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Deutsche schwimmen auf der Wellness-Welle

Bei der Beurteilung eines Menschen spielen die inneren Werte eine deutlich wichtigere Rolle als die äußerlichen Merkmale. Die Offenheit eines Menschen (97 Prozent), sein Humor (88 Prozent) und seine Intelligenz (84 Prozent) sind für die Deutschen entscheidend bei der Bewertung ihrer Mitbürger. Die Eigenschaften körperliche Fitness (51 Prozent) und das Erscheinungsbild eines Menschen (50 Prozent) spielen nur für die Hälfte eine bedeutende Rolle.
 
Der Kriterienkatalog von Frauen und Männern bei der Beurteilung eines Menschen ist offenbar weitgehend identisch, denn die Unterschiede zwischen den Geschlechtern sind in dieser Frage nur gering.
 
Einziger wesentlicher Unterschied zwischen West und Ost: bei den Menschen in den alten Bundesländern spielt der Humor (90 Prozent) eine deutlich größere Rolle als bei den Ostdeutschen (79 Prozent).
 
Obwohl körperliche Merkmale in der Außenwahrnehmung eine nachgeordnete Rolle spielen, hat in den letzten Jahren die Fitness- und Wellness-Welle auch Deutschland erfasst. Ende 2002 waren nach Angaben des Deutschen-Sportstudio-Verbandes mehr als 5 Millionen Deutsche Mitglied in einem Fitness-Studio, 24 Millionen Mitglieder zählten die Sportvereine im letzten Jahr - Freizeitkicker- und -jogger, Besucher von Thermalbädern, Schönheitsfarmen und Saunalandschaften sind dabei noch gar nicht mitgezählt. Diese Entwicklung hat offenbar ihre Wirkung nicht verfehlt, denn neun von zehn Deutschen schreiben ihrer eigenen körperlichen Verfassung eine große Bedeutung zu. Dabei ist mehr als der Hälfte (52 Prozent) ihre körperliche Fitness wichtig, vier von zehn (40 Prozent) beschreiben sie sogar als sehr wichtig.
 
Bemerkenswerterweise sind es die jüngste und die älteste Altersgruppe, denen ihr Körper in besonderem Maße am Herzen liegt: 44 Prozent der 18-29jährigen und 49 Prozent der Befragten über 60 Jahre stufen ihre körperliche Fitness als sehr wichtig ein. Der Blickwinkel dürfte dabei ein gänzlich anderer sein: Während für die jüngere Altersgruppe ein sportlicher bzw. athletischer Körper vermutlich Ausdruck ihrer Jugend ist, sehen die Älteren wohl eher die Einschränkungen, die sich aus möglichen Krankheiten und Gebrechen für ihre Lebenssituation im Alter ergibt.
 
Für Männer (41 Prozent) ist der eigene Körperzustand etwas wichtiger als für Frauen (38 Prozent). Gleiches gilt für die Menschen in den alten Bundesländern (41 Prozent), die ihren Fitnessgrad wichtiger einschätzen als die Befragten in den neuen Ländern (36 Prozent).
 
Die Bedeutung des eigenen Körpers wird an den Summen deutlich, die für seine Pflege ausgegeben werden: Durchschnittlich 26 Euro pro Monat werden in Kosmetikartikel, wie zum Beispiel Hautpflege-, Schmink- oder Rasierprodukte, investiert. Das ergibt ein Umsatzvolumen von 18,8 Milliarden Euro pro Jahr.
 
Frauen sind in diesem Bereich deutlich ausgabefreudiger: Während sie monatlich 28 Euro in den Kassen der Kosmetikabteilungen zurück lassen, kommen Männer mit lediglich 23 Euro aus.
 
Hier zeigt sich: wer mehr Geld zur Verfügung hat, gibt auch mehr aus. Personen mit einem verfügbaren Einkommen von über 3000 Euro geben mehr als 30 Euro, Arbeitslose nur 17 Euro für Pflegeprodukte aus.
 
Beim Kaufverhalten spielt die Bedeutung des körperlichen Trainingszustandes eine wichtige Rolle: wer die eigene Konstitution sehr wichtig nimmt, gibt überdurchschnittlich viel Geld (29 Euro) für kosmetische Produkte aus. Wenn zusätzlich der körperlichen Erscheinung anderer Menschen eine hohe Bedeutung zukommt, steigen die monatlichen Ausgaben sogar weiter an (32 Euro).
 
Die Fitness-Welle und der damit einhergehende Körperkult hat dazu geführt, dass immer mehr Teile des Körpers mit operativen Mitteln an ein Schönheitsideal angepasst werden. Auch in Deutschland sind Schönheitsoperationen nichts Ungewöhnliches mehr. Dies zeigt sich daran, dass für 2 Prozent der über 18jährigen Deutschen ein solcher chirurgischer Eingriff in Frage kommt - das sind mehr als 1,2 Millionen potentielle Patienten. Noch größer ist die Zahl derer, die eine solche Operation eventuell in Erwägung ziehen würden: rund 4,3 Millionen Deutsche (7 Prozent). Die meisten jedoch stehen einer operativen Verschönerung skeptisch gegenüber (16 Prozent) oder lehnen sie rundweg ab (75 Prozent).
 
Bei der Analyse der Altersgruppen fällt ein deutliches Gefälle von jung nach alt auf: Für rund ein Viertel der 18-29jährigen (23 Prozent) kommt eine Schönheitsoperation in Frage. In den mittleren Altersgruppen von 30-45 (10 Prozent) bzw. 46-59 Jahren (5 Prozent) spielen Überlegungen zu kosmetischen Eingriffen eine deutlich geringere Rolle. Bei den älteren Menschen sind es lediglich 3 Prozent, die sich ihre - eventuell vorhandenen - Falten entfernen lassen wollen.
 
Wie bei den Ausgaben für Kosmetikartikel zeigt sich auch hier, dass Frauen (11 Prozent) eher als Männer (7 Prozent) bereit sind, in ihr äußeres Erscheinungsbild zu investieren.
 
Quelle: NFO Infratest; martin.koegel@nfoeurope.com

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