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Betreuungsnotstand: Kritische Situation für Singles und Wiener

Die Gebrechen der alternden Gesellschaft werden immer deutlicher. Vor fünfeinhalb Jahren erklärten noch 77 Prozent der Österreicher, sie hätten jemand, der sie betreuen würde, falls sie krank werden und für längere Zeit das Bett hüten müßten. Mittlerweile können nur mehr 73 Prozent eine solche Antwort geben. 21 Prozent sagten zuletzt aus, daß sich ihre Betreuung schwierig gestalten würde. In der vergangenen Erhebung waren es lediglich 16 Prozent, die sich bei längerer Bettlägrigkeit unversorgt fühlten. Neben dem Alterungsprozeß fallen insbesondere der Trend zur Kleinstfamilie sowie die Schwierigkeit berufstätiger Frauen, sich pflegebedürftigen Verwandten zu widmen, ins Gewicht. Eine Verschärfung der Situation könnte sich auch aus den Sparmaßnahmen im Krankenhauswesen mit der Konsequenz verkürzter Spitalsaufenthalte ergeben.
 
Die stark veränderte Familienstruktur wirkt sich auf die gesundheitliche Versorgung aus. In Familien mit drei oder mehr Personen können 80 Prozent der Mitglieder mit der Gewissheit leben, auch in einer längerfristigen gesundheitlichen Krise betreut zu werden, von den Alleinstehenden hat jedoch nur jeder Zweite ein ähnlich beruhigtes Gefühl. Fast zwei Fünftel der befragten Singles erklärten unumwunden, daß ihre Betreuung ein erhebliches Problem darstellen würde. Als besonders kritisch beschrieben ansonsten (wie bereits 1998) Angehörige der älteren Generation, außerdem einfache Arbeiter und Wiener ihre Situation. In der Bundeshauptstadt erklärte sogar ein Drittel der Befragten, daß ihre Betreuung im Falle einer längeren Bettlägrigkeit schwierig sei.
 
Diejenigen Österreicher, die sich auch bei einer Erkrankung versorgt fühlen können, bauen zu mehr als 90 Prozent auf die Hilfe von Verwandten. Zwölf Prozent dieses Kreises gaben an, daß ihnen jemand aus der Bekanntschaft zur Seite stehen würde; drei Prozent rechnen mit Hilfe aus der Nachbarschaft, vier Prozent mit einem Sozialdienst. Abermals zeigt sich die Anfälligkeit der allein lebenden Personen für den Betreuungsnotstand: Im Gegensatz zur Masse der Bevölkerung sind die Singles bei einer längeren Bettlägrigkeit nämlich in der weit überdurchschnittlichen Zahl von 31 Prozent auf die Unterstützung aus der Bekanntschaft angewiesen. Auch der Appell an die Hilfsbereitschaft von Nachbarn erfolgt von Personen in Einzelhaushalten vergleichsweise häufiger als von der übrigen, in größeren Haushalten lebenden, Bevölkerung.
Quelle: Imas International; office@imas.at

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