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Mitleid mit Pleitefirmen: Mehrheit der Bürger fordert Staatshilfen

Zwei Drittel der Bundesbürger meinen, dass der Staat Traditions-Unternehmen, die in die Krise geraten sind, finanziell unter die Arme greifen soll. Ganz oben auf der Liste der Hilfswürdigen steht Opel, während mit der Hypo Real Estate wenige Mitgefühl haben.
 
Der General-Motors-Tochter Opel wünschen 57 Prozent der Befragten Rettung und würden Opel Staatshilfe zusprechen. An zweiter Stelle bei den Mitleidskandidaten: Märklin Modelleisenbahnen mit 44 Prozent - und zwar bei Männern und Frauen. Nostalgie kennt hier also offenbar keine Geschlechtergrenzen. Auf Platz drei ebenfalls ein Traditions-Label: die Unterwäsche-Marke Schiesser mit 38 Prozent, die vor allem in der Feinripp-Generation der 30 bis 49jährigen Mitgefühl erntet.
 
Wenig Mitleid hat die Bevölkerung dagegen mit Firmen, die Misswirtschaft betrieben haben: Im Fall der Hypo Real Estate (HRE) etwa würden nur noch 22 Prozent helfen - bei der umgekehrten Fragestellung sprechen sich sogar 69 Prozent dafür aus, der HRE nicht aus der Patsche zu helfen. Auch im Fall der Schaeffler Firmengruppe ist die Hilfsbereitschaft verhalten: Nur 28 Prozent halten hier Staatshilfe für angezeigt.
 
Die schwedische Automarke Saab würden vor allem Frauen vermissen, ebenso Schiesser. Auch Traditionsfirmen mit haushaltsnahen Produkten wie Pfaff Nähmaschinen und Rosenthal Porzellan scheinen vor allem Frauen leid zu tun - insgesamt lässt sich beobachten, dass Frauen eher nach Staatshilfe rufen als Männer. Diese dagegen - wie übrigens auch ältere Befragte - sind härter und vertrauen eher auf die Selbstheilungskräfte des Marktes.
 
Erstaunlich: Unter den Befragten, die von der Krise direkt oder indirekt betroffenen sind, ist die Hilfsbereitschaft nicht deutlich größer als im Rest der Bevölkerung. Allerdings würde diese Gruppe eher ohne Bedingungen helfen, also keinen Unterschied zwischen unverschuldet und selbst verschuldet machen.
 
Was die Marken angeht, bei denen die Hilfsbereitschaft am größten ist, tut sich eine Ost-West-Schere auf: Während in den alten Bundesländern etwa Hertie Kaufhäuser weit höher auf der Liste der Hilfswürdigen stehen, stellen sich die Befragten in den neuen Bundesländern ganz klar hinter etablierte Ost-Marken wie etwa MZ Motorräder - aber auch hinter Firmen wie Infineon, weil der Halbleiter-Konzern in Dresden ein Werk unterhält.
 
Eine pikante Beobachtung am Rande: Die Hilfsbereitschaft geht in der Bevölkerung durch alle Bildungs- und Einkommensschichten - und damit durch die gesamte Wählerschaft. Vor diesem Hintergrund wird Staatshilfe für Pleitekonzerne auch zum Wahlkampfthema - und die Haltung von Angela Merkel, gerade Opel nicht zu unterstützen, zum Vabanque-Spiel für die Kanzlerin.
 
Das sind die Ergebnisse einer aktuellen Umfrage von Konzept & Analyse gemeinsam mit Respondi. Befragt wurden insgesamt 2000 Männer und Frauen aller Altersschichten und Bildungsgruppen.
Quelle: Konzept & Analyse; www.konzept-analyse.de

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