ANZEIGE
Folgen Sie uns:
planung & analyse GmbH auf facebook.de planung & analyse auf twitter.de planung & analyse GmbH auf google+ planung & analyse GmbH auf xing

Editor's Pick


PUMa goes Mobile

Volles Haus beim 41. PUMa Plenum von planung & analyse. Das Thema Mobile Research hat über dreißig betriebliche Marktforscher angelockt. Zusätzlich waren Gäste von sechs Instituten in Frankfurt dabei.


Ist Mobile das neue Online oder vielmehr eine ganz neue Methode mit eigenen Herausforderungen und Ansprüchen? Diese Frage zog sich wie ein roter Faden durch die Veranstaltung. Klar ist, dass sich jeder, der Online-Befragungen durchführt, dem Thema stellen muss, denn die Teilnehmer eines Panels beantworten die Fragen zu großen Teilen mit Smartphones, auch wenn sie online eingeladen wurden. In Deutschland sind das laut Christian Michael, Managing Director von Survey Sampling Germany (SSI), bereits 14 Prozent, in USA sogar 24 Prozent. Mit den bekannten Problemen wie hoher Abbruchrate und eventuell falschen Antworten, weil die Befragung nicht auf ein Mobilgerät optimiert war.

Aber „ohne die mobilen Teilnehmer fehlt etwas in der Stichprobe“, so Oliver Frangakos, Head of Business Development von SSI. Beide beschreiben, wie SSI das Problem angeht und herkömmliche Umfragen ihrer Kunden „mobile-friendly“ machen. Beim SSI- Quest-Test stellt sich heraus, dass derzeit rund 60 Prozent der Fragebögen von Kunden nicht optimal auf Mobilgeräte eingestellt sind.

Auch Research Now führt solche Tests für seine Kunden durch. Aus der Deutschlandzentrale des amerikanischen Unternehmens waren Marc Smaluhn, Managing Director Continental Europa, Achim Schöneinch, Vice President Business Development, und Fabian Göing, Associate Client Development Manager, nach Frankfurt gekommen, um ihre Dienstleistung vorzustellen. Schöneich machte deutlich, manches geht einfach nicht auf einem Smartphone: „Conjoint kann man mobil einfach nicht durchführen“ und auch 10er-Skalen lassen sich nicht einsetzen. Die Versuchung bei einer 5er-Skala immer in der Mitte zu klicken, sei natürlich größer. Auf jeden Fall muss sich der Auftraggeber darüber im Klaren sein, dass sich die Befragung nicht mit früheren Wellen vergleichen lässt.

Teilnehmer des 41. PUMa-Plenums von planung & analyse und Gäste am 27. Januar in Frankfurt  

 Teilnehmer des 41. PUMa-Plenums von planung & analyse und Gäste am 27. Januar in Frankfurt



Research Now kann aber genau wie SSI auch Lösungen für „mobile only“ bieten. Auch der deutsche Panelanbieter Respondi hat eine App im Angebot, mit der die Teilnehmer in jeder Nutzungssituation erreichbar sind und Feedback geben können, wie Key-Account-Managerin Bengül Robillard berichtet. So wurde die Daily Snack & Drink Journey der Konsumenten mit der Mobil-App Mingle erhoben. Bei Männern und Frauen zwischen 18 und 69 Jahren wurde eine Woche der Außer-Haus-Verzehr erhoben. Den Probanden wurden Fragen geschickt und sie wurden aufgefordert Fotos zu machen. Mit den Daten war eine Segmentierung auf Basis real erfasster Daten möglich.

Mehr von der technischen Seite kommen Peter Walz, Director Marketing & Sales, und Martin Dietrich, Project Manager beim Karlsruher Unternehmen cluetec. Mit der mobilen Erhebungssoftware mQuest sieht Walz seine Kunden sowohl bei Marktforschern und Panel-Anbietern als auch bei Unternehmen, die die eigentliche Befragung selber übernehmen. Wobei das Produkt eher als Unterstützung einer Face-to-Face-Befragung gedacht ist. Damit werden Befragungen auf Messen und Flughäfen genauso durchgeführt wie Store-Checks und Zufriedenheitserhebungen im Handel.

Auf den Einzelhandel hat sich der Fullservice-Anbieter IWD spezialisiert. Inhaber Marcus Körner berichtet von den Anfängen der mobilen Forschung im Jahr 2004. „Damals haben wir uns eine eigene App gebastelt und einfach die Adressbuch-Funktion in ein erstes Befragungstool umgebaut“. Als Experte für klassische Face-to-Face-Befragung sieht Körner vor allem im Qualitätsmanagement eine große Chance. „Mobile bringt Marktforschung in der Qualität voran“, so Körner. Bei Mystery-Checks können die Probleme in den Filialen per Foto oder Video dokumentiert werden, bei Preiserfassungen oder Verkehrszählungen sind die Geo-Daten automatisch hinterlegt. Und Körner weist noch auf einen wichtigen Punkt hin. Wenn das Smartphone den Mitarbeiter der Forschung unterstützen soll, dann braucht man die Möglichkeit offline und online nahtlos zu kombinieren und vor allem lange Akku-Laufzeiten. Beides sei bei Blackberrys eher als bei anderen Smartphones gegeben.

Einen noch ganz anderen Aspekt mobiler Forschung bringt das Unternehmen Mo’web in das Plenum ein. Project Manager Moritz Kisselbach berichtet, was mit der Crowdsourcing-App möglich ist. Neben klassischen Mystery Shoppen können mit dieser App auch Store Checks, Price Checks, Wettbewerbsbeobachtungen oder Promotion Checks durchgeführt werden. 100.000 Mikro-Jobber bekommen per Push-Nachricht einen „Job“ angeboten, zum Beispiel in einem Elektromarkt die Verfügbarkeit eines bestimmten Produktes zu checken. Dabei kommen GPS Daten zur Verifizierung des Standorts das Hochladen von Bilddaten und Frage-Antwort-Szenarien zum Einsatz.

Die betrieblichen Marktforscher zeigten sich von der Möglichkeit, so viele Anbieter in kurzer Zeit kennen zu lernen, sehr angetan. Die Kommunikationspausen wurden für persönliche und vertiefende Gespräche mit den Institutsmarktforschern genutzt. (hed)

Facebook Twitter Google LinkedIn Xing RSS Email