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Erfolgsgaranten, Unternehmensbewohner und Nichterreichte - Arbeitnehmer in Deutschland

Der Arbeitsmarkt in Deutschland steht vor umfangreichen Veränderungen. Ob Lockerung des Kündigungsschutzes oder Verlängerung der Lebensarbeitszeit, die deutschen Arbeitnehmer müssen sich auf Einschnitte einstellen. Die Erfolgsgaranten in deutschen Unternehmen sind überdurchschnittlich häufig die jungen Arbeitnehmer, also in der Regel Berufsstarter im Alter von 18 bis 29 Jahren. Mit zunehmendem Alter nimmt dann der Anteil zugunsten der so genannten "Unternehmensbewohner" ab, also den Mitarbeitern, die zwar zufrieden sind und sich im Unternehmen wohl fühlen, aber ihr unmittelbares Umfeld dabei nicht als besonders motivierend empfinden. Hier ist der Anteil bei den über 60-Jährigen am größten (64 Prozent statt durchschnittlich 43 Prozent). In der Arbeiterschaft ist der Anteil der Erfolgsgaranten mit nur 17 Prozent besonders gering. Entsprechend erhöht ist der Anteil der Nicht-Erreichten - Mitarbeiter, die sehr unzufrieden und dem Unternehmen nicht (mehr) verbunden sind.
 
Was bewegt die Deutschen zu einem Arbeitsplatzwechsel? Ein verbessertes Angebot an Weiterbildungsmaßnahmen steht mit 69 Prozent ganz oben in der Rangliste, gefolgt von der Erwartung, sich neuen beruflichen Herausforderungen (68 Prozent) stellen zu können. Gerade in der Altersgruppe der 30- bis 59-Jährigen sind dies die ausschlaggebenden Aspekte, der Gruppe, die mit steigendem Alter einen zunehmend geringeren Anteil an den "Erfolgsgaranten" eines Unternehmens hat. Mit 38 Prozent liegen ein besseres Kinderbetreuungsangebot und flexiblere Arbeitszeiten (36 Prozent) auf der Rangliste eher auf den unteren Plätzen. Das liegt vor allem daran, dass dies in bestimmten Lebensphasen für eine eingeschränkte Zielgruppe wichtig wird: bei Frauen, die Kinder zur Welt bringen möchten bzw. schon kleine Kinder haben. Tatsächlich werden diese beiden Themen von jüngeren Frauen auch als wichtiger empfunden. Sind für Arbeiter die Wechselgründe eher finanziell bedingt (mehr Gehalt, bessere Sozialleistungen), so sind für verbeamtete Arbeitnehmer die so genannten "Soft Facts" als mögliche Wechselgründe besonders wichtig: Freude an der Arbeit, besseres Betriebsklima sowie ein kollegialeres Umfeld. Dies zeigt, dass hier die weichen Faktoren von Arbeitgeberseite offensichtlich nur ungenügend unterstützt werden.
 
Am ehesten können sich Arbeitnehmer in Deutschland mit einer Arbeitszeitverkürzung oder der Lockerung des Kündigungsschutzes anfreunden, wenn es um die Akzeptanz arbeitsmarktpolitischer Sparmaßnahmen geht. 45 Prozent stehen hinter den Maßnahmen der neuen Bundesregierung. Deutlich weniger akzeptiert werden dagegen die Streichung von Feiertagen (39 Prozent) und die Reduzierung von Urlaubsansprüchen (33 Prozent). Noch weiter hinten rangiert die weitere Reduzierung des Arbeitgeberanteils an den Sozialversicherungsbeiträgen (29 Prozent). Eine weitere bittere Pille wäre für deutsche Arbeitnehmer eine Erhöhung des Renteneintrittsalters auf 67 Jahre (28 Prozent). Besonders interessant bei dieser Einspar-Variante ist ein detaillierter Blick in die Analyse: Die Akzeptanz ist bei den heute 60-Jährigen sowie unter 30-Jährigen deutlich höher. Für letztere ist das Rentenalter noch weit weg und: Die jüngste Altersklasse der Arbeitnehmer weist den größten beruflichen Enthusiasmus auf. Eine längere Lebensarbeitszeit ist für sie daher nicht automatisch negativ besetzt. Generell zeigt sich, dass bei ostdeutschen Arbeitnehmern sowie der Berufsgruppe der Arbeiter das Akzeptanzniveau, arbeitsmarktpolitische Einsparungen mit zu tragen, mit Abstand am geringsten ist.
Quelle: TNS Infratest; www.tns-infratest.de

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