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Deutsche lieben La Dolce Vita

Ein Teller Spaghetti, ein gutes Glas Rotwein und ein lauer Sommerabend auf der Piazza: Das entspricht dem Traumurlaub vieler Deutscher. Italien überholte im Tourismusjahr 2006/2007 Österreich als liebstes Auslandsreiseziel der deutschen Reisenden.
 
Außerdem steigt die Nachfrage nach Kultur- und Gesundheitsreisen. Das sind die aktuellen Ergebnisse des GfK-TravelScope der GfK Panel Services zum Reiseverhalten der Deutschen.
 
Insgesamt verreisten die Deutschen rund 126 Millionen mal mit mindestens einer Übernachtung. 60 Millionen dieser Reisen (47,7 Prozent) führten aus Deutschland hinaus zu internationalen Zielen. Mit insgesamt 14,7 Prozent wählten sie dabei Italien als Zielgebiet, vor Österreich (14,2 Prozent) und Spanien (13,6 Prozent), so lautet die Bilanz für den Zeitraum zwischen November 2006 und Oktober 2007, dem so genannten Tourismusjahr. Die Deutschen werden ihrem Titel als Reise-Weltmeister immer wieder gerecht, denn von rund 35 Millionen Haushalten leisteten sich immerhin zwei Drittel einen Urlaub. Viele fahren immer kürzer in die Ferien. .
 
Durchschnittlich werden nur noch 9,7 Nächte an einem Ort verbracht – im Jahr 2004 waren es noch 10,1 Nächte. Gerade die Kurzurlaube mit einer bis drei Übernachtungen standen im vergangenen Jahr nicht mehr so hoch im Kurs. Die Zahl sank von 48,3 Millionen auf 47,3 Millionen Reisen. Besonders zurückgegangen sind die Kurztrips ins Ausland, und zwar um 3,5 Prozent von 11,3 Millionen im Tourismusjahr 2005/2006 auf 10,9 Millionen Reisen im Jahr 2006/2007. Wenn die Deutschen für wenige Tage in die Ferne reisen, besuchen sie am liebsten die österreichischen Nachbarn (29,4 Prozent), Italien (14,6 Prozent) und die Niederlande (10,6 Prozent).
 
Dafür hat Spanien mit seinem reichhaltigem, kulturellem Erbe und dem warmen Mittelmeer den klaren Vorteil, klassisches Hauptreiseland zu sein. Es verbucht einen Marktanteil von 16,1 Prozent bei langen Auslandsreisen – vor Italien (14,7 Prozent) und Österreich (10,8 Prozent).
 
Für viele Deutsche gilt aber immer noch: „Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah“. Von den insgesamt 126 Millionen gebuchten Reisen im Tourismusjahr 2006/2007 fand gut die Hälfte (52,2 Prozent) innerhalb Deutschland statt. Davon profitierte insbesondere die Nord- und Ostseeküste, die insgesamt ein Zuwachs von 1,6 Prozent der Reisen verzeichnete. Die Reisen in die Alpenregion nahmen hingegen um 6,9 Prozent ab. Insgesamt sank jedoch die Zahl der Reisen dem allgemeinen Inlandstourismustrend folgend leicht um knapp 1 Prozent auf insgesamt 126 Millionen Reisen. Dafür sind die Deutschen bereit, ihre Urlaubskasse großzügiger aufzufüllen: 1.534 Euro gaben sie im Tourismusjahr 2006/07 pro Haushalt und Jahr aus. Das waren knapp 1 Prozent mehr als im Vorjahr. Sowohl bei Pauschalreisen mussten die Urlauber einen Preisanstieg von 3,2 Prozent, wie auch bei den so genannten „Baustein“-Buchungen um 1,1 Prozent verkraften.
 
Bei der Wahl ihres Feriendomizils setzten die Bundesbürger im vergangenen Tourismusjahr auf Qualität. Gerade bei längeren Aufenthalten über vier Nächte entscheiden sich immer mehr für ein Luxushotel der 4- und 5- Sterne-Kategorie. Für einen Teil der Deutschen haben die schönsten Tage im Jahr noch immer eine hohe Priorität. Sie sind daher gerne bereit zu investieren.
 
Und was machen die Deutschen in ihrem Urlaub? Zwar fahren immer noch 23,7 Prozent der Deutschen in den traditionellen Badeurlaub, doch reisen sie mittlerweile zu 28,4 Prozent auch mit dem Ziel, Kulturen und Städte kennenzulernen. Der Trend zu Gesundheits- und Wellnessreisen sowie zu Kreuzfahrten ist ungebrochen und verzeichnet Wachstumsraten über 10 Prozent. Allerdings bewegen wir uns hierbei immer noch auf einem vergleichsweise niedrigem Ausgangsniveau: 4,2 Prozent Marktanteil für Wellness und 1,4 Prozent für die Kreuzfahrer. Des Weiteren ergaben die GfKUntersuchungen, dass die Deutschen immer weniger ein Rundum- Sorglospaket in Form einer Pauschalreise buchen. Vielmehr stellen sie sich aus unterschiedlichen Bausteinen eine individuelle Reise zusammen. Der allgemeine gesellschaftliche Trend hin zu mehr Individualität ist damit auch in der Tourismuswirtschaft stark zu erkennen.
 
Für die Buchung nutzen die Gäste immer mehr und vor allem immer häufiger das Internet. Schon bei den Vorbereitungen der Urlaubspläne ist dieses Medium mittlerweile in weiten Teilen der Bevölkerung eine feste Größe. Bei der Buchung selber rückt es mittlerweile zum zweit wichtigsten Medium nach den Reisebüros auf. Der über das Internet generierte Umsatz für vorab gebuchte Reiseleistungen beläuft sich inzwischen auf 7,5 Milliarden Euro (ohne e-Mail-Buchungen). Dies ist zwar nur knapp die Hälfte dessen, was stationär im Reisebüro an Leistung gebucht wird. Insgesamt jedoch wuchs der Umsatz der über das Internet gebuchten Reisen um 7 Prozent im letzten Jahr. Dieser Zuwachs wurde vor allem durch die Reisenden verursacht, die zuvor bereits Erfahrungen bei Internetbuchungen gesammelt hatten.
Quelle: GfK; www.gfk.com

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