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Gemüse aus der Konserve: auf die Verpackung kommt es an

Die Gemüsekonserve spaltet wie kaum ein anderes Lebensmittel die Verbraucher in zwei Lager. Für die einen ist es die "Reanimation des Lebens", für die anderen nur matschiges Gemüse. Die einen schwören auf Tiefkühlkost, die anderen sind fanatische Dosenfans. Der Gemüsemarkt ist auch deshalb einen genauen Blick wert, weil er mit rund 400 Mio. Euro (ohne Discount) eine beachtliche Größe hat und dynamisch wächst. Dabei führen Erbsen- und Möhrenmischungen das Ranking an. Am Anfang kamen sie in der Dose, gefolgt vom Glas, TK-Gemüse und seit einigen Wochen dem Tetra-Quader.
 
Gesundheit spielt beim Konservenkauf eine große Rolle, die Verbraucher wollen knackige Vitamine auf dem Teller haben. So steht das Grün der Bohnen oder Erbsen aus psychologischer Sicht für das pralle Leben, verspricht Gesundheit und Wohlbefinden. Da Gemüse aber weder aus Dose oder Glas, noch aus der Tiefkühltheke saftig grün daherkommt, will der Verbraucher auf der Verpackung lieber eine ansprechende Optik, statt den Blick auf die nackte Realität. Durchsichtige Tiefkühltüten sind nicht gefragt. Ausnahmen bestätigen auch hier die Regel: Rotkohl oder Sauerkraut werden im Alu-Beutel oder auch im Glas gekauft. Diese Krautspezialitäten sind aber üblicherweise auch geschnitten und verzehrfertig. Damit steht das Kraut nicht mehr als einfaches Gemüse da. Es kommt nicht roh und ungestüm daher, sondern quasi "gebändigt" und "kultiviert" als Apfelrotkohl oder Weinsauerkraut - eine so gut wie fertige Beilage.
 
Konservenglas, die gebräuchlichste Verpackung für Gemüse hat ein sauberes Image, lässt den Blick auf das Produkt zu und hat zwei Vorteile: Es ist wiederverschließbar und wiederbenutzbar. Und: Das Knacken beim Öffnen garantiert Frische. Damit lässt Glas sowohl die Weißblechdose wie die Tiefkühlverpackung in der Gunst des Verbrauchers hinter sich.
Die Dose rangiert beim Absatzvolumen gleich hinter Glas auf dem zweiten Platz. Die Pluspunkte sind der überragende Produktschutz und die hohe Bruchsicherheit, bei Produktsichtbarkeit und Wiederverschluss allerdings hinkt sie deutlich Glas hinterher. Mit dem Vorurteil, dass Dosengemüse weniger Vitamine beinhaltet, hat die Branche durch schonendere Wärmebehandlungen ausgeräumt. Minuspunkte aber bleiben: Schmutz und Verletzungsgefahr beim Öffnen. Akzeptiert werden Mais und Bohnen in Dosen, nicht selten allerdings nur wegen mangelnder Alternativen. Sie werden nicht geschält oder zubereitet konserviert, sie haben noch eine schützende Hülle, so die Sicht des Verbrauchers. Das Metall der Dose kommt also nur mit der Schale, sozusagen mit der Gemüse-eigenen Verpackung in Berührung, der gesunde, energiespendende Kern ist dagegen geschützt. Eine Sonderstellung haben Schältomaten, die nicht als Gemüse, sondern als reine Zutat für Soßen und Suppen angesehen werden.
Der Faltschachtelkarton ist seit längerer Zeit im Einsatz und auch erfolgreich. Ein großer Nachteil aus Verbrauchersicht ist aber der unzureichende Schutz vor Durchfeuchtung. Dafür lässt er sich gut öffnen, ist sehr plakativ zu bedrucken und spart Platz in der Mülltonne. Weil er aus Pappe ist, gilt er vielen Verbrauchern als umweltfreundlich.
Zum Königsweg für die nicht tiefgefrorene Gemüsekonserve könnte sich der neue Tetra-Quader entwickeln. Er ist eine echte technische Innovation, zumal er durch ein neuartiges Material und eine andere Perforationstechnik auch leichter zu öffnen ist. Er ist handlich, lässt sich gut lagern und stapeln sowie platzsparend entsorgen. Und er macht auf die Verbraucher im Vergleich zur Dose einen sehr sauberen und auch optisch leichten Eindruck. Er erinnert die den Verbraucher schon von seinem Aussehen her an Tiefkühlgemüse im Karton und wirkt damit einen Tick gesünder als Glas oder Dose. Denn den Gesundheitsbonus hat klar die Tiefkühlkost auf ihrer Seite.
Gemüse im Vakuum-Schlauch lässt sich für die Verbraucher dagegen nur schlecht mit Begriffen wie Gesundheit und Vitamine kombinieren. Das Gemüse wirkt "eingesperrt und eingezwängt", "unbeweglich" und damit alles andere als lebendig. Gerade das aber soll das Gemüse aus der Konserve ja sein, denn der Verbraucher möchte es beim Kochen ins Leben zurückholen, sprichwörtlich reanimieren. Die Konserve soll aussehen und schmecken wie frisch vom Feld - intensiv und gesund. Denn nur so kann der Verbraucher sein schlechtes Gewissen tief im Innern beruhigen, wieder zur Fertigware und nicht zum frischen Marktgemüse gegriffen zu haben.
Quelle: LebensmittelZeitung www.lz-net.de / Rheingold Institut kirschmeier@rheingold-online.de

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