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Die Ipsos-Umfrage im Juli: Love Parade, Flip-Flops und Bruttosozialprodukt

Die Verwendung von englischen Begriffen und Aussagen in der Werbung und der öffentlichen Kommunikation gerät in letzter Zeit zunehmend ins Kreuzfeuer der Kritik - denn werden die Werbeaussagen auf Englisch überhaupt richtig verstanden? Und ist nicht gerade die Offenheit gegenüber anderen Sprachen auch ein Ausdruck der Lebendigkeit der deutschen Sprache? Die aktuelle Umfrage von Ipsos findet zum einen, dass die Deutschen diesem Thema differenziert gegenüber stehen, und zum anderen, dass es in dieser Frage merkliche Unterschiede zwischen den Generationen gibt.
 
Auf der einen Seite finden drei von vier Deutschen (73%), dass in der Werbung viel zu viele englische Begriffe verwandt werden. Andererseits stimmen aber auch mehr als vier von fünf Bundesbürgern (87%) der Aussage zu, dass heutzutage jeder Deutsche mit der englischen Sprache zurechtkommen sollte.
 
Doch wer versteht tatsächlich welche Begriffe?
 
Begriffe wie "Bruttosozialprodukt", "Föderalismus", "Bürgerversicherung" oder "Kopfpauschale" sind einem deutlich größeren Anteil der älteren Menschen geläufig, als den jungen Befragten. Zum Beispiel gibt jeder Zweite der Älteren (55 Jahre und älter) an zu wissen, was "Föderalismus" bedeutet (56%), während dies in der Altersgruppe der 14- bis 24-Jährigen nur jeder Vierte weiß (27%).
 
Umgekehrt verhält es sich mit Wörtern, die neuere Phänomene beschreiben: Mit "Flip-Flops", "Chatten", "Digicam" und Begriffen wie "Payback Card/Payback Digits" wissen junge Menschen deutlich mehr anzufangen als die Älteren. Was eine "Digicam" ist, wissen 8 von 10 jungen Menschen aber nur 1 von 10 der Älteren. Und was mit "Chatten" gemeint ist, wissen zwar bereits 44% der Älteren (55 Jahre und älter), aber doppelt so viele Befragte der jungen Generation (88%, 14-24 Jahre).
 
Interessanterweise ist es die neudeutsche "Love Parade", von der die meisten Deutschen wissen, was sie ist.
 
Die generationsspezifische Wahrnehmung der Begriffe trifft auch auf deren emotionalen Gehalt zu. Welchen Wörtern wird eine positive bzw. negative Bedeutung zugemessen? "Bruttosozialprodukt" ruft in der Bevölkerung von allen 14 Begriffen insgesamt die positivsten Assoziationen hervor (54% geben diesem Begriff auf einer Skala von +3 bis -3 eine +3 oder +2). Aber auch hier bei den Älteren deutlich stärker als bei den Jüngeren: In der Gruppe der Über-54-Jährigen führt "Bruttosozialprodukt" die Rangliste der 14 Begriffe klar an (Top-2-Boxes 69%). Dagegen ist unter den 14- bis 25-Jährigen "Digicam" (57%) der Spitzen-reiter, gefolgt vom "Chatten" (45%). Und der Begriff "Alcopops" ist nur bei den 14- bis 24-Jährigen positiv besetzt - bei allen anderen Altersgruppen ruft dieser Begriff negative Emotionen hervor.
 
Aber es gibt auch Verbindendes zwischen den Generationen zum Thema Sprache: die Jungen (83% der 14- bis 24-Jährigen stimmen dieser Aussage zu) und die Alten gleichermaßen (86% der Über-54-Jährigen) finden, dass viele deutsche Jugendliche heutzutage gar nicht mehr richtig deutsch sprechen und schreiben können.
 
Feldzeit: 23.-25.06.2004, 500 Personen ab 14 Jahren.
Quelle: Ipsos Deutschland, Uwe Reising; www.ipsos.de

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