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Konsumklima: Gute Stimmung wankt

Die positive Stimmung der deutschen Verbraucher scheint zum Spätsommer dieses Jahres ihren Höhepunkt erreicht zu haben. Die Konjunkturaussichten schätzen die Verbraucher im Vergleich zum Vormonat etwas pessimistischer ein. Die Erwartungen der Verbraucher an die Entwicklung ihrer finanziellen Lage sind ähnlich zurückhaltend. Lediglich ihre Bereitschaft, demnächst größere Anschaffungen zu tätigen, ist ungebrochen hoch.
 
Die wesentlichen Indikatoren für die Verbraucherstimmung deuten darauf hin, dass es mit dem Konsumklima in Deutschland in diesem Jahr kaum noch weiter aufwärts gehen wird. Zwar bleibt die Konsumbereitschaft uneingeschränkt hoch, die positive Stimmung hinsichtlich der konjunkturellen Entwicklung lässt jedoch zunehmend nach. Auf Basis der Indikatorenwerte prognostiziert die GfK für den privaten Konsum in Deutschland für das Jahr 2006 eine Zunahme von 0,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Ost-West-Vergleich zeigt, dass die Verbraucher in den neuen Bundesländern ihre Einkommensaussichten nach wie vor deutlich schlechter beurteilen als die Verbraucher in den alten Bundesländern. Nicht ganz so groß ist der Unterschied hinsichtlich ihren Erwartungen an die wirtschaftliche Entwicklung. Nahezu gleich optimistisch in Ost und West ist die Neigung, in naher Zukunft größere Anschaffungen zu tätigen.
 
Konjunkturerwartungen: Optimismus bröckelt
 
Die Verunsicherung hinsichtlich der weiteren wirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland nimmt bei den Konsumenten weiter zu. Im August büßte der Indikator gegenüber dem Vormonat gut 4 Punkte ein und liegt nun bei einem Wert von 11,4 Punkten. Das sind 23 Punkte mehr als im August 2005. Obwohl der Indikatorwert zum dritten Mal in Folge gesunken ist, wäre es verfrüht, das als ein Zeichen eines bevorstehenden Konjunkturabschwungs zu interpretieren. Es zeigt jedoch, dass die Verbraucher offenbar davon ausgehen, dass sich die Konjunktur in den kommenden Monaten weniger schwungvoll entwickeln wird. Ihre Skepsis zielt dabei auf das kommende Jahr, in dem die privaten Haushalte durch die Erhöhung der Mehrwertsteuer und den Wegfall steuerlicher Vorteile wie Pendlerpauschale und Steuerfreibetrag stärker belastet werden. Der gesunkene Optimismus dürfte auch darauf zurückzuführen sein, dass sie mit der Arbeit der Regierung derzeit unzufriedener sind. Art und Tempo der Umsetzung notwendiger Reformen werden als unbefriedigend wahrgenommen. Trotz der aufkommenden Skepsis sehen die Verbraucher ähnlich den Unternehmen (ifo-Geschäftsklima) allerdings die künftige wirtschaftliche Entwicklung nicht so pessimistisch wie die Finanzanalysten (ZEW-Konjunkturerwartungen), die für die nächsten 6 Monate eine deutliche Verschlechterung der konjunkturellen Lage erwarten.
 
Einkommenserwartungen: Stagnation auf niedrigem Niveau
 
Die Einkommenserwartungen blieben im August im Vergleich zum Vormonat unverändert. Der Indikator liegt nach wie vor bei minus 3,8 Punkten und damit unterhalb des langjährigen Durchschnittswerts von Null. Im Vergleich zum Vorjahr liegt er knapp 7 Punkte höher. Die positiven Meldungen vom Arbeitsmarkt, die nach Expertenmeinung eine positive Trendwende signalisieren, haben sich bisher offenbar noch nicht auf die Einkommensstimmung der deutschen Verbraucher ausgewirkt. Damit bleiben die Einkommenserwartungen der Konsumenten weiter hinter ihren Konjunkturerwartungen zurück. Diese Zurückhaltung ist durchaus plausibel. Die zu erwartenden finanziellen Belastungen für die privaten Haushalte geben kaum Anlass, ihre Einkommensaussichten derzeit optimistischer einzuschätzen. Allerdings dürfte eine spürbare Belebung des Arbeitsmarkts in den nächsten Monaten der Einkommensentwicklung positive Impulse geben. In welchem Ausmaß das allerdings die Belastungen kompensieren kann, bleibt abzuwarten.
 
Anschaffungsneigung: weiter in Rekordnähe
 
Die Neigung der Verbraucher, sich demnächst größere Anschaffungen zu leisten, ist auch im August äußerst positiv. Der Indikator büßte zwar gegenüber dem Rekordmonat Juli 1,4 Punkte ein. Mit 56,1 Punkten ist es allerdings der zweithöchste Wert, der jemals gemessen wurde. Im Vergleich zum Vorjahresmonat liegt er über 60 Punkte höher. Wesentlicher Treiber für das überaus hohe Niveau der Anschaffungsneigung ist die bevorstehende Mehrwertsteuererhöhung. Ob sich die gute Konsumneigung auch in vollem Umfang in tatsächliche Käufe umsetzen lässt, bleibt allerdings vor dem Hintergrund der schwachen Einkommenserwartung fraglich. Alternativ könnten die intendierten Käufe auch dadurch finanziert wer den, dass die Konsumenten weniger sparen. Vermutlich wird sich deshalb die Sparquote in diesem Jahr noch verringern.
 
Konsumklima: nur noch leicht positive Entwicklung
 
Vor dem Hintergrund der hohen Anschaffungsneigung hat sich das Konsumklima gegenüber dem Vormonat noch einmal leicht verbessert. Nach revidiert 8,5 Punkten im August prognostiziert der Indikator für September einen Wert von 8,6 Punkten. Damit sich das Konsumklima langfristig stabilisiert, ist es - vor allem vor dem Hintergrund der kommenden finanziellen Belastungen - notwendig, die Kaufkraft der privaten Haushalte zu stärken. Basis dafür ist eine deutliche und anhaltende Besserung auf dem Arbeitsmarkt. Zugleich muss der eingeschlagene Reformkurs konsequent weiterverfolgt werden, damit die Verbraucher das langsam bröckelnde Vertrauen in die Regierungskoalition wieder zurückgewinnen.
 
Zur Studie: Die Ergebnisse sind ein Auszug aus der Studie "GfK-Konsumklima MAXX" und basieren auf monatlich rund 2.000 Verbraucherinterviews, die im Auftrag der EU-Kommission durchgeführt werden. In diesem Report werden die Indikatoren grafisch aufbereitet, prognostiziert und ausführlich kommentiert. Darüber hinaus finden sich darin auch Informationen über die Ausgabevorhaben der Verbraucher für 20 Bereiche der Gebrauchsgüter-, Verbrauchsgüter- und Dienstleistungsmärkte.
 
Quelle: GfK AG; www.gfk.com

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