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Konjunkturaufschwung in Sicht


©Stefanie Hofschlaeger /pixelio.de 

 ©Stefanie Hofschlaeger /pixelio.de

Nach einem schwachen Winterhalbjahr wird sich die deutsche Konjunktur im Verlauf des Jahres 2013 voraussichtlich beleben. Darauf deutet das ifo Geschäftsklima hin, das sich in den vergangenen Monaten auf einem überdurchschnittlichen Niveau stabilisiert hat. Sofern die Eurokrise nicht erneut massiv eskaliert, sind auch die Perspektiven für das kommende Jahr günstig. Im Jahresdurchschnitt 2013 dürfte das reale Bruttoinlandsprodukt, bei einem Unsicherheitsintervall (Zwei-Drittel-Wahrscheinlichkeit) von 0,0  bis 1,2 Prozent, um 0,6 Prozent zunehmen. Für 2014 ist ein Zuwachs um 1,9 Prozent zu erwarten. Die Beschäftigungssituation dürfte sich aber nur moderat verbessern.
 
Der vorliegenden Prognose liegt die Annahme zugrunde, dass die strukturellen Anpassungen im Euroraum wie angekündigt fortgesetzt werden. Dies ist auch die wichtigste Voraussetzung dafür, dass es zu keinen neuerlichen Unruhen an den Finanzmärkten und daher keiner erneuten Eskalation der Eurokrise kommt. Dann dürfte sich das Vertrauen von Investoren, Konsumenten und Produzenten langsam weiter festigen. Dieses Basisszenario ist jedoch mit erheblichen Risiken behaftet. Von besonderer Bedeutung ist dabei die ultralockere Geldpolitik. Zwar haben die Eingriffe der Notenbanken vor allem in den fortgeschrittenen Volkswirtschaften zur konjunkturellen Stabilisierung oder zur Vermeidung eines tieferen Einbruchs beigetragen. Es ist aber zu befürchten, dass die Ankündigung der EZB, notfalls unlimitiert an den Staatsanleihemärkten einzugreifen, zu Fehlanreizen bei den Regierungen der europäischen Krisenländer führt. Diese dürften nämlich, angesichts einer solchen „Rückendeckung“ durch die EZB, in die Versuchung geraten, die Reform- und Konsolidierungsanstrengungen zu reduzieren. Die jüngste Ankündigung der EU-Finanzminister, die vereinbarten Budgetziele für eine Reihe von Euroländern aufzuweichen, deutet bereits in diese Richtung.
 
Alles in allem dürfte das Bruttoinlandsprodukt der Welt in diesem Jahr um 2,9 % und im nächsten Jahr um 3,7 % zunehmen. Der Welthandel wird im Jahr 2013 voraussichtlich um lediglich 2,6 % expandieren, ehe er im Jahr 2014 um 5,5 % zulegt.
 
Was die deutsche Konjunktur betrifft, so hat sie in den Frühjahrsmonaten sehr deutlich Fahrt aufgenommen. Expansive Impulse kamen vor allem aus dem Verarbeitenden Gewerbe, getrieben von der lebhaften Exportnachfrage insbesondere aus China, Südostasien und den USA. Zudem wurden im Baugewerbe winterwetterbedingte Produktionsausfälle nachgeholt. Zwar ist es im Gefolge der jüngsten Hochwasserkatastrophe in Süd- und Ostdeutschland zu neuen Produktionseinbußen gekommen. Diese waren aber regional eng begrenzt und dürften vielfach schnell aufgeholt worden sein. Zudem dürften kaum größere Unternehmen von der Flut direkt betroffen gewesen sein.
 
In der zweiten Jahreshälfte ist wieder mit einer langsameren Gangart zu rechnen. Gegenzurechnen sind allerdings Impulse, die sich aus der Beseitigung von flutbedingten Schäden am Anlagevermögen ergeben. Allerdings werden wohl durch den Reparaturaufwand in einem nicht unbeträchtlichen Volumen ansonsten anderweitig getätigte Ausgaben verdrängt. In der vorliegenden Prognose wird die Annahme getroffen, dass bis Ende 2014 per saldo eine zusätzliche Nachfrage nach Konsum- und Investitionsgütern in Höhe von 6 Milliarden Euro angestoßen wird, wovon auf das laufende Jahr rund 3 Milliarden Euro entfallen.
 
Die Verbraucherpreise dürften in diesem Jahr um 1,6 Prozent steigen und im kommenden Jahr um 1,8 Prozent, da sich der heimische Preisauftrieb angesichts der guten Konjunktur etwas verstärkt. Das gesamtstaatliche Budget dürfte im Jahr 2013 ein leichtes Defizit in Höhe von rund 5 Milliarden Euro ausweisen. Im Jahr 2014 dürfte der Fehlbetrag auf etwa 3 Mrd. Euro zurückgehen. Auf Basis dieses nahezu ausgeglichenen Staatshaushalts würde für sich genommen die staatliche Bruttoschuldenquote von 81,9 Prozent im Jahr 2012 auf rund 77,5 Prozent im Jahr 2014 sinken. Dies setzt jedoch voraus, dass es per saldo nicht zu einer erneuten Erhöhung des Schuldenstands infolge von zusätzlichen Maßnahmen zur Banken- oder Eurorettung kommt, z.B. im Zuge eines Schuldenschnitts für Griechenland.
Quelle: ifo-Institut

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