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„Die Fraktion der Nichtwähler gilt es zu verstehen!“

DDr. Paul Eiselsberg (Bild: Hermann Walkolbinger) 

 DDr. Paul Eiselsberg (Bild: Hermann Walkolbinger)

Seit Jahrzehnten sinkt im generellen Trend die Wahlbeteiligung auf allen politischen Ebenen. Auf der EU-Ebene und auch bei kommunalen Wahlen im urbanen Raum stellt beispielsweise die Gruppe der Nichtwähler meist schon die größte Fraktion. Im Sinne einer Grundlagenforschung ging das IMAS in Österreich den zentralen Fragen nach, wie sich die Nichtwähler charakterisieren lassen, und welche Motive hinter der Wahlenthaltung stecken.

Ein knappes Drittel der Bevölkerung hat in letzter Zeit nicht gewählt, es sind vor allem die jüngeren und einfacher gebildeten Personen und Wahlberechtigte der unteren sozialen Schichten, die ihr demokratisches Recht nicht ausüben. Die Gründe für die Wahlenthaltung sind vielfältig, vor allem die Proteststimmung gegenüber dem aktuellen politischen System führt zur fehlenden Bereitschaft, seine Stimme abzugeben. Genau genommen ist es ein Drittel der Nichtwähler, das nichts mehr von der Politik und den Politikern hält und somit ein Zeichen des Protests setzte. Als weiteres zentrales Motiv nennen 23 Prozent der Nichtwähler die fehlende Relevanz der Stimmabgabe. Wie bei jeder Entscheidung, spielt auch hier das Desinteresse eine Rolle: 18 Prozent der Nichtwähler geben zu, dass sie sich für Politik eigentlich überhaupt nicht interessieren und somit auch nicht mitentscheiden wollen.

Auch gewisse überraschende bzw. länger geplante Hinderungsgründe waren ausschlaggebend für die fehlende Wahlbeteiligung: 17 Prozent gaben, an terminlich verhindert gewesen zu sein, und 11 Prozent waren durch ein überraschendes Ereignis an der Teilnahme verhindert. Durch die Erleichterungen der Briefwahlabgabe seit 2007 wird aller Voraussicht nach dieser Hinderungsgrund in seiner Ausprägung eher zurückgehen. Jeder sechste Nicht-Wähler entscheidet sich auf Grund der Unzufriedenheit mit dem Parteiangebot für eine Nichtwahl. Jeder zweite Nichtwähler nennt dabei nur einen Grund für die Wahlenthaltung.

Wichtig für die Demokratie in Österreich: Nur eine Minderheit von 6 Prozent der Nichtwähler, also nicht ganz zwei Prozent in der gesamten Bevölkerung, hält Wahlen generell für überflüssig.

Diese Befunde basieren auf einer bevölkerungsrepräsentativen face-to-face Befragung von 1.001 Personen der österreichischen Bevölkerung ab 16 Jahren vom 16. Mai bis 31. Mai 2013.


DDr. Paul Eiselsberg ist Senior Research Director bei IMAS International Institut für Markt- Sozialanalysen Ges.m.b.H., Linz (Österreich).


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