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Festverzinsliche Wertpapiere im Aufwind

Festverzinsliche Wertpapiere (Anleihen) sind in der Gunst westeuropäischer Anleger deutlich gestiegen, dagegen ist das Interesse an Spareinlagen gesunken. Der Anteil der Nichtsparer auf dem Kontinent nimmt weiter zu und ist erstmals nahezu identisch mit der Quote in den USA. Zu diesen Ergebnissen kommt die GfK Custom Research Worldwide in ihrer Studie Investmentbarometer, die sie im Auftrag von The Wall Street Journal Europe durchgeführt hat.
 
Im Vergleich zur letzten Erhebung im Herbst 2006 hat sich das Verhalten von Privatsparern geringfügig verändert. Risikoarme Anlageformen sind nach wie vor bei vielen Personen beliebt. Allerdings nahm in Westeuropa der Anteil derer, die ihren Angaben zufolge Spareinlagen nutzen, von 47 auf 39 Prozent ab. Das ist die niedrigste Quote seit Jahren. Ein deutliches Plus von 7 auf 13 Prozent ist hingegen bei festverzinslichen Wertpapieren auszumachen. In Großbritannien ist der Anteil von 16 auf 40 Prozent gestiegen. In Lebensversicherungen und Pensionskassen investieren derzeit insgesamt 34 Prozent der westeuropäischen Sparer, das sind 3 Prozentpunkte weniger als im Herbst 2006. Hingegen ist bei Aktien und aktienbasierten Papieren ein Plus von drei Prozentpunkten auf 22 Prozent der Sparer zu beobachten.
 
Zum ersten Mal in der Geschichte des Investmentbarometers ist der Anteil der Nichtsparer in Westeuropa (44 Prozent) und den USA fast identisch. Waren es vor einem Jahr noch 47 Prozent der befragten Amerikaner, die ihren Angaben nach nicht in eines der genannten Angebote investierten, so sind es derzeit 43 Prozent. Die sparfreudigsten Länder sind nach wie vor Schweden und Belgien: Nur 10 beziehungsweise 16 Prozent der Befragten investieren hier in keine der aufgeführten Anlagemöglichkeiten. In Zentralund Osteuropa bleibt die Sparunlust mit 66 Prozent weit verbreitet.
 
Der allgemeinen Entwicklung in Westeuropa folgend, ist in Deutschland der Anteil der Nichtsparer leicht gestiegen: Waren es im Frühjahr 2006 noch 40 Prozent, die keines der Sparangebote nutzten, so sind es heute 42 Prozent. Die Deutschen investieren ihr Geld immer noch gerne in Spareinlagen. Der Anteil jedoch sank von 46 Prozent vor einem Jahr auf jetzt 44 Prozent. Sehr zurückhaltend sind die Deutschen nach wie vor beim risikoreicheren Aktienerwerb. Die Quote derer, die eigenen Angaben zufolge Aktien besitzen, liegt bei 6 Prozent und damit deutlich unter dem westeuropäischen Schnitt von 12 Prozent.
 
Die Zahl der amerikanischen Aktienbesitzer bleibt mit 22 Prozent relativ konstant. Eine vergleichbare Quote privater Aktionäre gibt es in Europa nur in Schweden, Belgien, Großbritannien und der Schweiz. Gleichzeitig ging in den USA die Nachfrage nach aktienbasierten Fonds um 1 Prozentpunkt auf 16 Prozent leicht zurück. Spareinlagen können allerdings an ihre Beliebtheit in den Jahren 2003 bis 2005 nicht anknüpfen. Hatten im Herbst 2005 noch 40 Prozent der befragten amerikanischen Sparer Geld in dieser Form angelegt, so sind es heute nur noch 32 Prozent. Lebensversicherungen halten mit 24 Prozent ihr Vorjahresniveau. Rentenfonds verzeichnen hingegen einen leichten Verlust um 3 Prozentpunkte auf 23 Prozent.
 
Im Rahmen des Investmentbarometers wurden die betreffenden Personen auch nach ihrer Einschätzung gefragt, ob sie in den kommenden zwölf Monaten mehr oder weniger Geld zurücklegen könnten. Hier zeigen sich zwischen den Regionen deutliche Unterschiede. Die Einschätzung der Westeuropäer hat sich im Jahresvergleich leicht verändert. Insgesamt glaubt derzeit ein Drittel der Befragten weniger sparen zu können, im gleichen Vorjahreszeitraum waren es 37 Prozent. Nur 18 Prozent gehen von mehr aus. Der Optimismus der Briten ist deutlich gedämpft. Statt einem guten Drittel gehen heute nur noch 22 Prozent davon aus, künftig mehr sparen zu können.
 
Spanier und Deutsche hingegen sehen ihre finanzielle Zukunft weit weniger pessimistisch. In beiden Ländern glauben die befragten Bürger, künftig mehr Geld auf die hohe Kante legen zu können. In Zentral- und Osteuropa glauben unverändert nur 9 Prozent der Befragten an eine verbesserte Sparsituation. In Ungarn gehen knapp zwei Drittel davon aus, in den kommenden zwölf Monaten weniger sparen zu können, lediglich 5 Prozent erwarten eine Verbesserung der Situation. Ähnlich wie in den vergangenen Jahren sind die USA unter allen betrachteten Nationen am zuversichtlichsten. Glaubte im Frühjahr 2005 fast jeder dritte Amerikaner daran, im folgenden Jahr mehr auf die hohe Kante legen zu können, so ist es heute etwa jeder Zweite.
Quelle: GfK; www.gfk.com

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