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Die Enttabuisierung der Intimsphäre - eine Fiktion

In der persönlichen Kommunikation dominieren "Nahthemen": 73 Prozent der gesamten Bevölkerung unterhalten sich häufiger über Neuigkeiten aus dem Freundes- und Bekanntenkreis, 66 Prozent über Ereignisse des Alltags, 62 Prozent über die Familie, 58 Prozent über Beruf, Urlaub und Reisen.
 
Auch medizinische Fragen, Neuigkeiten aus der Nachbarschaft und aus der näheren Umgebung, Ernährung und Zukunftspläne gehören zu den Themen, über die sich die Mehrheit der Bevölkerung häufiger unterhält. Politik und Wirtschaft oder auch Umweltthemen spielen demgegenüber eine deutlich untergeordnete Rolle - es sei denn in einer Ausnahmesituation, wie sie aktuell gegeben ist. Derzeit führt der neue amerikanische Präsident Obama die Gesprächsthemen an, gefolgt von der Wirtschaftskrise.
 
So gern die große Mehrheit über eigene Erlebnisse und Erfahrungen spricht, gibt es trotzdem Tabufelder, über die die Mehrheit kaum mit anderen sprechen mag, selbst nicht mit guten Freunden und engen Angehörigen. Obwohl die Medien teilweise die Enttabuisierung der Intimsphäre suggerieren, steht Sexualität ungebrochen an der Spitze der Themen, über die die Bevölkerung kaum mit anderen sprechen mag. Die Abneigung, sich über dieses Thema mit anderen auszutauschen, hat sich in den letzten Jahren sogar verstärkt. 2005 zählten 61 Prozent der Bevölkerung Sexualität zu den Themen, über die man sich nur ungern mit anderen austauscht, heute 64 Prozent.
 
Auch die Abneigung, über Beziehungsprobleme mit anderen zu kommunizieren, hat zugenommen wie auch der Wunsch, die finanzielle Intimsphäre abzuschotten. 61 Prozent der Bevölkerung möchten mit anderen nicht über ihre finanzielle Lage sprechen, 48 Prozent auch nicht, wenn sie ausgesprochene Geldsorgen haben. Lediglich die Unter- 20-Jährigen sind in dieser Beziehung wesentlich unbefangener und benennen insgesamt weniger Tabuthemen.
 
Das zeigt eine Untersuchung, die das Institut für Demoskopie Allensbach im Auftrag der Firma Jacobs im August 2008 durchgeführt hat. Befragt wurden 1843 für Gesamtdeutschland repräsentative Personen ab 14 Jahren.
Quelle: Institut für Demoskopie Allensbach; www.ifd-allensbach.de

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