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Österreicher sehen Zuwanderung kritisch

Politiker preisen die Zuwanderer bisweilen als notwendigen Ausgleich zur überalternden Gesellschaft, die Wirtschaft schätzt sie als Arbeitskräfte, insbesondere für Jobs, die sonst niemand so recht haben möchte, die Bevölkerung selbst glaubt jedoch nicht an alle diese Vorzüge. 65 Prozent der Österreicher bezeichneten Personen, die in letzter Zeit aus den osteuropäischen Ländern, Asien oder Afrika zu uns gekommen sind, als eine Belastung; lediglich neun Prozent sehen in den Zuwanderern einen Nutzen. Das mittlerweile europaweit diskutierte Problem hat hierzulande im Laufe der letzten Jahre an Brisanz deutlich zugenommen. Vor rund dreieinhalb Jahren war das Unbehagen gegenüber den Wirtschaftsflüchtlingen und Asylanten zwar ebenfalls bereits sehr massiv, letztlich aber doch noch um fünfzehn Prozent geringer als jetzt. Am ausgeprägtesten ist der Verdruss an den Zuwanderern erwartungsgemäß bei den über 50jährigen Österreichern. Dies kann jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, daß auch fast alle übrigen Bevölkerungsgruppen in jeweils absoluten Mehrheiten auf die Neuankömmlinge mit Abwehr reagieren.
 
Wie sollen sich die Zuwanderer, wenn es nach dem Wunsch der Bevölkerung geht, in Österreich verhalten? 81 Prozent der Erwachsenen sagen: "Wer zu uns kommt und auf die Dauer hier leben möchte, sollte sich an unsere Verhaltensweisen und unsere Lebensgewohnheiten anpassen". Nur eine verschwindend kleine Gruppe von 6 Prozent meint, die Zuwanderer sollten weiterhin so leben und sich verhalten dürfen, wie sie es von zu Hause gewohnt sind. Dies widerlegt die Vorstellung, die Bevölkerung begrüße die bunte Vielfalt und das Nebeneinander von unterschiedlichen Verhaltensweisen in einer multikulturellen Gesellschaft. Im Hintergrund der Meinungen steht unverkennbar die Angst, dass sich bei anhaltender Zuwanderung eigenständige ethnische und sprachliche Gruppen bilden, die sich der Ordnung des Hauses entziehen und sich Integrationsbemühungen - (vielleicht sogar aktiv) - widersetzen.
 
18 Prozent der Erwachsenen veranschlagen die Integrationsbereitschaft der Zuwanderer als zumindest ziemlich groß, 71 Prozent hingegen beziffern sie als gering. Unter dieser Zahl von Skeptikern befinden sich 28 Prozent die auf eine ganz geringe Anpassungsneigung der Ausländer hinweisen. Die Überzeugung einer ungenügenden Integrationsbereitschaft zieht sich in überaus massiven Mehrheiten quer durch die Bevölkerung. Die Österreicher werfen die Zuwanderer gedanklich keineswegs in einen Topf, sondern treffen hinsichtlich der Integrationsbereitschaft durchaus Unterscheidungen. Fast ein Drittel ist der Meinung, dass die Ungaren am ehesten bereit sind, Lebensgewohnheiten und Spielregeln anzupassen. Etwa jeder Vierte bezeichnet die Slowenen als integrationswillig. Kritisch betrachtet werden Ghanesen, Albaner und Inder. Am allerwenigsten wird die Neigung, sich den österreichischen Umständen anzupassen den Türken zugeschrieben, die mit rund 125.000 Personen zugleich eine der stärksten Einwanderergruppen repräsentieren. Es handelt sich bei den Meinungen jedoch zumeist um subjektive Empfindungen, die sich bestenfalls auf Berichte Dritter oder auf Pressemeldungen, nicht aber auf eine faktische persönliche Erfahrungen stützen können. Generell läßt sich sagen, dass Zuwanderer aus den osteuropäischen Nachbarländern bei den Österreichern einen unverkennbaren Vertrauensbonus besitzen, während Personen aus asiatischen oder schwarzafrikanischen Staaten mit beträchtlichen Abwehrhaltungen rechnen müssen.
Quelle: Imas International; office@imas.at

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