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Bescheidener leben - Bundesbürger im Sparzwang

Die Teuro-Debatte, die konjunkturelle Krise, neue Belastungen durch Steuern und Abgaben lösen bei den deutschen Verbrauchern derzeit Hamsterreaktionen aus. Die Sparkonsumenten geben den Ton an und der Erlebniskonsum stagniert auf breiter Ebene. Im Vergleich zum Vorjahr ging der Anteil der regelmäßigen Einkaufsbummler von 36 auf 33 Prozent und der Kinogänger von 14 auf 12 Prozent zurück. Stagnierende Besucherzahlen weisen auch Restaurants, Freizeitparks und Sportveranstaltungen auf.
 
Die Verbraucherstimmung bewegt sich zwischen Pessimismus und Pragmatismus, Sparzwang und Schnäppchenjagd. Zwar ist den Detuschen die Freizeitimmer noch lieb, aber den Erlebniskonsum in der Freizeit muss man sich auch leisten können und daran hapert’s jetzt bei vielen.
 
Jugendliche schränken ihre Kinobesuche ein (2001: 44% - 2002: 40%), Singles gehen weniger in die Kneipe (43% /39%), Paare reduzieren ihre Restaurantbesuche (37%/34%) und Familien mit Kindern machen weniger Wochenendfahrten (18%/11%). Konsumintensive Freizeitangebote bekommen die Knappheit der Haushaltsbudgets am meisten zu spüren.
 
Lebensnotwendige Ausgaben für den täglichen Bedarf (Essen, Trinkern, Kleidung und Körperpflege) sowie laufende Ausgaben für Miete, Versicherungen und Schuldentilgung lassen wenig Spielraum für frei verfügbare Freizeitbudgets. Die Verbraucher verhalten sich zurückhaltend und verlagern einen Teil ihres Erlebniskonsums in die Zukunft - von der Urlaubsreise über die Ausgaben für Hobby und Sport bis hin zum Autokauf. Mit der sinkenden Kaufkraft verringert sich die Kaufbereitschaft, während gleichzeitig der Nachholbedarf wächst.
 
Das Wohlfühlen in den eigenen vier Wänden wird wieder wichtig: Mit Kindern spielen (2001: 25% - 2002: 26%), Heimwerken (21%/23%) und Gartenarbeit (39%/43%). Gekauft wird das, was notwendig ist. Von Kaufrausch keine Spur, von Konsumaskese aber auch nicht. Freizeit bleibt Konsumzeit. Aber gelebt wird mehr nach dem Grundsatz: "Ich muss nicht immer Geld ausgeben." Und eine neue Erfahrung stellt sich ein: Konsum konsumiert Zeit. Wer viel konsumiert, gerät schnell in Zeitnot. Wer hingegen weniger konsumiert, kann mehr den eigenen Zeitwohlstand genießen. "Seinen Gedanken nachgehen" (2001: 34% - 2002: 36%) ist schließlich kostenlos zu haben. So bleibt mehr Zeit für sich - und vielleicht auch für andere.
 
Quelle: BAT Freizeit-Forschungsinstitut; Freizeitforschung@Bat.de

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