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Organspenderausweis weiterhin umstritten

Vor 50 Jahren wurde mit einer Niere zum ersten Mal ein menschliches Organ transplantiert. Dreizehn Jahre später, 1967, führt Prof. Barnard in Kapstadt dann die erste Herztransplantation durch. Seitdem werden allein in Deutschland jährlich durch Organtransplantationen Tausende von Menschenleben gerettet. Der deutsche Gesetzgeber hat die Organentnahme bei einem Verstorbenen von seiner freien Zustimmung zu Lebzeiten oder aber von der Zustimmung seiner engsten Angehörigen abhängig gemacht.
 
Die einfachste Weise, seinen Willen als Spender im Ernstfall zu bekunden, ist, einen Organspenderausweis mit sich zu führen. Die meisten Menschen beschäftigen sich nicht gern mit ihrem Tod. Vielleicht ist das der Grund, daß die Zahl derjenigen, die einen Organspenderausweis mit sich führen, über die Jahre hinweg nur ganz allmählich größer wird. Anfang der 90er Jahre lag sie bei 5 Prozent, inzwischen besitzen 8 Prozent der Bevölkerung ab 16 Jahren einen solchen Spenderausweis. Damals, 1991, hat aber immerhin fast jeder dritte schon ernsthaft darüber nachgedacht, sich einen Organspenderausweis zu besorgen. Derzeit erwägen das nur noch 23 Prozent. Die Angst, daß mit gespendeten Organen Mißbrauch getrieben wird, ist in den letzten Jahren zwar beträchtlich kleiner geworden, aber sie ist bei vielen immer noch vorhanden. 1994 befürchteten 63 Prozent, daß mit solchen Organen zum Beispiel ein unzulässiger Handel betrieben werden könnte, jetzt äußern nur noch 45 Prozent diese Sorge. 34 Prozent betonen dagegen, daß man einen solchen Mißbrauch im allgemeinen nicht befürchten muß.
 
Anders als in Deutschland ist in Österreich jeder ein möglicher Organspender, der nicht durch den Eintrag in eine Liste aktiv Einspruch dagegen erhoben hat. Etwa jeder zweite Erwachsene in Deutschland findet die deutsche Regelung besser, 34 Prozent sind dagegen überzeugt, daß die österreichische Regelung die bessere ist.
Quelle: Institut für Demoskopie, Allensbach; www.ifd-allensbach.de

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