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Freizeitbudget 2005: 4 Stunden, 44 Minuten

Wir müssen wieder mehr arbeiten, um wettbewerbsfähig zu bleiben, so heißt es. Eine Umsetzung dieser Forderung ist vorerst aber zumindest zeitlich noch nicht zu erkennen. Der tägliche Freizeitbesitz der österreichischen Bevölkerung hat sich in der jüngsten Vergangenheit keineswegs vermindert. Im Durchschnitt stehen den Österreichern gegenwärtig 4 Stunden und 44 Minuten zur Verfügung, in denen sie nach eigener Aussage tun und lassen können, was sie wollen. Das ist zumindest ebenso viel, eher aber noch um eine Spur mehr als vor drei Jahren. Die Berufstätigen müssen sich mit einem Freizeitbudget von 3 Stunden 43 Minuten begnügen. Im Jahr 2002 lag der Schnitt allerdings noch bei 3 Stunden 36 Minuten. Im Langfristvergleich hat sich der durchschnittliche Freizeitbesitz der Gesamtbevölkerung seit 1979 um rund eindreiviertel Stunden ausgeweitet hat. Bei den Berufstätigen hat er sich innerhalb der vergangenen 25 Jahre im Mittel um rund 80 Minuten erhöht. Der Besitz an frei verfügbarer Zeit weist innerhalb der Bevölkerung beträchtliche Unterschiede auf. Den weitaus größten zeitlichen Spielraum haben erwartungsgemäß Personen über dem 60. Lebensjahr (mit 6 Stunden, 49 Minuten). Stark überdurchschnittlich ist das Zeitguthaben jedoch auch bei den einfachen, ungelernten Arbeitern sowie bei Großstadtbewohnern, insbesondere den Wienern. Es kann geradezu als Regel gelten: Je größer der Wohnort, umso mehr an frei disponierbarer Zeit steht den Menschen zur Verfügung. Ganz besonders wenig Freizeit haben erwartungsgemäß die Landwirte sowie die auf dem Höhepunkt ihrer beruflichen Entwicklung befindlichen Erwachsenen im Alter zwischen 30 und 50 Jahren.
 
Fast zwei Drittel der Österreicher sitzen in ihrer freien Zeit häufig vor dem Fernsehapparat, jeder zweite beschäftigt sich gern mit dem Lesen von Zeitungen oder Illustrierten, jeweils rund zwei Fünftel vertreiben sich die Zeit mit dem Austausch von Besuchen, dem Hören von Musik oder einfach mit gründlichem Ausschlafen. Etwas mehr als ein Drittel der Bevölkerung gehört zu denen, die gern Restaurants oder Lokale aufsuchen. Ähnlich groß ist die Zahl von Personen, die mit Vorliebe Spazieren gehen, oder Bücher lesen. Nicht mehr ganz so verbreitet ist die Nutzung der Freizeit für Gartenarbeiten, Ausflüge oder Sport. Immerhin 28 Prozent der Österreicher betrachten auch das Autofahren ausdrücklich als eine bevorzugte Freizeitbeschäftigung. Rund jeder vierte Erwachsene verbringt seine freie Zeit mit Reparaturen oder Handarbeiten, gut jeder fünfte mit dem Surfen im Internet, dem Spielen mit Kindern oder mit Gesellschaftsspielen. 18 Prozent der Österreicher gehen gern ins Kino, etwas kleiner ist der Kreis der Theater- und Konzertbesucher sowie von Personen, die sich gern einem Hobby, wie dem Zeichnen, Malen oder dem Sammeln von Briefmarken, widmen.
 
Zu den am wenigsten betriebenen Freizeitbeschäftigungen zählt - (neben Musizieren, Fotografieren, Rätsel lösen, oder dem Besuch von Vorträgen und Versammlungen) - auch die berufliche Weiterbildung. Sie wurde lediglich von 14 Prozent als häufige Freizeittätigkeit ins Treffen geführt. Der Langzeit-Trend führt zur etwas betrüblichen Erkenntnis, dass sich die Bereitschaft der Bevölkerung zur beruflichen Weiterbildung und zum Besuch von Kursen seit 1988 nur um magere drei Prozent erhöht hat. Ungleich stärker zugenommen hat in diesem Zeitraum die Freizeitneigung für das Autofahren (+10 Prozent), für die Lektüre von Zeitungen und Illustrierten (+9 Prozent), den Aufenthalt in Lokalen (+7 Prozent) und das Fernsehen (+6 Prozent). Auch Besuche machen und empfangen, gründliches Ausruhen und Sport verzeichneten durchwegs etwas höhere Zuwachsraten als die Weiterbildung. Tendenziell rückläufige Freizeitvorlieben sind Musizieren, Spaziergänge, Beschäftigungen mit Steckenpferden, Lösen von Rätseln, Gartenarbeiten sowie - als ein sicherlich bedauerlicher Ausdruck des demografischen Wandels - das Spielen mit Kindern. Am allermeisten aus der Mode gekommen ist das Durchführen von Reparaturen oder Handarbeiten. Diese Dinge werden jetzt von einer um 16 Prozent kleineren Gruppe betrieben als 1988.
 
Natürlich haben viele Freizeittätigkeiten einen engen Zusammenhang mit dem Geschlecht, der Bildung oder dem Alter der Befragten. Männer legen im Vergleich zu den Frauen einen besonders großen Wert auf das Fernsehen und gründliches Ausruhen, allerdings auch auf Lokalbesuche, Sport, Autofahren, Durchführen von Reparaturen und Surfen im Internet. Frauen haben eine vergleichsweise große Vorliebe für Zeitungen und Illustrierte, Besuche, Spaziergänge, Buchlektüre, Gartenarbeiten, das Spielen mit Kindern, Konzert- und Theaterbesuche. Im übrigen widmen sie sich etwas mehr als es die Männer tun der beruflichen Weiterbildung. Personen mit einfacher Bildung sitzen überdurchschnittlich gern vor dem Bildschirm, machen besonders gern Spaziergänge und beschäftigen sich in vergleichsweise größerer Zahl mit Reparaturen und Gartenarbeiten. Maturanten und Akademiker haben eine weit überdurchschnittliche Neigung für Musik, Bücher, Sport, Internet, Ausübung von Hobbies, Theater, Konzerte und nicht zuletzt für die berufliche Weiterbildung und den Besuch von Vorträgen. Personen unter 30 Jahren haben ein charakteristisches Faible für Musik, gründliches Ausruhen, Lokalbesuche, Sport, Auto fahren, Kinobesuche und Internet. Mit einer Hinweisquote von 50 Prozent übertrifft die Begeisterung dieser Generation für das Surfen im Internet bei weitem die der älteren Bevölkerung. Personen über 60 haben (gemeinsam mit den Angehörigen der Altersgruppen ab dem 40. Lebensjahr) eine akzentuierte Neigung für Zeitungen und Illustrierte. Eine vergleichsweise besonders große Freude bereiten den Senioren überdies Spaziergänge, Gartenarbeiten, Ausflüge, Reparaturarbeiten sowie Rätsel. Sieht man von aktivem Sport, dem Surfen im Internet, dem Besuch von Kinos und dem Interesse für berufliche Weiterbildung ab, so präsentieren sich die über 60jährigen Österreicher als eine Fraktion mit einer teilweise noch erstaunlichen Vitalität. Kennzeichnend für das Lebensgefühl der "neuen Alten" ist, dass 29 Prozent von ihnen das Autofahren ausdrücklich als eine besonders gern betriebene Freizeitbeschäftigung betrachten. Dieser Wert wird nur von den Angehörigen der Generation unter 30 deutlich übertroffen.
Quelle: Imas International; www.imas.at

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