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Deutsche nehmen Finanzkrise relativ gelassen

Zwei Drittel der Bürger in Deutschland sind überzeugt, dass die im vergangenen Jahr ausgelöste Finanzkrise nicht nur eine globale, sondern auch eine lokale Wirtschaftskrise auslösen wird. Damit sind die Deutschen gelassener als die Bürger Frankreichs oder Großbritanniens, wo drei Viertel bzw. vier Fünftel eine Krise für ihr Land heraufziehen sehen.
 
Zwei Drittel der Deutschen erwarten ebenfalls, dass strengere staatliche Regeln für Finanzinstitute kommen werden und befürworten das auch. Während die Franzosen in dieser Frage zurückhaltender sind (55 Prozent), äußern sich die Bevölkerungen der angelsächsischen Länder vehementer: 70 Prozent der Amerikaner und 75 Prozent der Briten begrüßen strengere staatliche Regelungen.
 
Auch die Auswirkungen der Krise auf die eigene persönliche Situation betrachten die Deutschen gelassener als ihre europäischen Nachbarn. Wie in Frankreich sieht nur ein Fünftel den eigenen Job in Gefahr, wenngleich ein knappes Drittel in Deutschland konstatiert, zukünftig mehr arbeiten zu müssen, um das Lohneinkommen zu erhöhen. In Großbritannien fürchten 29 Prozent um ihren Job, in den USA sind es 33 Prozent. Deutlich mehr Briten (44 Prozent) und US-Amerikaner (57 Prozent) glauben, in Zukunft auch mehr arbeiten zu müssen, um ein höheres Einkommen zu erzielen. Die relative Gelassenheit der Deutschen spiegelt sich auch darin wider, dass nur vier Prozent fürchten, ihr Wohneigentum verlassen zu müssen und elf Prozent, dass sie den Eintritt ins Rentenalter werden aufschieben müssen. Letzteres wird von den Franzosen (28 Prozent) und den US-Amerikanern (57 Prozent) deutlich stärker in Erwägung gezogen.
 
Leben wir Deutschen auf einer Insel der Glückseligkeit oder ist die Krise noch nicht im Bewusstsein angekommen? Ganz wohl ist den Deutschen doch nicht, denn vier von zehn glauben, dass sich im nächsten halben Jahr Einkommen und Wert der Geldanlagen ihres Haushaltes verschlechtern werden. Was machen die Bürger also mit ihren Geldanlagen, gleich welche sie überhaupt haben? 45 Prozent der Franzosen und 47 Prozent der Deutschen wollen keine Änderungen an ihrem Portfolio vornehmen. In den USA (38 Prozent) und in Großbritannien (37 Prozent) sind dies deutlich weniger. Ein Grossteil der Ruhe in Deutschland ist wohl auch der Tatsache geschuldet, dass viele Menschen nur in geringem Maße überhaupt nennenswerte Finanzportfolios haben.
 
Zum anderen fehlen den Menschen die Alternativen für ihre vielleicht sogar deutlich im Wert gefallenen Papiere. So werden auch Absichten, Finanzprodukte zu kaufen oder zu verkaufen, nur sehr mäßig geäußert. Auch das Abstrafen der Finanzdienstleister, etwa durch das Umwandeln von Anlagen in Barmittel, durch das Aufteilen von Investitionen auf mehrere Anbieter oder das Wechseln der Bank, wird kaum artikuliert.
 
Das sind die Ergebnisse einer aktuellen Studie von TNS Infratest. In Deutschland 1.102 Bürger im Alter von 18 bis 65 Jahren online nach ihrer Folgenabschätzung der globalen Finanzkrise befragt. Ebenso wurde die Studie im Dezember letzten Jahres online-repräsentativ in Frankreich (1.077), Großbritannien (1.020) und den USA (1.040) durchgeführt.
Quelle: TNS Infratest; www.tns-infratest.com

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