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Editor's Pick


Macht des Bildes

US-Präsident Barack Obama (Official White House Foto von Pete Souza) 

 US-Präsident Barack Obama (Official White House Foto von Pete Souza)

Medienfotografen können beeinflussen, wie Leser das Maß an Macht der abgebildeten Person einschätzen - alleine durch den Winkel, den sie im Moment des Auslösens mit ihrer Kamera zur Person einnehmen.
 
Dabei werden von unten geschossene Medienfotos eher als die Abbildung mächtiger Personen verstanden, während jene von oben geschossenen eher als ein Abbild weniger mächtiger Menschen interpretiert werden. Im Ergebnis könnte alleine die Verwendung unterschiedlicher Winkel die Macht bestimmter Personen etablieren oder legitimieren.
 
Dies ist vor allem von Bedeutung im Hinblick auf Themen wie die unterschiedliche Wahrnehmung von Männern und Frauen. Bei der Untersuchung zeigte sich, dass es mehr von oben als von unten aufgenommene Fotos von Frauen gibt, während das Gegenteil auf Fotografien von Männern zutrifft.
 
Ausgehend von der Annahme, dass diese Bilder von Frauen in Werbungen, Magazinen und Zeitungen verwendet werden, verstärken Medien sehr wahrscheinlich unbewusst die Annahme, dass Männer kraftvoll und mächtig sind, und Frauen nicht. Entsprechend untermauert diese Art der Präsentation stereotype Vorstellungen, dass Frauen keine Führungsqualitäten haben. Denn letztlich wird unsere Einstellung gegenüber anderen und unsere Bewertung von Menschen sehr stark davon mitbestimmt, in welcher Form diese in den Medien porträtiert sind.
 
Allerdings sind diese Erkenntnisse nicht nur auf geschlechtsspezifische Vorurteile anwendbar. Während der Analyse von Bildern aus der CORBIS®-Datenbank, dem Time Magazine und World Press Pictures wurde festgestellt, dass leistungsstarke Individuen häufiger aus Untersicht porträtiert, und kraftlose Menschen eher von oben abgelichtet werden. Zudem fanden die Forscher heraus, dass unter bestimmten Voraussetzungen auch mächtige Menschen nicht immer von unten porträtiert werden – nämlich dann, wenn der Medienkontext selbst nichts mit der Macht des Dargestellten zu tun hat, wie beispielsweise auf Facebook oder Wikipedia.
 
Die Untersuchung wurde durchgeführt von Dr. Steffen R. Giessner, Associate Professor an der Rotterdam School of Management, Erasmus University (RSM), und seine Kollegen Prof. Michelle Ryan (University of Exeter, Exeter), Dr. Thomas Schubert (ISCTE, Lissabon) und Dr. Niels van Quaquebeke (Kühne Logistics University, Hamburg).
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