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Familien sparen beim Urlaub

Reisebuchungen für den kommenden Sommer sind in den deutschen Reisebüros rückläufig: Die stationären Reisebüros haben im Januar 2009 gegenüber dem Vorjahresmonat 9 Prozent weniger Umsatz erzielt. Zurückhaltend agieren derzeit in erster Linie Familien.
 
Vor allem in den ersten beiden Januarwochen ist das Geschäft stark rückläufig gewesen. Die kommende Sommersaison, die mit dem Reisemonat Mai 2009 beginnt, ist am stärksten von den Buchungsrückgängen betroffen: Die Umsätze liegen derzeit 5 Prozent unter dem Vorjahr. Lediglich die Herbstferien im Oktober sind besser vorgebucht. Die laufende Wintersaison, die noch bis April 2009 andauert, weist hingegen 6,7 Prozent Umsatzzuwachs auf und läuft damit erheblich besser als die letztjährige Saison.
 
Die Türkei gewinnt in Deutschland immer mehr Urlauber und Marktanteil: Mit einer Umsatzsteigerung von 13 Prozent bis Ende Januar 2009 ist die Türkei unter den Top 15-Ferienzielen das wachstumsstärkste Urlaubsland der kommenden Sommersaison. Mit Ausnahme von Italien (+5 Prozent) müssen sich die anderen Urlaubsländer Südeuropas nach derzeitigem Buchungsstand auf weniger deutsche Touristen in diesem Sommer einstellen. Insgesamt verzeichnet die Region einen Rückgang von 3 Prozent. Sie hat damit allerdings weniger verloren als der Markt insgesamt.
 
Dass mehr Deutsche angesichts der Wirtschaftskrise ihren Sommerurlaub im eigenen Land oder angrenzenden Staaten verbringen, lässt sich an den Buchungszahlen in den Reisebüros nicht ablesen. Deutschland entwickelt sich mit einem Umsatzplus von 2 Prozent zwar weiterhin gut, Österreich liegt mit minus 8 Prozent aber deutlich unter dem Vorjahr. Die Urlaubsländer in Nord- und Osteuropa, die auch ohne Flugzeug gut zu erreichen sind, haben insgesamt 9 Prozent weniger Umsatz in den Reisebüros erzielt.
 
Fernreisedestinationen entwickeln sich demgegenüber bis auf wenige Ausnahmen (Afrika, Mittel- und Südamerika) weder besser noch markant schlechter. Es sind zudem überwiegend Fernreiseziele, die im Reisebüro die höchsten Zuwachsraten verzeichnen: Vietnam, die Kapverden, Malaysia, Hong Kong, die Arabischen Emirate, Japan und Tansania werden derzeit verstärkt nachgefragt.
 
Familien zeigen sich bei ihren Urlaubsplanungen besonders zurückhaltend. Bereits seit dem Herbst buchen sie markant weniger Reisen. Demgegenüber ist das Reise- beziehungsweise Buchungsverhalten von Alleinreisenden und Paaren trotz der negativen Wirtschaftaussichten recht stabil. Auch sie buchten im Januar zwar deutlich weniger Urlaube, betrachtet man allerdings den Zeitraum ab September bleibt das Niveau auf dem des Vorjahres. Deutliche Unterschiede zeigen sich auch in der Detailbetrachtung der Sommerbuchungen nach Aufenthaltsdauern und Preisklassen. Höherpreisige Reisen ab 1.500 Euro verkaufen sich ebenso gut wie im vergangenen Jahr. Der Anteil von Alleinreisenden (36 Prozent) und Paaren (29 Prozent) ist in diesem Preissegment besonders hoch.
 
Rückläufig entwickeln sich vor allem die unteren Preisklassen. Wer ohnehin weniger Geld zur Verfügung hat, verzichtet in diesem Jahr also am ehesten auf seinen Sommerurlaub. Dass insbesondere die Preiskategorien bis 750 Euro so stark verloren haben, könnte auch für einen Verzicht auf den Zweiturlaub, z. B. über Pfingsten, sprechen. Ein weiteres Indiz dafür sind die zurückgehenden Buchungen von Reisen mit einer Aufenthaltsdauer zwischen sieben und zehn Nächten. Der zweiwöchige Sommerurlaub bleibt auch in diesem Jahr Standard. Kurztrips mit bis zu drei Übernachtungen, Reisen mit einer Aufenthaltsdauer von unter einer Woche und längere Ferien mit mehr als 20 Nächten entwickeln sich ebenfalls positiv. Einen längeren Urlaub gönnen sich vor allem Alleinreisende, gefolgt von Paaren. Familien verreisen in diesem Sommer tendenziell etwas kürzer.
 
Das sind die Ergebnisse einer Auswertung des GfK Tourismus-Vertriebspanel. Die Auswertungen basieren auf den Buchungsdaten von rund 1.200 Reisebüros, die den stationären Vertriebsmarkt in Deutschland repräsentativ abbilden. Durchschnittlich 340.000 Buchungssätze dieser konstanten Stichprobe fließen pro Monat in die Systeme der GfK und werden den Gesamtmarkt hochgerechnet.
Quelle: GfK; www.gfk.de

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