Folgen Sie uns:
planung & analyse GmbH auf facebook.de planung & analyse auf twitter.de planung & analyse GmbH auf google+ planung & analyse GmbH auf xing

Editor's Pick


Die neu entdeckte Freiheit

Deutschland steckt im Stau. Rund 60 Millionen Fahrzeuge waren 2004 in der Bundesrepublik zugelassen - Experten gehen davon aus, dass es in Deutschland bereits in zehn Jahren einen Pkw pro Einwohner geben wird. Das hohe Verkehrsaufkommen führt dazu, dass sich auf den Straßen immer weniger bewegt. Wie gehen Autofahrer mit dieser Mobilitätseinschränkung um? Welche Fahr- und Erlebniswelten haben sich in einer Gesellschaft herausgebildet, die zunehmend im Stau steht? Und welche Bedeutung hat das Thema Fahrsicherheit? Menschen empfinden den Auto-Stau als Analogie zur gesellschaftlichen Entwicklung. Dem Drang zu Weiterentwicklung und Fortbewegung steht der Eindruck von Stillstand, Zwang und Abhängigkeit im Straßenverkehr gegenüber. Die Menschen fühlen sich in ihren Möglichkeiten eingeschränkt, sehen aber gleichzeitig keine Gelegenheit, etwas gegen die als übermächtig empfundenen Rahmenbedingungen zu bewirken. Für das Bedürfnis nach Freiheit und Bewegung suchen sie sich neue Spielfelder -mit dem Auto als zentralem Element. Es wird zum Basislager für individuelle Ansprüche umfunktioniert.
 
Es sind vier Bereiche erkennbar, in denen neue Freiheiten ausprobiert werden. Das Auto als Rüstung, das Auto als rollendes Zuhause und das Auto als emotionaler Fetisch. Der vierte Bereich kennzeichnet eine Gruppe, für die das Fahren auf der Straße Freiheit pur bedeutet: die Motorradfahrer. Motorräder stehen für Beweglichkeit und Fahrdynamik und befreien den Fahrer psychisch vom Gefühl des Stillstands. Interessant ist die Betrachtung des "Fahrgefühls" von Fahranfängern und Senioren. Die "Greenhorns" empfinden auf der Straße eine tiefe Unsicherheit. Rücksichtsloses Rasen ist eher ein Zeichen von so genannter kontraphobischer Angstbewältigung: Gefährliche Situationen werden aufgesucht, um sie zu überwinden. Bei den Senioren sieht die Angstbewältigung konservativ aus: Sie meiden gezielt Situationen, die sie nicht einschätzen können oder die sie verunsichern, wie beispielsweise Nachtfahrten. Die jungen Alten gehen auf Nummern sicher, wollen Spaß haben und nachholen, worauf sie ein Arbeitsleben lang verzichtet haben. Auto und Reisen stehen auf einmal im Mittelpunkt des Lebens.
Quelle: Aral AG; claudia.braun@aral.de rheingold Institut; www.rheingold-online.de

Facebook Twitter Google LinkedIn Xing RSS Email