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Editor's Pick


Gespaltenes Image der G-8-Nationen

Eine globale Online-Studie belegt, dass die wirtschaftliche Bedeutung und Leistungsfähigkeit der G-8-Länder weltweit anerkannt ist. Die Befragten betrachten die Sicherheits- und Umweltpolitik der Gipfelteilnehmer jedoch kritisch.
 
Vor allem seit die Hausdurchsuchungen und das Demonstrationsverbot im Mittelpunkt des Medieninteresses stehen, finden Themen und Inhalte des kommenden G-8-Gipfels im Bewusstsein der Bevölkerung kaum Platz. In der Öffentlichkeit ist es um den Ruf des Treffens der Regierungschefs in Heiligendamm denkbar schlecht bestellt. Der neue Anholt Nation Brands Index (NBI), eine weltweite Umfrage, in der 40 Länder in sechs verschiedenen Kriterien verglichen werden, untersuchte auch das Image der einzelnen G-8-Nationen (Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien, Japan, Kanada, Russland, USA) und kam dabei zu interessanten Ergebnissen. Vor allem beim Umweltschutz und in der Sicherheitspolitik sahen die Befragten teilweise großen Nachholbedarf bei den Gipfel-Teilnehmern. GMI (Global Market Insite, Inc.) befragte dazu über 25.000 Menschen aus 35 Ländern.
 
In der Endabrechnung ergibt sich für die G-8-Nationen noch ein positives Bild: Mit Großbritannien, Deutschland, Kanada und Frankreich belegen vier G-8-Länder die vorderen vier Ränge der populärsten Nationen. Die USA rangieren im Durchschnitt aller Kategorien auf dem elften Rang vor Schlusslicht Russland, das hinter Island den 21. Platz belegt. Auch für Auswanderungswillige sind die G-8-Länder ein beliebtes Ziel: Großbritannien (1), Kanada (2), Deutschland (6), Frankreich (8) und die USA (9) gehören zu den zehn beliebtesten Anlaufstellen in Sachen "Immigration". In den Rubriken "Kultur" und "Tourismus" genießen die einzelnen Länder ebenfalls international ein hohes Ansehen.
 
Paradedisziplin der G-8-Nationen ist erwartungsgemäß der Bereich "Wirtschaft". Hier vermuten die Befragten bei Deutschland, Italien und Co. die größte Kompetenz. Auf die Ränge eins bis fünf in der Endabrechnung schafften es hier Japan, die USA, Deutschland, Großbritannien und Frankreich. G-8-Schlusslicht ist Russland auf Platz 13. Besonders positiv bewerteten die Befragten die Qualität der deutschen Produkte. In dieser Frage aus dem Bereich "Wirtschaft" liegt die Bundesrepublik noch vor Japan und Großbritannien auf dem Spitzenplatz. Mit Rang 22 schnitt auch hier Russland am schlechtesten ab. Die Innovationsfähigkeit in Technik und Wissenschaft wurde international in Japan am stärksten eingeschätzt. Die USA müssen sich hier mit Silber, und Deutschland mit Bronze begnügen. Nachholbedarf hat vor allem Italien, das den 14. und somit letzten Platz der G-8-Länder einnimmt. Internationales Schlusslicht ist hier Tibet mit Rang 40.
 
Friedens- und Sicherheitspolitik der G-8-Nationen in der Kritik
 
So groß die Wertschätzung für die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Gipfel-Teilnehmer ist, so kritisch stehen die Befragten dem Politikstil, dem Schutz der Menschenrechte sowie der Friedens-, Sicherheits- und Umweltpolitik der G-8-Regierungen gegenüber. Nur drei der zehn populärsten Regierungen stammten aus den G-8, so Simon Anholt, Erfinder des NBI. Dabei rangiere Kanada in der Endabrechnung auf Platz drei hinter der Schweiz und Schweden. Deutschland und Großbritannien schaffen es immerhin noch auf Rang acht und neun. Besonders hart ins Gericht gingen die Befragten mit den Regierungen der USA (26) und Russland (36).
 
Die schlechten Platzierungen der USA und Russland ziehen sich dabei durch praktisch alle untersuchten Teilbereiche der Politik: Schutz der Menschen- und Bürgerrechte sowie Umweltschutz und Armutsbekämpfung. Bei der Frage nach der Friedens- und Sicherheitspolitik platzierten sich die USA und Russland sogar nur knapp vor China, Israel und dem Schlusslicht Iran. Kanada (3) und Deutschland (8) schafften es hier noch knapp unter die Top Ten. Auch in Fragen der Umweltpolitik und des Kampfes gegen die Armut hätten die G-8 Nachholbedarf, so Simon Anholt. Hier rangieren die G-8-Länder größtenteils nur im vorderen Mittelfeld. Beim Schutz der Menschen- und Bürgerrechte gibt es für die führenden Industrienationen auch noch Luft nach oben. Spitzenreiter sind hier, wie in jeder Frage nach der Qualität der Regierungsarbeit, die Schweiz und Schweden.
 
USA als wertvollste Ländermarke
 
Bemerkenswert sind die Veränderungen in der Popularität einiger Nationen als Lebensmittelpunkt, sprich als Wunsch-Arbeitsplatz und -Wohnort. Innerhalb eines Jahres wuchs hierbei die Beliebtheit Dänemarks und der Niederlande um 7,8 beziehungsweise 6,6 Prozent. Deutschland legte um ebenfalls 6,6 Prozent zu. Eine negative Entwicklung musste vor allem China mit einem Minus von 13 Prozent verzeichnen. Auch die G-8-Nationen USA und Russland verloren mit 5,8 und 7,4 Prozent deutlich.
 
Eine positive Entwicklung verzeichnete hingegen der Wert der "Marke USA", die von Brand Finance im Auftrag von dem Anholt NBI berechnet wurde. Mit 19.735 Milliarden US-Dollar sind die Vereinigten Staaten die wertvollste Marke der Welt und steigerten sich im Vergleich zum Vorjahr um knapp zehn Prozent. Auf Platz 2 folgt Japan mit 9.590 Milliarden US-Dollar. Dem "Land der Aufgehenden Sonne" gelang es, seinen Markenwert um rund 54,5 Prozent zu erhöhen. Auch Deutschland steht im internationalen Vergleich auf der Gewinnerseite. Um fast 18 Prozent stieg der Wert der "Marke Deutschland" auf nun 5.396 Milliarden US-Dollar, was gleichbedeutend ist mit dem dritten Platz - noch vor Großbritannien und Frankreich. Am Ende der G-8-Nationen steht Russland, das mit 800 Milliarden US-Dollar den zwölften Rang belegt.
 
Quelle: Global Market Insite; www.gmi-mr.de

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