ANZEIGE
Folgen Sie uns:
planung & analyse GmbH auf facebook.de planung & analyse auf twitter.de planung & analyse GmbH auf google+ planung & analyse GmbH auf xing

Editor's Pick


Insights per Knopfdruck

Marktforschung kann viel schneller, bequemer und kostengünstiger sein – wenn man der Software die Arbeit überlässt

Ein Beitrag von Klaus Janke

Man kann die schnelllebigen Zeiten beklagen, man kann aber auch ein Geschäftsmodell darauf aufbauen – so wie Quantilope. Das Hamburger Startup ist dabei, den gesamten Marktforschungsprozess zu digitalisieren und über eine Software steuerbar zu machen. Als eine Art SAP der Research-Zunft will Quantilope die Abläufe schneller und kostengünstiger machen – ein überfälliger Schritt, glaubt Gründer Mark Heitmann: „Unternehmen benötigen heute Marktforschung ohne Umwege, in größtmöglicher Flexibilität und Ergebnistiefe bei gleichzeitig stark sinkenden Kosten – Anforderungen wie gemacht für die Möglichkeiten des Internets.“

Schon heute sind auf der Plattform viele Schritte vollautomatisiert verfügbar – von der professionellen Erstellung eines Fragebogens bis hin zur Datenauswertung mit anschaulichen Dashboards. Der Kunde  muss kein Fachmann mehr sein, um anspruchsvolle Projekte durchzuführen. Als Zielgruppe werden damit insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen interessant.  Für die Nutzung der Software fallen Lizenzgebühren an, für die Feldphase von Studien vermittelt Quantilope auf Wunsch Repräsentativpanel. Darüber hinaus stehen Marktforschungs-Fachleute als Berater zur Verfügung.

Entstanden ist Quantilope im Sommer 2014 im Umfeld der Hamburger Universität, wo Heitmann als Professor für Betriebswirtschaftslehre einen Lehrstuhl für Marketing und Customer Insight hält. Hier lernte er seine beiden Mitstreiter Thomas Fandrich und Lucas Bremer kennen, die gemeinsam im Rahmen ihrer Promotion forschten. „An dem Tag, als Quantilope geboren werden sollte, wurde es bereits Nacht“, berichten die drei Gründer auf der Website über die Anfangszeit.  Die drei fragten sich, ob professionelle Marktforschung nicht effizienter – bestenfalls sogar automatisch – funktionieren könnte. Und nahmen diese Herausforderung  gleich in Angriff. Mit großem Erfolg: Heute, keine zwei Jahre nach Gründung, stehen auf der Kundenliste des Startups so unterschiedliche Unternehmen wie Beiersdorf, Holtzbrinck, Hapag Lloyd Kreuzfahrten, Flinkster, Natural American  Spirit, Tipp24 Services und Continental Foods.

Peter Aschmoneit, Thomas Fandrich und Lucas Bremer (v.l.n.r.; Foto: Quantilope) 

 Peter Aschmoneit, Thomas Fandrich und Lucas Bremer (v.l.n.r.; Foto: Quantilope)

Wer die Software einsetzt, spart vor allem Zeit. Das macht sich insbesondere nach Abschluss der Feldphase bemerkbar: „Sobald diese beendet ist, sind auf Knopfdruck alle Dashboards verfügbar“, erklärt Peter Aschmoneit, früher Manager in der Konsumgüterindustrie und seit Juli 2015 CEO von Quantilope. „Unsere Projekte dauern in der Regel nur drei bis sieben Tage.“ In der klassischen Marktforschung dagegen warte man vom Start bis zur Ergebnispräsentation oft Wochen – für viele Marketingmanager in Unternehmen mittlerweile ein No-Go: „Die Time-to-Market-Zyklen werden immer kürzer, die Marketer stehen unter einem erheblichen zeitlichen Druck.“

„Wir positionieren uns exakt in der Mitte zwischen unflexibler Express-Marktforschung und den großen, eher schwerfälligen Manufakturen.“ Genau dort gebe es einen Bedarf, der rasant wachse. Verbunden damit sei ein Trend zu schlanker Aufbereitung festzustellen: „Im Markt erkennt man zunehmend, dass statt 70 auch 30 Seiten Report reichen“, so Aschmoneit. Das hohe Tempo, das die Software möglich macht, wirkt seiner Meinung nach markterweiternd: Rund die Hälfte der bislang betreuten Projekte wären gar nicht durchgeführt worden, wenn der zeitliche Aufwand höher gewesen wäre. Die Plattform sei überdies sehr kostengünstig: „Für eine Conjoint-Analyse im FMCG-Bereich etwa zahlt man auf dem Markt gerne mal 30.000 Euro“, gibt der CEO zu bedenken. „Bei uns fallen für die einmalige Software-Nutzung 6.000 Euro an, hinzu kommen noch Beraterkosten nach transparenten Tagessätzen.“

Selbst die Entscheidung über die Methode soll das System dem Anwender laut Aschmoneit irgendwann abnehmen: „Wir arbeiten darauf hin, dass der Kunde nur noch eine Forschungsfrage stellen muss und das System gleich die geeignete Methode vorschlägt.“

Weitere Startups im Porträt >>

Erschienen in
in Heft 2/16 von planung&analyse

Dort finden sich weitere Beiträge
zum Inhalt | zum Abo | dieses Heft bestellen


Facebook Twitter Google LinkedIn Xing RSS Email