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Deutsche Privatanleger trotz Panik am Finanzmarkt gelassen

Sinkende Aktienkurse, staatliche Rettungsaktionen, Milliardenhilfspakete - diese Nachrichten beherrschten in den letzten Wochen die Schlagzeilen. Vor diesem Hintergrund hat die GfK Finanzmarktforschung die Meinung der Bundesbürger zur aktuellen Finanzkrise eingeholt. Trotz der Schreckensszenarien fühlt sich bisher nur ein eher geringer Teil der Bevölkerung persönlich betroffen. Insgesamt ist das Bild noch geprägt vom Vertrauen der Privatkunden in die deutschen Banken, vor allem in die des öffentlichen Sektors.
 
Die Erhebung fokussiert sich auf vier wesentliche Themenbereiche: das aktuelle sowie das geplante Finanzverhalten, Vertrauen in Institutionen sowie die Auswirkungen der Finanzkrise auf Konsumausgaben. Lediglich 22 Prozent aller Befragten fühlen sich von den Entwicklungen auf den Finanzmärkten persönlich betroffen. Selbst unter den privaten Kapitalanlegern in Deutschland ist diese Einschätzung mit 30 Prozent eher moderat ausgeprägt. Festzustellen ist aber ein deutliches Umschichten in sichere und renditestarke Anlageformen.
 
Insgesamt zeigt sich, dass deutsche Privatkunden bis heute eher gelassen auf die Turbulenzen der Kapitalmärkte reagieren. Die stärksten Auswirkungen der Finanzkrise auf jeden Einzelnen werden darin gesehen, persönlich als Steuerzahler für die anstehenden Verluste aufkommen zu müssen. Auch die Sicherheit der eigenen Altersvorsorge wird von 43 Prozent kritisch gesehen. Diese Skepsis ist besonders bei kapitalmarktaktiven Personen (Aktien-, Fonds- oder Zertifikatsbesitzer) in den mittleren Alterssegmenten verbreitet. Jüngere Personen bis 29 Jahre, die kaum in diese Anlageformen investieren, sehen für sich diesbezüglich aktuell keine konkreten Auswirkungen der Finanzkrise.
 
Insgesamt haben 16 Prozent aller Befragten nach eigenen Angaben Umschichtungen ihrer Geld- und Sparanlagen vorgenommen; 4 Prozent planen dies konkret innerhalb der nächsten drei Monate. Damit ist jeder fünfte Bundesbürger durch die Finanzmarktkrise motiviert worden, einmal getroffene Spar- und Anlageentscheidungen zu revidieren. Portfolio-Umschichtungen betreffen vor allem risikoreichere Geldanlagen. Dafür transferieren die Bürger ihr Geld in als sicher geltende aber renditestarke Anlagen. So hat sich das Volumen in Aktien, Fonds und Zertifikate reduziert, insbesondere bei Tages- und Festgeldkonten sind die Zuwächse hoch.
 
Ein Produktwechsel ist jedoch nicht unbedingt mit dem Wechsel des Geldinstituts verbunden. 91 Prozent der Befragten, die Anlagen umgeschichtet haben, sind ihrer Bank treu geblieben. Wechselt ein Kunde die Bank, gewinnen ihn meistens die öffentlich-rechtlichen Sparkassen. Dass die Sparkassen aus Sicht der Befragten als sehr solide angesehen werden, zeigt sich in der folgenden Tabelle: 69 Prozent aller Befragten - unabhängig vom Kundenstatus - sind der Überzeugung, dass bei den Sparkassen das Geld sicher angelegt ist. Bei den Kunden der Sparkassen erhöht sich diese Einschätzung auf stolze 76 Prozent. Dieser positive Wert wird lediglich von Hauptbankkunden der Sparda-Banken mit 88 Prozent übertroffen. Allerdings beurteilen diese Institute nur 42 Prozent aller Befragten als sicher. Insgesamt gilt: Das Vertrauen in eine Bank ist umso stärker, je intensiver die Kundenbindung ist.
 
Trotz des großen Vertrauens in das deutsche Bankensystem haben sich bereits 9 Prozent der Befragten dafür entschieden, zu Hause einen Notgroschen zu deponieren. Weitere 2 Prozent planen, dies in der näheren Zukunft zu tun. Dieser Sicherheitsgedanke ist vor allem bei der jüngeren weiblichen Bevölkerung stark ausgeprägt.
 
Die Ergebnisse der Untersuchung zeigen, dass die Privatkunden zwischen einer globalen Sichtweise und einer persönlichen Betroffenheit unterscheiden. So sehen 66 Prozent der Befragten den Gipfel der Finanzkrise noch nicht erreicht, mehr als die Hälfte glaubt, dass eine Weltwirtschaftskrise droht und fast jeder zweite sieht Deutschland auf dem Weg in eine Rezession. Dennoch haben nur 26 Prozent aufgrund der Finanzkrise Angst vor Arbeitslosigkeit. Ein Drittel sieht auch Chancen: Insgesamt 33 Prozent stimmen der Aussage zu, dass jetzt der richtige Zeitpunkt wäre, Aktien und Fonds zu kaufen, da die Kurse niedrig sind. Ein weiterer Indikator dafür, dass die Finanzkrise für die Befragten ein vorübergehendes Phänomen ist, lässt sich in den Aussagen zum Konsumverhalten finden. Ihre Konsumgewohnheiten aufgrund der Krise innerhalb der letzten drei Monate nicht geändert zu haben, geben 63 Prozent aller Befragten an. Jeder Fünfte hat sich zwar nach eigenen Angaben leicht eingeschränkt und gab etwas weniger aus - auf der anderen Seite haben immerhin 6 Prozent mehr konsumiert als vorher.
 
Für diese Studie wurden 1.024 repräsentativ ausgewählte Personen im Rahmen des GfK Online Panels (askGfK) am 11. und 12. Oktober befragt.
 
Quelle: GfK AG; www.gfk.com

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