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Editor's Pick


Der Countdown läuft

Morgen früh um fünf Uhr wird vermutlich feststehen, ob die Briten in der EU bleiben oder nicht, ob es einen Black Friday oder einen Run auf europäische Aktien geben wird, ob der nächste London-Urlaub mit dem Personalausweis oder Reisepass geplant werden muss. Das Referendum für oder gegen den Austritt der Briten aus der EU ist eine Chance für Umfrageinstitute. Eine Auswahl.

Bild: pixabay.com 

 Bild: pixabay.com

Der Deutschlandfunk interviewte den YouGov Chef Stephen Shakespeare zu seinen Befragungen. Seit Wochen und auch noch heute und die ganze Nacht befragt YouGov online die Briten nach ihrem vermutlichen Wahlverhalten. Eine Prognose nach Schließung der Wahllokale wird es nicht geben. Shakespeare glaubt: „Nach jetzigem Stand kann ich sagen, es wird eigentlich ein zu knappes Rennen sein, als dass man da eine bestimmte Aussage treffen könnte.“

Da sind die Wettbüros mutiger, die ja auf den Ausgang des Referendums wetten und derzeit einen Vorsprung für „Remain“ vorhersagen. „Sie wetten nämlich auf den tatsächlichen Ausgang einer Wahl“, erklärt Shakespeare den Unterschied, „während wir dagegen immer nur das jeweilige Stimmungsbild tagesgenau abbilden […] insofern haben wir vollständig unterschiedliche Aufgaben“.

In dem Gespräch gibt der YouGov-Chef auch Auskunft über die Fehler der Marktforschung bei den vergangenen Parlamentswahlen. Shakespeare: „Es waren sogar zwei Fehler. Der erste Fehler bestand darin, dass wir die älteren Menschen als eine einheitliche Gruppe auffassten, die 60- bis 70-Jährigen zusammen mit den 70- bis 80-Jährigen oder den noch älteren. Wir behandelten sie, als wären sie eine homogene Gruppe, was aber nicht der Fall ist.“ Der noch größere Fehler sei gewesen, die Rolle der gleichgültigen oder politikfernen Menschen unter den jungen Menschen zu unterschätzten, die nicht zur Wahl gehen. „Wir haben den Einfluss der geringen Wahlbeteiligung unterschätzt und da die jungen Menschen grundsätzlich mehr zur Linken und zur Labour-Partei neigten, haben wir bei dieser Überschätzung eines erwarteten Zustroms zu den Urnen eine Vorteilsnahme für die Linke erzielt.“ Das führte zu einem sechsprozentigen Fehler. Jetzt sollte Abhilfe geschaffen sein.

>> Deutschlandfunk


YouGov ist freilich nicht der einzige Marktforscher, der derzeit in Sachen Brexit beschäftigt ist. Ipsos hat in einer Sonderausgabe seines Newsletters sämtliche Befragungen aus allen Blickwinkeln zusammengefasst. Auch die Frage an die Deutschen, was sich ändern wird, wenn Britannien die EU Verlassen sollte. Die Mehrheit der Deutschen (56 Prozent) glaubt, dass die Beziehung zwischen Deutschland und Großbritannien leiden wird. Die wirtschaftlichen Konsequenzen für die EU, die der Austritt mit sich bringen würde, sehen die Deutschen entspannter als die Befragten der anderen Länder. 39 Prozent der Bundesbürger fürchtet negative, ökonomische Folgen. Im EU-Durchschnitt denkt jeder Zweite so.

>> Absolute Newsletter von Ipsos


Natürlich sorgen sich auch die Firmen. Laut einer Umfrage des Ifo Institut München befürchten mehr als ein Drittel (38 Prozent) der Firmen des verarbeitenden Gewerbes in Deutschland  negative Auswirkungen auf ihr Geschäft. Keine Auswirkungen erwarten hingegen knapp 61 Prozent, positive Folgen gerade einmal ein Prozent. Insbesondere große Unternehmen mit über 500 Beschäftigten sind unruhig. Hier rechnen sogar 53 Prozent mit negativen Auswirkungen bei einem Brexit. Wenn Unternehmen im Exportgeschäft tätig sind, ist der Anteil ebenfalls leicht höher als im Schnitt, nämlich 41 Prozent.

>> www.cesifo-group.de


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