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Erziehungsziele in Zentraleuropa

Wenn die Österreicher gefragt werden, was man Kindern in der Erziehung beibringen sollte, empfehlen sie in erster Linie Gesundheitsbewußtsein, Sparsamkeit, Höflichkeit und Freundlichkeit sowie Gehorsam gegenüber Älteren und Vorgesetzten. Als besonders wichtige Tugenden betrachtet man überdies Wissensdurst, Umweltbewußtsein und offenes Eintreten für seine Meinung. In allen diesen Punkten unterscheidet sich die österreichische Bevölkerung nur wenig von den Wertvorstellungen der Deutschen, Tschechen, Polen, Ungarn und Slowenen. Allerdings fällt auf, daß die Österreicher der Sparsamkeit einen ganz besonders hohen Stellenwert einräumen. Ein größeres Gewicht, als es die Bewohner der meisten übrigen Länder tun, messen sie überdies dem Umwelt- und Gemeinschaftsbewußtsein bei.
 
Auch sonst entdeckt man in den Wertvorstellungen der Mittel- und Osteuropäer einige recht unterschiedliche Akzente. Kennzeichnend für Deutschland ist ein gewisser Hang zu antiautoritären Idealen, der sich in einer sehr unterdurchschnittlichen Empfehlung zum Gehorsam gegenüber Älteren und zur Anpassungsbereitschaft ausdrückt. Vergleichsweise sehr wenig - (und auch erheblich seltener als die Österreicher) - zählen die Deutschen außerdem Heimat- und Vaterlandsliebe sowie Frömmigkeit und christlichen Glauben zu den empfehlenswerten Leitlinien für das Leben. Was andererseits ziemlich häufig betont wird, ist Toleranz gegenüber Ausländern und Asylanten.
 
Auch zwischen den osteuropäischen Ländern sind tiefgreifende Widersprüche in den Erziehungsgrundsätzen erkennbar, vor allem die zuweilen stark abweichenden Auffassungen der Polen von denen der übrigen Osteuropäer. In extremster Weise gilt dies für das Erziehungsideal "Frömmigkeit, christlicher Glaube", das in Polen von 53 Prozent, in Tschechien hingegen nur von 11 Prozent der Bevölkerung unterstützt wird. Äußerst uneinheitlich ist auch die Haltung gegenüber Ausländern und Asylanten: Von Polen und Slowenen plädieren - (ebenso wie von den Deutschen und Österreichern) - rund zwei Fünftel der Erwachsenen für Toleranz, in Ungarn dagegen nur 27 und in Tschechien sogar nur 17 Prozent. Ungemein niedrig notiert in Tschechien (mit einer Belegung von 16 Prozent) nicht zuletzt die Opferbereitschaft und der Einsatz für andere Menschen. Die Ungaren nehmen in puncto Heimatliebe (mit 53 Prozent) den ersten Platz, hinsichtlich Ehrgeiz und Strebsamkeit (mit 17 Prozent) jedoch nur die letzte Stelle ein. Die Slowenen lassen generell ein hohes Normenbewusstsein und dynamische Züge erkennen.
 
Welchen Rang hat nun der Europagedanke bei den Bewohnern der erwähnten Länder? Die einschlägigen Befunde wirken nicht gerade ermutigend, denn die Erziehungsmaxime "Eine europäische Gesinnung haben, sich als Europäer fühlen" nimmt in Österreich, Deutschland, Polen und Slowenien bestenfalls den vorletzten Platz unter den Wertvorstellungen ein. Relativ am häufigsten wird von den Ungarn (wenngleich in ebenfalls bescheidener Zahl von 30 Prozent) empfohlen, bereits die Kinder auf ein Miteinander in Europa einzustimmen.
Quelle: Imas International; office@imas.at

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