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Editor's Pick


Eine Oase von Zeit und Raum

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Wer sich auf die SUCHE NACH INNOVATIONEN macht, muss bestimmte Bedingungen schaffen und der Kreativität freien Raum lassen. Verschiedene Techniken helfen dabei
VON SABINE HEDEWIG-MOHR

John Cleese bei Monty Pythons' Flying Circus (FOTO: MARY EVANS PICTURE LIBRARY / PICTURE-ALLIANCE) 

 John Cleese bei Monty Pythons' Flying Circus (FOTO: MARY EVANS PICTURE LIBRARY / PICTURE-ALLIANCE)

Am schöpferischsten ist der Mensch im Aufruhr der Gedanken und Gefühle. Die deutsche Ärztin Gerlinde Nyncke hat das gesagt und ob sie es selber geschafft hat, schöpferisch zu sein, ist nicht überliefert. Diesen Aufruhr der Gedanken zu erzeugen, ist harte Arbeit und Forscher sind in Workshops, Sessions, World Cafés unterwegs, um neue Ideen für und mit ihren Kunden zu finden.

Die britische Komiker-Gruppe Monty Python ist sicherlich Geschmackssache: der schwarze, englische Humor der Parodien und Persiflagen in der Show Monty Python’s Flying Circus genauso wie die Spielfilme Das Leben des Brian oder Die Ritter der Kokosnuss. Keine Diskussion wird jedoch darüber aufkommen, dass diese Gruppe ausgesprochen kreativ war, die Pointen ausgefallen, die Kombination von Zeichnungen und Theater-Sketchen außergewöhnlich.

Es liegt daher nahe, ein Mitglied des Ensembles, John Cleese, zum Thema Kreativität zu befragen. In einem Vortrag, den die Plattform Video Arts konserviert hat, erklärt Cleese sein „Geheimrezept“ für Kreativität. Er hat sich lange und auch wissenschaftlich mit dem Thema beschäftigt. Die meisten Studien wurden in den 60er und 70er Jahren durchgeführt. Sie kamen zu dem Ergebnis: „It is not a talent, it is a way of operating“, so Cleese.

Es sei notwendig in einen „open mode“ zu gelangen, offen für jede Art von Gedanken. Kreativität habe zudem keinerlei Verbindung zum IQ einer Person. Die Empfehlungen des Schauspielers sind daher: Man nehme einen ungestörten Platz und ausreichend Zeit.

Man brauche eine Oase von Zeit und Raum, empfiehlt Cleese. Es sei so viel einfacher die vielen Dinge zu tun, die täglich hochpoppen und sich nicht die Zeit für die Entdeckung neuer Ideen zu nehmen. Dann brauche man noch einmal Zeit, weil eine schnelle Lösung nicht unbedingt die kreativste ist. Auch wenn es bequem und angenehm scheint, eine Sache schnell vom Tisch zu wischen; kreative Menschen haben gelernt das Unbehagen, das ein ungelöstes Problem erzeugt, länger auszuhalten und kommen dann zu einer besseren, kreativeren Lösung.

Dann brauche man Vertrauen. „Wenn Du in einer Oase von Zeit und Raum bist, gibt es nichts, was Dich so effektiv davon abhält kreativ zu sein, als die Angst davor einen Fehler zu machen.“ Man brauche das Gefühl, was auch immer passieren mag, was immer Verrücktes in den Sinn kommen mag, es ist o.k. Man könne nicht spielerisch und erfinderisch sein, wenn eine bestimmte Richtung als falsch vordefiniert ist.

Cleese hat dann auch gleich ein paar Tipps für Chefs bereit, wie sie die Kreativität am besten abtöten können: „Sich selbst unersetzlich finden, niemals das Positive mit dem Negativen ausgleichen, Leute als faul bezeichnen, wenn sie gerade mal nichts tun.“

Schließlich würze man die Kreativitäts-Session mit einer Prise Humor und gestatte sich auch in alltäglichen Situationen, etwa bei der Gartenarbeit, beim Joggen oder unter der Dusche, sich mit dem Thema zu beschäftigen und dann komme ein neuer, kreativer Gedanke.

Wer keine Comedy, sondern eine Innovation für einen Auftraggeber produzieren soll, kann sich all diese Tipps zu eigen machen. Erschwerend kommt bei der Marktforschung jedoch hinzu, dass die Idee nicht nur realisierbar, sondern auch noch von der Zielgruppe als irgendwie nützlich empfunden werden muss. Der oben beschriebene Prozess muss mithin organisiert werden. Für das Thema Innovationen haben zahlreiche Forscher uns ihre Vorgehensweise verraten und sie arbeiten in der Regel gemeinsam mit Konsumenten an kreativen, neuen Ideen.

Julia Koch und Natali Pohlschneider von Produkt + Markt berichten, wie man mit Online-Communities Innovationen auf die Sprünge helfen kann: Von Insights zur Erleuchtung. In der Community beschäftigen sich die Teilnehmer mit dem Thema und den Fragestellungen über einen längeren Zeitraum und irgendwann gibt es einen Aha-Effekt. Die Moderatoren müssen den Prozess steuern und aufpassen, dass keine Meinungsführer den Pro- zess dominieren oder dass ein zu großes Harmoniebedürfnis dazu führt, dass sich alle einig sind.


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