ANZEIGE
Folgen Sie uns:
planung & analyse GmbH auf facebook.de planung & analyse auf twitter.de planung & analyse GmbH auf google+ planung & analyse GmbH auf xing

Editor's Pick


Geiz ist geil ... aber nur solange es uns gut geht!

Deutschland hat offenbar ein neuer Zeitgeist erfasst: Sparwut, Konsumzurückhaltung und Schnäppchenjagd als Volkssport! Wirtschaftskrise, Steuererhöhungen und die Nachwirkungen der Teuro-Diskussion bilden den fruchtbaren Nährboden für die aktuellen Slogans: "Geiz ist geil" (Saturn), "Sparen ist sexy" (Finanzminister Eichel) oder "Ich bin doch nicht blöd" (Mediamarkt). In breiten Kreisen der Bevölkerung wird die Frage gestellt: "Wie lange geht es uns noch gut?" Das heißt, es geht noch gut, aber...! Die aktuelle Stimmungslage erscheint als Einübung und Trotz gegenüber möglichen drohenden persönlichen Krisen.
 
Auch Omas alte Rabattmarken und das Feilschen wie auf dem Bazar feiern ihre Renaissance und haben ihren Platz innerhalb der Kultivierung stark kontrollierten Konsums (wieder-)gefunden. Einfach genießen und sich etwas gönnen passen nicht nur allgemeinen St immung, sind derzeit eben out! Sparen ist gesellschaftlich wieder akzeptiert, ist in und verstärkt gleichzeitig die Krisenstimmung.
 
Bekanntermaßen steht solcher Art Extremisierungen aber immer auch Gegenteiliges zu Seite. So lehrt uns bereits der Philosoph Georg Simmel: "Die Verschwendung ist nach mehr als einer Richtung dem Geize verwandter, als die Entgegengesetztheit ihrer Erscheinungen zu verraten scheint" (Über Geiz, Verschwendung und Armut, 1899).
 
Bei genauerem Blick zeigt sich das Konsumverhalten der Verbraucher denn auch gespalten: Auf der einen Seite werden große Anschaffungen wie teure Autos gemacht, auf der anderen Seite insbesondere auch beim Kauf von Nahrungsmitteln und anderen alltäglichen Konsumgütern extrem auf den Pfennig geschaut. Oder wie die Süddeutsche schreibt: "Die Deutschen sparen und prassen zugleich". Der Porsche-Fahrer, der bei Aldi einkauft, ist hierfür zum Synonym geworden.
 
Aktuellen Forschungen zufolge werden die Kategorien Alltägliches und Herausgehobenes bzw. Wertigkeitsversprechen und Kontrollgefühl von den Verbrauchern branchen- und produktspezifisch miteinander verrechnet. Dies führt dazu, dass sich Preisbereitschaften neu einpegeln. Was früher günstig war, kann heute (t)euro sein. Preiswürdigkeiten werden neu und anders kommuniziert werden müssen.
 
Quelle: Psychonomics AG; ansgar.metz@psychonomics.de

Facebook Twitter Google LinkedIn Xing RSS Email