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Bundestagswahl: Mannheimer Forscherteam erneut mit guter Prognose

Politikwissenschaftler sagten schon im August 42 Prozent für Rot-Grün voraus und lagen auch jetzt mit ihrem Wahlprognose-Modell wie schon 2002 genauer als Umfragen gängiger Meinungsforschungsinstitute. Dr. Thomas Gschwend (Universität Mannheim) und Professor Dr. Helmuth Norpoth (Stony Brook University, New York) hatten erneut Recht: Im Gegensatz zu den gängigen Meinungsforschungsinstituten, die im Juni alle einen klaren Wahlsieg für Schwarz-Gelb prognostizierten, hatten die beiden Politikwissenschaftler bereits zu diesem Zeitpunkt voraus gesagt, dass es nach der Bundestagswahl keine Regierungskoalition von CDU/CSU und FDP geben wird. Mit Hilfe ihres Wahlprognosemodells hatten Gschwend und Norpoth im August dann ein Ergebnis von 42,0 Prozent für Rot-Grün prophezeit - was mit nur vier Zehntelprozentpunkten Unterschied dem vorläufigen amtlichen Endergebnis der gestrigen Bundestagswahl entspricht.
 
Ihre Ergebnisse beziehen die Wissenschaftler aus einem Prognosemodell, das bei der Bundestagswahl 2002 seine Feuertaufe bestanden hat: Entgegen aller Prognosen der Meinungsforscher sagten Gschwend und Norpoth vor drei Jahren das spätere Ergebnis bis auf den Zehntelprozentpunkt genau voraus. Während die Meinungsforschungsinstitute mit Umfrage gestützten Methoden Momentaufnahmen der politischen Stimmung liefern, beruht die Prognose des Forscherteams aus Mannheim und Stony Brook auf einem wahlstatistischen Modell. Dieses Modell bezieht drei Faktoren ein: Den langfristigen Wählerrückhalt der Regierungsparteien, ihre Abnutzung im Amt - gemessen an der Zahl der Amtsperioden der Regierung - und die Popularität des amtierenden Kanzlers in Umfragen im Zeitraum von zwei Monaten vor einer Bundestagswahl.
 
Dr. Thomas Gschwend und Prof. Dr. Helmut Norpoth forschen an zwei international renommierten Instituten: Die Stony Brook University gehört zu den führenden politikwissenschaftlichen Forschungseinrichtungen in den USA, insbesondere im Bereich der Wahl- und Einstellungsforschung. Das Mannheimer Zentrum für Europäische Sozialforschung, an dem Dr. Thomas Gschwend arbeitet, ist das größte Forschungsinstitut der Universität Mannheim, die bundesweit zu den besten Hochschulen im Bereich der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften zählt.
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