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Konsumenten sind bereit für Fernsehen auf dem Handy

Das große Interesse der Mobilfunk- und Inhalte-Anbieter an der Einführung von TV-Angeboten für das Handy wird immer deutlicher. Aber auch das Votum der potenziellen Nutzer fällt positiv aus. Nationale wie internationale Pilotversuche zeigen, dass es für Mobile TV ein beachtliches Nutzerpotenzial gibt und die Konsumenten ihr liebstes Hobby, das Fernsehen, auch auf ihrem liebsten Tagesbegleiter, dem Handy, nutzen wollen. Während die Interessen für bisherige mobile Entertainment-Angebote wie Klingeltöne, Logos oder Spiele auf bestimmte, zumeist jüngere, Nutzergruppen beschränkt sind, ist für Handy-TV mit einer wesentlich breiteren Akzeptanz zu rechnen. In verschiedenen europäischen Repräsentativ-Erhebungen äußerten sich je nach Fragestellung bis zu 80 Prozent der Befragten positiv zu Mobile TV-Angeboten. Die durchschnittliche Zahlungsbereitschaft reichte dabei von 5,00 Euro bis zu 12,50 Euro - pro Monat!
 
Als typische Barrieren für die Akzeptanz von Mobile TV, die es bei der Entwicklung der Angebote und Geschäftsmodelle zu berücksichtigen gilt, wurden zu teure Dienste-Angebote oder eine zu komplizierte Handhabung genannt. Mobile TV kann das Mediennutzungsverhalten durch seine allgegenwärtige Verfügbarkeit, durch Personalisierungsoptionen und die mögliche Integration interaktiver Elemente nachhaltig beeinflussen. War Fernsehen bislang weitgehend auf den häuslichen Bereich und damit auf den Nachmittag und Abend beschränkt, ist für Mobile TV ein häufigerer, jeweils kürzerer und über den Tag verteilter Fernsehkonsum zu erwarten. Damit könnte die Nutzung von Mobile TV während Warte- und Pausenzeiten im gesamten Tagesverlauf für das Medium Fernsehen neue Nutzungsspitzen bringen, vor allem in den drive times und über die Mittagszeit. Darauf müssen sich auch die Inhalteanbieter einstellen. Die Nutzungsszenarien beim mobilen TV sind nur mit wenigen Programmkategorien des stationären Fernsehens unmittelbar kompatibel. Eine "Konvergenz" der Angebote ist daher nicht zu erwarten, auch angesichts technischer Beschränkungen, z.B. durch die Displaygröße. Das direkte Feedback per Handy bringt zusätzlich neue interaktive Möglichkeiten und hat damit Konsequenzen für die Programmgestaltung. Zumindest eine Anpassung der Inhalte aus dem stationären Fernsehen ist deshalb zwingend erforderlich.
 
Für die Übertragung von Mobile TV werden international nach wie vor verschiedene Technologien erprobt. Der bislang überwiegende Einsatz von UMTS scheitert langfristig an den hohen Kosten pro Teilnehmer und an der begrenzten Bandbreite der Netze. Die für Individualkommunikation ausgelegten (UMTS-)Mobilfunknetze sind letztlich für Mobile TV als Massenanwendung nicht geeignet. Digitale terrestrische Rundfunknetze können hingegen gleichzeitig eine unbegrenzte Anzahl von Empfängern bedienen und so eine kosteneffiziente Verbreitung sicherstellen. Auf dem deutschen Markt konkurrieren derzeit zwei Übertragungstechnologien: DVB-H als "Ableger" von DVB-T, dem digitalen Antennen-Fernsehen, und T-DMB als Weiterentwicklung des gescheiterten digitalen Radiostandards DAB. T-DMB Frequenzen sind nahezu bundesweit verfügbar, so dass kommerzielle Dienste hierüber bereits ab 2006 denkbar sind. Ein Mobile TV-Angebot über DVB-H könnte hingegen frühestens ab 2007 vor allem in den Ballungsräumen den Betrieb aufnehmen. DVB-H würde dabei aber eine wesentlich größere Programmvielfalt erlauben. Ein mögliches Entwicklungsszenario ist, dass beide Übertragungstechnologien zunächst parallel betrieben werden und in einem späteren Entwicklungsschritt mittels DXB technisch konvergieren.
 
Für die Einführung von Mobile TV kann von einem Marktstart in 2007 ausgegangen und im ersten Jahr ein Umsatz von rund 20 Millionen Euro erwartet werden. Für das Jahr 2010 wird ein Umsatz auf Ebene der Endkunden von rund 450 Millionen Euro prognostiziert.
Quelle: Goldmedia GmbH; www.goldmedia.de

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