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Leistung statt Größe: Krankenversicherte wollen keine Fusionen

Obwohl die Anpassung der Beitragssätze für die gesetzliche Krankenversicherung und der Gesundheitsfonds unmittelbar vor der Tür stehen, warten die meisten Versicherten erst einmal ab. Zwar sind rund 32% der Krankenkassenmitglieder potenziell wechselwillig, im Jahr 2007 waren dies jedoch noch über 35 %.
 
Die Krankenversicherungen weisen ihre größten Defizite in genau jenen Bereichen auf, die für die Versicherten besonders wichtig sind, nämlich beim Umfang und der problemlosen Bewilligung von KV-Leistungen. Zwar sind die aktuellen (und wahrscheinlich zukünftigen) Mitgliedsbeiträge für viele Befragte ein permanentes Ärgernis, die Kriterien Schnelligkeit, Flexibilität und Leistungsbereitschaft einer Krankenversicherung erweisen sich aus Sicht der Versicherten jedoch als ungleich wichtiger. Das hatte sich bereits in einer 2007 durchgeführten Studie ergeben.
 
Insgesamt gute Werte erreichen die Krankenversicherungen in den Bereichen Erreichbarkeit und Servicefreundlichkeit, die aber von den Befragten als weitgehend gelöste Probleme angesehen werden, und daher nur noch untergeordnete Rollen spielen. Besonders gut bei ihren eigenen Mitgliedern schneidet auch 2008 die Gruppe der Innungskrankenkassen (IKKen) ab (Net Promoter Score NPS + 30), gefolgt von der Technikerkrankenkasse (NPS +26). Abgeschlagene Schlusslichter sind wieder einmal die allgemeinen Ortskrankenkassen (AOKen) mit einem NPS von -19 auf einer Skala von -100+ bis 100 Punkten.
 
Die Größe einer Krankenversicherung spielt bei der Suche und Beurteilung einer geeigneten KV für die meisten Versicherten übrigens so gut wie keine Rolle. Kleineren Krankenkassen ist deswegen eher davon abzuraten, aus Kostengründen überstürzte Fusionen anzustreben, denn Größe bedeutet aus Sicht der meisten Versicherten nicht automatisch Leistungsfähigkeit. Viele Mitglieder misstrauen den großen Krankenkassen, weil sie fürchten, nicht mehr optimal betreut werden zu können. Was auch noch wichtig ist: Die von den gesetzlichen Krankenkassen bereits eingeführten Wahltarife werden von den Versicherten zumindest ambivalent, die vielen Selbstbeteiligungsmodelle sogar besonders kritisch gesehen. Vergleicht man beispielsweise die beiden Tarif-Modelle Beitragsrückerstattung und Selbstbehalt miteinander, so würden sich fast 88% der Kassenpatienten für die erste Alternative entscheiden. Der Vergleich zwischen der Beitragsrückerstattung und bestimmten Prämienzahlungen erbrachte ebenfalls eine Präferenz von 69% zu 31% zugunsten der ersteren Variante. Prämienzahlungen schneiden mit 83% Bevorzugung gegenüber den Selbstbehalt-Tarifen ab. Geld zurück statt selbst bezahlen heißt somit die Devise der GKV-Mitglieder.
 
Die KV-Tarife werden für die Versicherten sowieso erst dann wichtig, wenn Leistungsumfang und Leistungsbereitschaft der Versicherungen nicht mehr stimmen. Denn immer noch 68% der GKV-Mitglieder kennen auch vor Inkrafttreten der Reformen ihren eigenen Mitgliedsbeitragsatz nicht. 2007 waren dies noch 71%.
 
Dies sind Ergebnisse einer bevölkerungsrepräsentative Online-Studie von Concentra Marketing Research aus Nürnberg in Zusammenarbeit mit der Respondi AG, Köln. Concentra befragte mithilfe von Respondi im November 2008 1.011 Mitglieder von Gesetzlichen und Privaten Krankenversicherungen über Ihre Zufriedenheit mit den Leistungen der Versicherungsträger, unterzog die einzelnen Versicherungen einer Image- Analyse, ermittelte für die wichtigsten gesetzlichen Krankenversicherungen die Weiterempfehlungswahrscheinlichkeit mithilfe des Net Promoter Scores und untersuchte die zukünftige Wechselbereitschaft der Versicherten, gerade vor dem Hintergrund der anstehenden Reformen.
Quelle: Concentra; www.concentra.de

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