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Erste offene NEON-Veranstaltung: Großes Engagement und Resonanz aller Teilnehmer

19. Januar 2001, bis auf den letzten Platz gefüllt war der Konferenzraum:62 Teilnehmer waren zur ersten gemeinsamen und offenen Veranstaltung des Gesprächsforums von Network Online Research (NEON) gekommen. 22 betriebliche Marktforscher, 14 institutionelle Marktforscher aus der klassischen und 22 aus der Internet-Marktforschung, daneben 4 Presse- beziehungsweise PR-Vertreter. Die Initiatoren von NEON stellten das Kommunikationsforum anhand folgender Punkte vor:
· Aktuelle Probleme der Online-Forschung Dr. Karin Dürr (planung & analyse)
· Was ist NEON?
Ziele, Maßnahmen, Organisation
Dr. Frank Knapp(psyma online research)
· Online- und Multimediarecht:
Datenschutz, Abgrenzung zu Direktmarketing
Frank Wagner (TNS EMNID)/RA Oliver Süme
· Online Research in der Praxis(I)
Ad-hoc-Research, Reichweitenforschung
Thomas Müller (T-Online International)/referiert und ergänzt von Susanne Fischer, Quelle
· Online Research in der Praxis(II)
Media-Forschung, Diskussion
Dr. Bernhard Engel (ZDF)
· Online-Technik &
Befragten-Rekrutierung
Frank Maruccia (MediaTransfer)
· Diskussion:
Was ist Online-Marktforschung?,
Zukünftige Organisation,
Themen für Arbeitsgruppen


Dr. Karin Dürr
Dr. Bernhard Engel
Susanne Fischer
Dr. Frank Knapp
Frank Maruccia
Thomas Müller
Frank Wagner

Eineinhalb Stunden Diskussion nach diesen Referaten reichten nicht aus, um alle Anliegen durchzusprechen. Wie weitgehend das Teledienste-Datenschutzgesetz in die Arbeit der Online Marktforscher eingreift und die persönlichen Daten der Befragten schützt, hat ganz offensichtlich viele Teilnehmer erstaunt. Wie groß der Informationsbedarf hierzu ist, zeigte die anschließende sehr lebhafte Diskussion. Anders als das Bundesdatenschutzgesetz, dass in der Regel für die Offline Marktforschung gilt, müssen Befragte bei der Online Marktforschung ausdrücklich zustimmen, wenn personenbezogene Daten verarbeitet werden!
 
Insbesondere wurde sehr deutlich, dass betriebliche, Offline und Online Marktforscher teilweise sehr unterschiedliche Erwartungen und Vorstellungen von diesem offenen Netzwerk haben: Die betrieblichen Markt- und Mediaforscher verwiesen sehr deutlich darauf hin, dass ein hoher Qualitätsanspruch und die strikte Einhaltung von Qualitätsrichtlinien, so wie auch vom ADM postuliert, zwar ethisch wichtig, aber praktisch kaum lösbar seien, denn Forschungsbudgets seien begrenzt und Forschungaufgaben müssen auch ökonomisch lösbar sein. Es muss unterscheidbar sein, wo preistreibende Qualitätskriterien nötig und wo nicht nötig sind. Offenbar stehen Qualitätsanspruch und Dienstleistungsgedanke in schwierigem Widerspruch zueinander. Vertreter der betrieblichen Marktforscher machten sehr deutlich, das sie über kurz oder lang eigene Qualitätskriterien entwickeln müssten, da sich die akademisch orientierten Qualitätsstandards ökonomisch nicht adäquat umsetzen lassen. Immer wieder wurde eingeworfen, dass nur Transparenz die Forschungsarbeit deutlich machen kann. Allen war klar, dass methodisch gesehen, Online und Offline Marktforschung zusammen gesehen werden müssen. Um Transparenz zu schaffen, sei eine Qualifizierung der Marktforscher notwendig. Von einigen Teilnehmern wurden Ausbildungsangebote von NEON gewünscht, was bereits im Mission Statement von NEON als eine Aufgabe postuliert wurde.
 
In der Folge der Diskussion ging es um die Organisationsstruktur von NEON: Netzwerk oder Verein? Die Möglichkeit zum freien Meinungsaustausch über Wettbewerbsgrenzen hinweg wurde von den Teilnehmern als besonderer Vorzug des Netzwerkes gesehen. Dahingegen würde eine feste Organisationsstruktur wieder Probleme schaffen. Insbesondere in einer Professionalisierung nach innen durch den offenen Meinungsaustausch sehen die Teilnehmer Chancen für eine Transparenz der Forschung und damit auch der Beurteilung von Qualität. Einige der Online Institute wünschten eine Vereinsstruktur, so dass NEON vielleicht eine Art Gütesiegel vergeben könnte. Doch die Mehrheit sah dies als noch nicht lösbares Ziel an, da noch zuviel Diskussionsbedarf bestehe. Die Wertigkeit der Diskussion und des Meinungsaustausches, wurde als außerordentlich hoch und als eigentlicher USP von NEON eingeschätzt.
 
Alle Teilnehmer wünschten, dass Arbeitsgruppen gebildet werden, die outputorientiert sind. Deren Ergebnisse sollen dann in dem regelmäßig stattfindenden Plenen vorgestellt werden. Referenten, Gründungsmitglieder von NEON, und Teilnehmer waren sich einig, dass das offene Netzwerk selbstverständlich offen und gesprächsbereit gegenüber allen Verbänden der Markt- und Mediaforschung ist. Einbeziehen, statt ausgrenzen, war einhelliger Tenor bei allen Teilnehmern und auch der grundsätzliche Gedanke der Gründungsteilnehmer von NEON von Anfang an. Es wurde nicht nur bedauert, es stieß bei vielen auf Unverständnis, dass ADM und BVM nicht offiziell bei dieser Diskussionsplattform zugegen waren, da ein Gegeneinander keinem diene. Am Schluss wurden Vorschläge für Arbeitsgruppen gesammelt - 13 Wunschthemen wurden genannt, von "Arbeiten mit Paneldaten und Logfiles", "Rekrutierung und Reprä-sentativität", "Validierungsuntersuchungen", "Datenschutz", "Methoden", "Wei-terbildung und Ausbildung", "Clearinghouse", "Checkliste für betriebliche Markt-forscher", "Mediaforschung", "Internationalisierung", "Datenbasis für Mediaplaner und Mediaanalyse Online Marktforschung". planung & analyse ist publizistische Plattform und Ansprechpartner für Teilnehmer und Interessenten und wird vorerst die Arbeitsgruppen organisatorisch betreuen bis eine weitere organisatorische Grundlage geschaffen wird. Die Einladung für die Plenen und später der Aufbau einer eigenen Website soll weiterhin von einer PR-Agentur übernommen werden und über die Teilnehmergebühr im Umlageverfahren finanziert werden. Das nächste Plenum ist auf den 23. März 2001, wieder in Frankfurt, terminiert.Wer sich für eine oder mehrere Arbeitsgruppen interessiert, möge sich bitte per E-Mail an die Redaktion von planung & analyse wenden.


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