 1.000 Euro kommt der private Markt in Schwung - gerechnet wird mit einer Steigerung von jährlich 20 Prozent.
 
Das digitale Fernsehen setzt in Deutschland zum Siegeszug an. Die Umstellung der Fernsehausstrahlung von der analogen zur digitalen Technik wird durch den Ausbau des digitalen terrestrischen Fernsehens in großem Stil vorangetrieben. Im Jahr 2010 soll es in Deutschland keine analog ausstrahlenden TV-Sender mehr geben. Mehr als 2,5 Mio. Settop-Boxen wurden im letzten Jahr abgesetzt - hier kam es zu einem Plus von fast 15 Prozent. Ein echter Mehrwert der Digitaltechnik steckt im mobilen Empfang. So lassen sich Fernsehgeräte mit DVB-T-Antenne überall mitnehmen: in den Garten, ins Bad oder Schlafzimmer.
 
Mit dem Siegeszug der DVD wurde das Ende des analogen Videorecorders eingeläutet. Mit einem Umsatzminus von 43 Prozent auf 193 Mio. Euro und einem Rückgang der Verkaufsstückzahlen um 33 Prozent auf 1,33 Mio. war der analoge Videorecorder der große Verlierer der Unterhaltungselektronik. Bei den DVD-Playern scheint nach sechs Jahren mit 5,7 Mio. Stück abgesetzten Einheiten der Zenit überschritten. Hier zeigen sich die Auswirkungen des Preisverfalls besonders deutlich: Trotz weiterhin steigender Absatzzahlen ist der Umsatz im Jahr 2003 um 186 Mio. Euro auf 539 Mio. Euro geschrumpft. DVD- und Festplattenrecorder stehen am Anfang einer vielversprechenden Karriere. Mit Verkaufspreisen um die 500 Euro wurden die neuen digitalen Aufzeichnungsgeräte erschwinglich, die mehr Komfort und Qualität bieten. Noch befinden sich Recorder mit Festplatte in Deutschland auf Außenseiterposition. Doch im US-Markt sind sie schon längst ein Verkaufsrenner und es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis die Welle den hiesigen Markt erreicht.
 
Der Spielemarkt boomt - auf TV-Konsolen, Handys oder via Internet. Junge Männer und Jugendliche können sich dem Reiz der Videospiele nur schwer entziehen - auf allen Kanälen wird heute "gedaddelt". Das Gaming-Gesamtmarktvolumen lag 2003 bei rund 1,13 Mrd. Euro - gegenüber rund einer Milliarde im Jahr zu vor. Die Umsätze der Spielebranche sind heute höher als die der Filmtheater. Auch das Fernsehen wird durch Videospiele verdrängt. Das Wachstum hält an: In den ersten sechs Monaten 2004 ist eine Absatzsteigerung um 11 Prozent nach Stückzahlen auszumachen. Jetzt blicken Hersteller von Spielezubehör, Headsets und Grafikkarten mit Optimismus auf das bevorstehende Weihnachtsgeschäft. In Zukunft wird es noch mehr Einsatzmöglichkeiten für elektronische Spiele geben. Zum Jahreswechsel steht in Europa die Einführung der nächsten Konsolen-Generation an. Sony kommt mit der portablen Playstation PSP, Sony wird mit der Neuheit PSX Videokonsole und DVD-Recorder vereinen. Nintendo kommt mit einem neuartigen Mobilgerät, das mit WLANFunktion ausgestattet ist. Im letzten Jahr wurde ein Umsatzvolumen von 600 Mio. Euro mit Videogames (Software) erzielt. Konsolenspiele haben Computerspiele schon lange überrundet. Das PC-Entertainment legte im letzten Jahr nur noch leicht (+1,6 Prozent) auf 412,7 Mio. Euro zu. Ungünstig sehen die Rahmenbedingungen bei Info- und Edutainment aus, die Umsätze sinken schon seit 2001. Im letzten Jahr wurden in diesem Software-Segment nur 156,4 Mio. Euro investiert. Die Ausgaben für Videospiele-Hardware sind im letzten Jahr um mehr als ein Fünftel geschrumpft, gleichzeitig legte der Software-Markt um ein Zehntel zu. Die Zahl der verkauften Konsolenspiele erhöhte sich von 13,3 Mio. auf 16,0 Mio. Stück, der Umsatz zog um mehr als 15 Prozent auf 546,3 Mio. Euro an.
 
Die Digitalfotografie hat die Fotografie revolutioniert. 2003 verkauften Händler bundesweit fast fünf Millionen Digitalkameras, in diesem Jahr werden es wohl mehr als sieben Mio. sein. 87 Prozent aller verkauften Fotokameras in Deutschland waren im letzten Jahr digitaler Art. Die Modellvielfalt nimmt zu, die Preise sinken. Bei einem Verkaufsplus von 121 Prozent hat sich der Umsatz im letzten Jahr mit einem Zuwachs von 64 Prozent unterproportional ausgeweitet. Die Zahl von fast 500 neuen Digitalkamera-Modellen im letzten Jahr zeigt die große Dynamik in diesem Markt, Ende des Jahres 2003 wurden fast 1.500 Digicam-Modelle angeboten. Neun von zehn der verkauften Kameras verfügten über eine Auflösung von mehr als drei Megapixel. Die meisten Kameras werden mit Preisen bis zu 300 Euro auf dem Markt angeboten. Die Konsumenten haben sich auf das günstige Preisniveau eingestellt: 32,3 Prozent der Kaufinteressenten sehen sich in der Preisklasse bis 300 Euro um, nur 26,9 Prozent akzeptieren auch einen höheren Preis. Rund 17 Prozent aller Digitalkameras wurden im letzten Jahr über den Lebensmittel-Einzelhandel verkauft. Bei der neuen Generation der Mobiltelefone handelt es sich um Multifunktionsgeräte, mit denen man auch akzeptable Fotos machen kann. Bereits im letzten Jahr wurden mehr Fotohandys als Digitalkameras verkauft. 2004 wird mit 13 Mio. Fotohandys gerechnet. Der Anteil von Handy-Modellen ohne diese Funktion fiel auf rund 40 Prozent zurück. An Attraktivität eingebüßt haben Geräte, mit denen man nur einfache Schnappschüsse machen kann. Im Trend liegen Cameraphones der neuesten Generation, auf die derzeit rund zwei Fünftel des Absatzes entfallen. Fotos vom Handy lassen sich als E-Mail via PC oder per MMS direkt an andere Mobiltelefone oder zum Ausdruck an Print-Terminals senden. Überproportional zum Anstieg des Kameraabsatzes nimmt die Zahl der Digitalprints zu. In Deutschland werden 2004 mindestens 1,5 Mrd. Bilder mit digitalen Kameras aufgenommen - die Hälfte als Homeprint. 250.000 Fotoprinter wurden im letzten Jahr verkauft, der Zuwachs betrug 25 Prozent. Der Umsatz mit digitalen Speicherkarten hat sich im letzten Jahr um 70 Prozent auf 5,5 Mio. verdoppelt.
 
Der klassische HiFi-Bereich gerät auf Grund der durchgehenden Digitalisierung der Unterhaltungselektronikwelt auf Abseitsposition. Bei stationären Audiogeräten ist die Marktsättigung hoch. Drei Viertel der Deutschen sind im Besitz einer HiFi-/Stereoanlage. 53 Prozent besitzen eine Anlage, bei 15 Prozent sind zwei Anlagen im Gebrauch und 7 Prozent verfügen sogar über drei und mehr HiFi-/Stereoanlagen. Die Umsätze der HiFi-Branche in Deutschland und in Europa fielen in den letzten Jahren jeweils zweistellig zurück: Von 2000 bis 2003 schrumpfte der stationäre Audiomarkt um 419 Mio. auf 1.094 Mio. Euro, was einem Verlust von 28 Prozent entspricht. Die Konsumenten decken sich mit HiFi-Geräten preisbewusster ein. Die Konzentration auf der Handelsseite und die Niedrigpreisstrategie der großen Flächenmärkte führt zu einem stetigen Preisverfall im Audiomarkt. Trotz des Erosionsprozesses machte der klassische Audio-Sektor im letzten Jahr noch 64 Prozent des Marktes aus, 36 Prozent entfielen auf Portable Audio einschließlich MP3-Player. Letztere haben bei Jugendlichen weitgehend den Walkman ersetzt. Die MP3-Technik verändert viele Musikgeräte: Fast alle großen Hersteller haben CD-Player, Komplettanlagen oder CD-Radios ins Programm genommen, die auch selbst gebrannte CDs mit MP3-Musik abspielen können. MP3 ist zum Massenmarkt geworden. Inzwischen ist der Zeitpunkt erreicht, an dem nicht nur die junge Generation die Player kauft. Im letzten Jahr sind die Verkaufszahlen der MP3-Player in Deutschland von 106.000 auf 870.000 hochgeschnellt, der Umsatz hat sich auf 108 Mio. Euro mehr als vervierfacht. Der Verkauf von Musikstücken über Online-Dienste soll nachlassende CD-Verkäufe zum Teil kompensieren und das illegale Downloaden eindämmen. Experten schätzen, dass der Markt für Musik-Downloads bis zum Jahr 2009 ein Volumen von mehr als 3,5 Mrd. Euro erreichen wird.
 
Je besser die Haushalte mit moderner Technik ausgestattet sind, um so mehr Consumer Electronics werden gekauft. So ist bei 55 Prozent derjenigen, die noch nicht in die digitale Welt eingestiegen sind, keine Kaufabsicht erkennbar. Auf der anderen Seite wollen 52 Prozent derjenigen, die bereits vier und mehr Geräte besitzen, weiter ins digitale Equipment investieren. Kaufauslöser ist häufig die digitale Foto- und Videografie, für deren optimale Anwendung die Anschaffung mehrerer Geräte sinnvoll ist.
Quelle: FOCUS Magazin Verlag GmbH; esther.krizek@focus.de

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