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Editor's Pick


Discount zum Wohlfühlen

Drogeriewaren stehen hoch im Kurs. Wie nie zuvor haben die Discounter das Segment im vergangenen Jahr profiliert. Im Blickpunkt stehen besonders die Bereiche Wellness, OTC-Sortimente und Körperpflege. Selbst die dekorative Kosmetik hat Einzug in die Discount-Regale gehalten. So gut wie alle Anbieter haben an den Qualitäten, aber auch an Verpackungen und Präsentation gearbeitet. Ein gutes Preis-/Leistungsverhältnis steht ohnehin ganz oben im Pflichtenheft für die Lieferanten. Der Trend geht eindeutig zu einer höherwertigen Anmutung. Warengruppen werden vermehrt auch von der Gestaltung als zusammengehörende Einheit präsentiert. Allen voran Aldi-Süd, wo man seit einigen Monaten in Hochglanz-Broschüren auf die neuen Sortimente aufmerksam macht.
 
Selbst für den Discounter reiche es nicht mehr, nur der Billigste zu sein. Ein gutes Viertel der im Discount gelisteten Drogeriewaren hat im Laufe des vergangenen Jahres erst den Weg in die Regale gefunden. Viele haben damit andere Produkte ersetzt. Nur Aldi brachte mit so gut wie jeder Einlistung ein zusätzliches Produkt in die Regale. 150 Artikel notieren die Marktforscher allein im Körperpflegesortiment von Aldi-Süd. Damit haben die Mülheimer fast das Niveau des Konkurrenten Lidl erreicht. Bei einem Standardsortiment von etwa 650 Artikeln ein ausgesprochen hoher Anteil. Konkurrent Lidl geht bereits den nächsten Schritt und nimmt zusätzlich 200 weitere Produkte ins Sortiment, das ohnehin mit rund 1 300 Artikeln wesentlich breiter ist. Im Gegensatz zum Discountmarktführer Aldi will Lidl jetzt mit begehrten Markenartikeln punkten, die bislang nur den Vollsortimentern vorbehalten waren. "Lidl wächst vor allem über die Marke", sagen die Marktforscher unisono. Mit Abstand das größte Drogeriewaren-Sortiment im Discount führt der inzwischen zu ITM gehörende Soft-Discounter Netto Schels. Nach wie vor zurückhaltend ist Aldi Nord. Doch auch der Norden hat das Angebot spürbar ausgebaut.
 
Nicht nur im Standardsortiment, sondern auch als Aktionsartikel haben Drogeriewaren einen festen Platz im Discount erobert. "Dort verdienen die Discounter am besten", urteilt ein Beobachter. Attraktive Produkte mit für den Discount eher geringer Umschlagszahl ließen sich hier gut verkaufen. Im Schnitt hat jeder Discounter mehr als 100 Drogerieartikel im Aktionsgeschäft verkauft. Manche davon gehören nun zum Standardsortiment. Seit Anfang des Jahres verkaufen viele Discounter sogar Lippenstifte, ein bekanntermaßen langsamdrehendes Produkt, das zuvor in Aktionen getestet wurde. Wenn Aldi und Lidl bei Drogeriewaren in die Offensive gehen, kann das selbst erfolgreiche Fachmärkte wie dm oder Rossmann nicht kalt lassen. Lidl verfügt über 2500 Verkaufsstellen in Deutschland. Mit weiteren 4100 Märkten erreicht Aldi eine flächendeckende Verbreitung. Bisher konnten die Drogeriemärkte mit der Discountkonkurrenz gut leben, weil beide erfolgreich Kunden aus dem klassischen LEH abziehen konnten. dm sucht sogar die Nachbarschaft zu Aldi-Märkten, um von der hohen Besucherfrequenz des Discounters zu profitieren. Ein Berater erwartet dennoch keine massive Bedrohung für die Fachmärkte: "Die Vielfalt ist nach wie vor der große Vorteil der Fachmärkte." Das Discountprinzip setze der Ausweitung der Sortimente enge Grenzen. Und doch: Der Discount hat es schon oft geschafft, Vielfalt zu erzeugen, ohne über sie wirklich zu verfügen.
Quelle: LebensmittelZeitung; www.lz-net.de

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