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Perspektive Deutschland 2004

Nach wie vor leben die Deutschen gerne in ihrem Land. Allerdings bröckelt diese Zufriedenheit - im Vergleich zum Vorjahr liegt sie um fünf Prozent niedriger bei 60 Prozent. Die Sorgen um den Arbeitsplatz und um die Versorgung im Alter sind stark gewachsen. Mehr als die Hälfte der Bürger rechnet damit, dass sich ihre persönliche finanzielle Situation verschlechtert. 42 Prozent sorgen sich um ihren Job - 7 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr.Das Misstrauen gegenüber Institutionen und politischen Parteien ist gesunken. Dennoch stehen immer noch 59 Prozent der Bürger diesen Einrichtungen skeptisch gegenüber, Hilfs- und Umweltorganisationen genießen ein Vielfaches an Vertrauen.
 
Opferbereit zeigen sich die Deutschen - wenn auch nur in Maßen. Rund ein Drittel der Bevölkerung ist kaum bereit, für die Sicherung und Schaffung von Arbeitsplätzen persönliche Opfer zu bringen. Für Jobsicherheit würden die meisten lieber mehr arbeiten als auf Lohn zu verzichten. Fast jeder Zweite (47 Prozent) lehnt einen Gehaltsverzicht von zehn Prozent ab, selbst wenn er damit seinen gefährdeten Arbeitsplatz für die kommenden drei Jahre sichern könnte. Die Gruppe der Arbeitslosen ist dabei wenig kompromissbereit. Könnten sie einen Job bekommen und dafür nur am Wochenende zu Hause sein, so würde mehr als die Hälfte der Arbeitslosen ablehnen. Selbst zwei Stunden pro Tag zu pendeln, lehnen 37 Prozent kategorisch ab. Grundsätzlich ist die Bereitschaft zum Pendeln und zum Umzug umso größer je jünger und je besser ausgebildet der Arbeitssuchende ist. Jedoch: So arbeitsfaul wie es manchmal den Anschein haben mag, sind die Deutschen nicht: Sie arbeiten durchschnittlich 42,5 Stunden pro Woche. Im Osten sind es mit 42,9 Stunden etwas mehr als im Westen (42,3 Stunden). Männer kommen nach eigener Einschätzung auf 43,4 Wochenstunden, Frauen auf 40,9. 43 Prozent der Arbeitnehmer gaben an, länger als 40 Stunden pro Woche zu arbeiten. Auffallend sind die regionalen Unterschiede: Am fleißigsten sind die thüringischen Arbeitnehmer. 52,7 Prozent von ihnen arbeiten mehr als 40 Stunden. Vielarbeiter sind auch die Menschen in Bremen, Mecklenburg-Vorpommern und Baden-Württemberg. In Berlin wird am kürzesten gearbeitet: Gerade 35,4 Prozent gaben an, auf mehr als 40 Stunden zu kommen.
 
Die zufriedensten Deutschen leben in Bayern und Baden-Württemberg. Stuttgart und München sind - wie auch in den Vorjahren - die Spitzenreiter unter den 15 größten deutschen Städten, gefolgt von Hamburg, Hannover und Köln. In Zukunft könnte Leipzig als erste Stadt im Osten in die Top Five vorstoßen. In diesem Jahr lag die Messestadt noch auf Platz zwölf unter ihresgleichen. Bei der Abfrage der erwarteten Zufriedenheit in fünf bis zehn Jahren jedoch machte Leipzig einen gewaltigen Satz und landete auf Platz vier. Den wirtschaftlichen Erfolg von Regionen machen vor allem starke Führungspersönlichkeiten in Politik, Wirtschaft und Verwaltung aus. Ihre reibungslose Zusammenarbeit ist nach Ansicht der Befragten die wichtigste Voraussetzung für mehr Investitionen und ein gutes regionales Gründerklima. Ist das gegeben, so blicken die Bewohner der Region viel positiver in die Zukunft. Größtes Hemmnis bei Investitionen und Arbeitsplatzwachstum ist nach Ansicht der befragten Selbstständigen, Freiberufler und leitenden Angestellten eine ineffiziente Verwaltung.
 
Auch andere Regionen im Osten haben sich mit dieser Methode auf einen aussichtsreichen Weg begeben. Die Zufriedenheit der Menschen dort stieg von 41 Prozent in 2003 auf 52 Prozent in 2004. Zwar werden die unteren Ränge erneut vorwiegend von ostdeutschen Städten und Gebieten belegt. Mit Oberfranken-Ost, der Westpfalz, Duisburg und der Region Bremerhaven sind aber erstmals auch westdeutsche Regionen vertreten. 15 Jahre nach der Wiedervereinigung nähert sich die Stimmung in Ost und West an. Während in Westdeutschland die Zufriedenheit insgesamt um vier Prozent sank, stieg sie im Osten um elf Prozentpunkte.
Quelle: Stern; www.stern.de

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