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Konsumklima: Rückkehr zur Unsicherheit

War die Stimmung der Verbraucher im August dieses Jahres noch einigermaßen unbeeindruckt vom starken Anstieg der Ölpreise und darüber hinaus beflügelt von den Aussichten, die die Neuwahl versprach, so scheint beides - die Steuerreform und die Entwicklung der Ölpreise - im September doch seine Spuren hinterlassen zu haben. Vor allem die Indikatoren, die die persönliche Einkommens- und Konsumsituation beschreiben, sind davon betroffen.
 
Nach einem Anstieg im Vormonat musste der Indikator Einkommenserwartung im September wieder einen kleinen Rückschlag hinnehmen. Mit einem Rückgang von 1,1 Punkten auf einen Wert von aktuell minus 11,7 sind die Verluste aber sehr moderat. Jedoch setzt der Indikator den Zickzack-Kurs der vergangenen eineinhalb Jahre weiter fort. Entsprechend bleibt es dabei, dass die Einkommensstimmung der Konsumenten weiterhin von großer Unsicherheit geprägt ist. Für den Rückgang der Einkommenserwartung sind im September ausschließlich die Bürger der neuen Bundesländer verantwortlich, deren Einkommenserwartungen um 5,5 Punkte auf einen Wert von minus 32,3 zurückfielen. Mit einem Minus von 0,1 blieb dagegen dieser Wert in den alten Bundesländern fast unverändert bei 6,4 Punkten.
 
Um den Anstieg der Anschaffungsneigung, der sich in den vorangegangenen beiden Monaten angekündigt hatte, ist es im September schon wieder geschehen. Der Indikator büßte 8,9 Punkte ein und der starke Gewinn des Vormonats wurde mehr als aufgebraucht. Aktuell liegt die Anschaffungsneigung bei einem Wert von minus 13,4 Punkten. Der Rückgang geht hier ausschließlich auf das Konto der Bewohner der alten Bundesländer, denn hier verringerte sich die Konsumneigung um 11,3 auf minus 8,2 Punkte, während im Osten - allerdings auf wesentlich niedrigerem Niveau - ein leichter Anstieg auf minus 32,0 Punkte gemessen wurde.
 
Die Erwartungen der Konsumenten an die generelle Konjunkturentwicklung haben sich zum zweiten Mal in Folge verbessert. Nach einem Anstieg von gut 4 Punkten im August dieses Jahres legte der Indikator nun sogar um mehr als 7 Punkte zu und steht nun bei einem Wert von minus 4,5. Die Konsumenten hatten mit der am 18. September stattgefundenen Neuwahl offensichtlich auch Hoffnungen verbunden, dass sie gesamtwirtschaftlich eine Erholung möglich macht. Daran haben aus Sicht der Verbraucher offenbar auch die hohen Ölpreise (noch) nichts ändern können. Auffällig ist, dass der Indikator in den neuen Bundesländern mit einem Plus von mehr als 12 Punkten auf einen Wert von aktuell minus 17,7 mehr als doppelt so stark stieg wie in der "alten" Bundesrepublik, wo er lediglich um knapp 6 Punkte auf einen Wert von minus 1 anstieg. Im Vormonat noch hatten sich die Verbraucher im Osten der Republik deutlich pessimistischer als im Westen geäußert. Es bleibt abzuwarten, ob sich diese positive Grundstimmung auch nach dem jetzt bekannten Ausgang der Wahlen halten kann.
 
Der ZEW-Studie zufolge, die monatlich die Stimmung bei den Finanzanalysten misst, ging es im September - beeinflusst durch das Wahlergebnis - mit der Stimmung der Finanzanalysten stark bergab. Auch haben eine Reihe von Institutionen die Wachstumsaussichten für dieses und das kommende Jahr bereits nach unten revidiert, beispielsweise der Internationale Währungsfond (IMF) oder auch das Hamburgische Welt-Wirtschafts-Archiv (HWWA). Diese begründen ihre Revision vor allem mit der Situation auf den Ölmärkten. Dagegen schätzten die in der ifo-Studie befragten Unternehmen ihre Erwartungen an die Geschäftsentwicklung im September nahezu gleich wie im August ein.
 
Nach dem Anstieg im Vormonat hat sich das Konsumklima wieder leicht nach unten entwickelt. Für Oktober prognostiziert der Indikator nach revidiert 3,3 im September einen Wert von 3,1 Punkten. Alles deutet darauf hin, dass die Binnennachfrage in diesem Jahr weiterhin sehr schwach bleibt und kaum noch fühlbare Impulse für die gesamtwirtschaftliche Entwicklung liefern wird.
Quelle: GfK AG; www.gfk.de

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