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Bundestagswahl: Politikwissenschaftler errechnen 52,9 Prozent für Schwarz-Gelb

Die schon 2002 und 2005 erfolgreiche Formel zur Prognose des Wahlausgaungs sieht für die Bundestagswahl 2009 Union und FDP als Sieger.
 
2002 und 2005 standen Prof. Thomas Gschwend von der Universität Mannheim und sein Kollege Prof. Helmut Norpoth von der Universität Stony Brook (New York) mit ihrer Prognose zur Bundestagswahl ziemlich allein da: Anders als sämtliche Meinungsforschungsinstitute hatten sie keine Mehrheit für Schwarz-Gelb prognostiziert - und der Wähler gab ihnen letztlich recht. Mit ihrem statistischen Modell sagten Gschwend und Norpoth das Ergebnis der Bundestagswahl 2002 bis auf den Zehntelprozentpunkt exakt voraus. Und auch 2005 prognostizierten sie als erste eine Große Koalition.
 
Anders als die Meinungsforschungsinstitute verlassen sich Gschwend und Norpoth nicht auf umfragegestützte Momentaufnahmen der politischen Stimmung, sondern auf ein eigenes wahlstatistisches Modell, das drei Faktoren berücksichtigt:
Erstens den langfristigen Wählerrückhalt der Regierungsparteien - gemessen als durchschnittlicher Wahlerfolg bei den vorangegangenen drei Bundestagswahlen.
Dazu kommt zweitens der mittelfristig wirksame Abnutzungsprozess der Regierung im Amt - gemessen an der Zahl der Amtsperioden.
Drittens bezieht das Modell die durchschnittliche Popularität des amtierenden Kanzlers oder der Kanzlerin ein - gemessen durch entsprechende Werte in Umfragen im Zeitraum von ein und zwei Monaten vor der Bundestagswahl. Mit Hilfe statistischer Analyseverfahren berechnen Thomas Gschwend und Helmut Norpoth, wie das Zusammenwirken dieser drei Faktoren zu gewichten ist und wie sie sich auf die Stimmabgabe auswirken.
 
Die Formel von Gschwend und Norpoth lautet für die Bundestagswahl 2009 in voller Länge:
Prognose für Schwarz-Gelb = - 5,6 + 0,75*(PAR) + 0,38*(KAN) - 1,53*(AMT)
 
"PAR" steht dabei für den langfristigen Wählerrückhalt der Regierungsparteien (Mittel der Stimmenanteile bei den letzten drei Bundestagswahlen), "KAN" für die Kanzlerunterstützung (unter Ausschluss von Unentschlossenen) und "AMT" für den Abnutzungseffekt (Anzahl der Amtsperioden der Regierung).
 
Zwei der drei Faktoren sind schon lange bekannt. Die Bundeskanzlerin tritt zum ersten Mal zur Wiederwahl an und hat damit mit einer geringen Abnutzung im Amt zu kämpfen und Schwarz-Gelb kann sich auf einen langfristigen Wählerrückhalt von 44,1 Prozent verlassen. Hinzu kommen die Popularitätswerte von Angela Merkel von 71 Prozent (Juli-August im Schnitt). Diese Werte der ersten Kanzlerin in der Geschichte der Bundesrepublik sind im Vergleich zu denen ihres Herausforderers Frank-Walter Steinmeier von der SPD auf einem historischen Hoch. Sie untermauern damit eine Vorhersage, die Gschwend und Norpoth schon im Juli in der Financial Times Deutschland veröffentlicht hatten. Alles in allem ergibt sich für den 27. September 2009 ein Zweitstimmenanteil von 52,9 Prozent für Schwarz-Gelb.
Quelle: Universität Mannheim; www.mzes.uni-mannheim.de

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