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Finanzen und Vorsorge - Deutschland ist ahnungslos

In den jüngsten Gesundheits- und Rentenreformen hat sich die Trendwende in der Sozialpolitik weg von der staatlichen Absicherung hin zu mehr Eigenverantwortung manifestiert. Die Eigenvorsorge wird vom "Luxusgut" zur Notwendigkeit und ist nicht mehr nur für besser Verdienende, sondern für alle Bevölkerungsschichten ein Thema. Vielen Bürgern fehlt jedoch ein grundlegendes Wissen über Finanzen und Finanzprodukte.
 
Der Inflationseffekt wird deutlich überschätzt. Durchschnittlich wurde der Wert von 100 D-Mark in 30 Jahren inflationsbereinigt auf 483,40 geschätzt, in Wirklichkeit werden es 621 DM sein. Die Erwartungen an Leistungen aus der gesetzlichen Rentenversicherung sind deutlich zu hoch. Ein Durchschnittsversdiener nach 30-jähriger Beitragszahlung erhält derzeit 1485 DM in den alten und 1295 DM in den neuen Bundesländern, geschätzt wurden 1836 DM für die alten und 1562 DM für die neuen Bundesländer Drei von vier Befragten überschätzten die Leistungen, jeder vierte Befragte gar um mehr als 50 Prozent.
 
27 Prozent halten Aktien für eine sichere Geldanlage, obwohl sich die Kurse seit März 2000 im Schnitt mehr als halbiert haben. Je höher das Einkommen des Befragten, desto höher schätzte er die Sicherheit ein. Weniger als die Hälfte (44 Prozent) vertrauen auf Festzins-Papiere, obwohl damit fast 3 Prozent Zinsen jährlich ohne Risiko drin sind. 32 Prozent haben keine Ahnung, dass die Kündigung einer Lebensversicherung in den ersten drei Jahren nach Abschluss mehr als 1000 Euro kosten kann.
 
Derzeit sind die angebotenen Produkte zur Risikoabsicherung meist hochkomplex, oft wenig transparent und in der Regel schwer zu vergleichen. Dies führt dazu, dass die Betroffenen Vorsorgeverträge abschließen, die ihrer individuellen Situation nicht angemessen sind oder sich gar nicht erst mir der Thematik beschäftigen, bzw. die Vorsorge dauerhaft auf "morgen" verschieben, aus Angst, der Sache nicht gewachsen zu sein oder von provisionsabhängigen Mitarbeitern der Anbieter schlecht beraten zu werden. Eine große Bevölkerungsmehrheit quer durch alle Einkommensschichten wünscht sich ein verbessertes Angebot an finanzieller Bildung. 95 Prozent fordern, den Umgang mit Finanzen an den Schulen zu unterrichten, 65 Prozent würden dafür auch eine Kürzung anderer Lehrplaninhalte befürworten. 85 Prozent plädieren für eine gesetzliche Verpflichtung der Arbeitgeber, Mitarbeitern Informationsveranstaltungen über betriebliche Altersvorsorge anzubieten, 80 Prozent sind bereit, für solche Veranstaltungen ihre Freizeit zu opfern.
Quelle: Bertelsmann Stiftung; www.bertelsmann-stiftung.de

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