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Eine Urlaubsreise muss sein!

Auf das Reisen wollen die Deutschen nicht verzichten. Aber sie sparen! Zwar wird die Urlaubsreise nicht gestrichen, aber sie wird verkürzt und teure Ziele werden ausgesondert. Politische Konflikte und Anschläge haben zwar die Lust am Reisen bisher nicht stoppen können, aber dennoch gehören die betroffenen Länder, zum Beispiel Tunesien, zu den großen Verlierern unter den Urlaubsländern. Nach einer längeren Phase der Ruhe wird ein Urlaubsland dann wieder attraktiv, wie zum Beispiel die Türkei, die das Lieblingsurlaubsland der Deutschen, Österreich, fast vom ersten Platz verdrängt.
 
Die Bundesbürger wissen sehr wohl, wofür sie Geld ausgeben wollen und in welchen Bereichen sie den Gürtel enger schnallen müssen. Trotz knapper Haushaltskassen gilt für sie weiterhin: Am Urlaub wird zuallerletzt gespart. Die Zeiten allerdings, in denen die Deutschen grenzenlos verreisen und grenzenlos Geld ausgeben konnten, sind vorbei.
 
Krisenangst und Konjunkturrückgang bescheren dem Tourismus eine Berg- und Talfahrt ohnegleichen. In der Erfolgsgeschichte des Tourismus fällt das Reisejahr 2002 aus dem Rahmen. Die Reiseintensität der Bundesbürger, die wenigstens fünf Tage im Urlaub verreisten, erreichte zwar den Stand von 1998 wieder (1998: 54% - 2001: 51% - 2002: 54%). Dieser Anstieg ist aber vor allem auf einen Zuwachs der kürzeren Reisen von 5 bis 13 Tagen zurückzuführen (2001: 10% - 2002: 15%), während der klassische Jahresurlaub von mindestens zwei Wochen Dauer aus Kostengründen Anteile verliert (2001: 41% - 2002: 39%).
 
Die konjunkturelle Entwicklung verstärkt offenbar den Trend zu kürzeren Reisen und nähergelegenen Zielen. Spanien, bislang besonders beliebtes Urlaubsland, verliert zunehmend, hier wird von den Reisenden vor allem ein negatives Preis-Leistungs-Verhältnis gesehen. Die Karibik, insbesondere Kuba und die Dominikanische Republik (2001: 1,8% - 2002: 0,8%) sind nicht mehr im Trend. Und auch USA-Reisen (2001 und 2002: je 1,6%) werden auf lange Sicht keine Konkurrenz zu den mediterranen Reisezielen der Deutschen werden können.
 
Von 'Frühbuchungen' und 'Langzeitpolstern' kann die Branche nur träumen. Immer mehr Bundesbürger werden ihren Urlaub erst wenige Wochen vor Antritt der Reise buchen. Andere Zeiten, andere Ziele und andere Verkehrsmittel werden gefragt sein, das heisst die konjunkturelle und weltpolitische Unsicherheit wirkt sich nachhaltig vor allem auf Flugreisen aus. Dafür werden sich immer mehr Urlauber für Fahrten mit Auto, Bus und Bahn entscheiden oder eine Kreuzfahrt buchen, die ein wenig Sicherheitsgefühl "wie auf einer Insel" vermittelt. Zunehmender Beliebtheit erfreuen sich kurze Städtetrips.
 
Wachstumsmärkte im Deutschland-Tourismus der Zukunft werden Russland und die Baltischen Staaten, Ungarn und die Tschechische Republik sein. Hinzu kommen China und Hongkong. Als erstes Land in Mitteleuropa wurde Deutschland im Juli vergangenen Jahres von Peking als Tourismus-Destination anerkannt. Deutschland hat den ADS-Status bekommen (= "approached destination status"). Damit dürfen nicht nur Geschäftsleute, sondern auch Urlauber zum reinen Privatvergnügen nach Deutschland reisen.
 
Quelle: BAT Freizeit-Forschungsinstitut; info@bat.de

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