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Ist unser Gesundheitssystem besser als das anderer europäischer Länder?

Trotz aller Kritik ist die deutliche Mehrheit der Deutschen mit unserem Gesundheitssystem zufrieden. Gut jeder Dritte (37 Prozent) findet es besser verglichen mit dem der meisten anderen europäischen Länder, lediglich 16 Prozent sehen Nachteile zu anderen Ländern. Besondere Zustimmung erhält das Gesundheitssystem von Anhängern der Regierungsparteien und Mitgliedern der privaten Krankenversicherungen. Die Überzeugung vom deutschen Modell nimmt jedoch mit steigendem Alter kontinuierlich ab. Sehen bei den 18- bis 29-jährigen nur 9 Prozent der Befragten das Ausland vorn, liegt der Wert in der Altersgruppe 45 Jahre und älter bereits bei 21 Prozent. Begründet ist dies sicherlich durch die stärkere Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen und die dabei nicht immer positiven Erfahrungen. Isoliert betrachtet erhält das deutsche Gesundheitssystem von den Versicherten lediglich ein "Befriedigend". Auch hier ist wieder ein deutlicher Alterstrend feststellbar. Während sich bei den jüngeren Befragten eine Durchschnittsnote von 2,92 ergibt, verschlechtert sich diese bei den älteren auf 3,28. Auch hier zeigt sich, dass Zielgruppen mit stärkerem Bedarf an Krankenversicherungsleistungen eine deutlich kritischere Haltung einnehmen.
 
Deutlich unzufriedener als mit dem Gesundheitssystem sind die Versicherten mit der Arbeit von Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt. Sie erhält mit einer Durchschnittsnote von 3,75 lediglich ein gutes "Ausreichend". Auch bei dieser Beurteilung ist wieder ein deutlicher Alterstrend feststellbar: in der Altersgruppe 45 Jahre und älter wird Frau Schmitt mit 3,96 am schlechtesten benotet. Selbst bei den Anhängern der Regierungsparteien reicht es nur zu einem schwachen „Befriedigend“. Eine deutliche Mehrheit der Deutschen (56 Prozent) ist mit den gestiegenen Beitragssätzen der Krankenkassen unzufrieden und empfindet diese in keiner Relation zu den Leistungen. Auffallend ist die große Kluft zwischen Privatversicherten (43 Prozent) und gesetzlich Krankenversicherten (58 Prozent). Lediglich jeder Dritte Befragte findet, dass das Verhältnis zwischen Beitrag und Leistung ausgeglichen ist. Ein verschwindend geringer Anteil von 4 Prozent der Befragten empfindet die Beiträge als zu gering im Verhältnis zu den verfügbaren Leistungen. Hauptgrund der Beitragserhöhungen ist nach Ansicht der Befragten die hohe Arbeitslosigkeit und die dadurch entstandenen Beitragsausfälle. Als weiterer wichtiger Beitragsfaktor werden die hohen Medikamentenpreise vermutet. Bedeutung für die Beitragsituation haben zudem die schlechte Gesundheitspolitik, die ungesunde Lebensweise der Bevölkerung und die sich verschlechternde Alterstruktur. Die Krankenhauskosten und Arzt-/Zahnarzthonorare werden trotz ihres hohen Anteils an den Ausgaben der Krankenversicherungen dagegen erheblich seltener als Ursache für die Beitragsentwicklung vermutet.
 
Ein Regierungswechsel wird die Probleme unseres Gesundheitssystems nicht besser in den Griff bekommen als die derzeitige Regierung. Dies zumindest ist die deutlich mehrheitliche Meinung der Versicherten. Selbst Anhänger der Oppositionsparteien sehen die Perspektive eher negativ. Bei den Erwerbstätigen ist das Vertrauen in eine neue Regierung deutlich geringer als bei den Nichterwerbstätigen. 71 Prozent der Erwerbstätige glauben, dass auch eine neue Regierung keine Besserung bringen würde, bei den Nicht-Erwerbstätigen sind nur 64 Prozent dieser Meinung. Auch zwischen alten und neuen Bundesländern bestehen Divergenzen: Während in den alten Bundesländern 67 Prozent bezweifeln, dass ein Regierungswechsel hilft, sind es in den neuen Bundesländern mit 72 Prozent sogar noch 5 Prozentpunkte mehr.
Quelle: Produkt + Markt; www.produktundmarkt.de

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